> > 1. Das schnellste und komfortabelste Schreiben findet auf der
> > Grundlinie statt, 

Dieses bürgt für hohe Geschwindigkeit, ist aber sicher nicht der einzig 
mögliche Weg zu gehen. Auch einzelne sehr häufig genutzte Zeichen könnten 
oben gelegt werden. Wegen der Handergonomie und der Bequemlichkeit der 
Tippfolgen könnte das für einen oder zwei Buchstaben hingenommen werden. Aber 
sicher nicht E oder N.

> > 2. Die Buchstabenpaare, die am häufigsten aufeinander folgen, sollten
> > auf beide Hände verteilt werden, das ist ebenfalls für die
> > Schreibgeschwindigkeit positiv. 

Das ist mehr ein Glaubensbekenntnis aus der Zeit der mechanischen 
Schreibmaschine. Diese Vorgabe kann man heute ersatzlos streichen.

> > 3. Lassen sich bestimmte Buchstabenfolgen konzeptionell nicht auf
> > beide Hände verteilen, so sollten sie Trommelabläufen von innen nach 
> > außen folgen, 

Das ist eine vollkommen unsinnige Regel, die mehr zerstört als aufbaut. Die 
sollte ignoriert werden und nie wieder erwähnt werden. Es gibt keinerlei 
Belege für den Nutzen. Vergessen!  Wenn man unbedingt eine Regel haben will, 
dann die umgekehrte, von außen nach innen. Aber auch das ist bei modernen 
Tastaturen nicht notwendig.

> optimaler Weise mit einem Finger dazwischen, 

Auch das hat keinerlei Einfluss auf die Schreibgeschwindigkeit und 
-bequemlichkeit. Vergessen! Eine Regel aus der Zeit der mechanischen 
Schreibmaschine.

> > 4. Die stärkste Belastung sollte auf Zeige- und Mittelfinger liegen,
> > die obere Reihe ist der unteren vorzuziehen, 

Diese Regel gehört unten auf die Liste und ist nicht wichtig. Steht man aber 
und muss zwischen zwei Platzierungen eines  Zeichens entscheiden, die 
ansonsten gleich gut erscheinen, sollte diese Regel ausnahmsweise zum Einsatz 
kommen. Tastaturen, wo man die ganze Zeit mit den Kleinfingern tippt, wie 
etwa Dvorak, können unheimlich schnell und bequem sein. Man sollte dieses 
nicht von vorn herein vor der Hand weisen.

> > 5. Es soll ein Layout für Rechtshänder werden,

Nicht wichtig.

> > 6. Die deutsche Sprache hat Vorrang, danach folgen Rücksichtnahme auf
> > die englische Sprache, Anglizismen, Programmierung...

Ja. Es geht nicht anders. Glücklicherweise zeigt meine Erfahrung, dass wenn 
eine Tastatur für Deutsch gut ist, ist sie für Englisch auch gut, aber für 
Skandinavisch schlecht (was uns aber nicht beunruhigen muss). Nur frischen 
Mut: mach eine gute deutsche Tastatur, und sie wird auch gut Englisch 
schreiben.

> Außer Programmierer gibt es Berufe, in denen viel getippt wird. Z. B.
> das in juristischen Berufen häufige §-Zeichen muss derzeit
> ungünstigerweise mit dem linken Kleinen Finger bedient werden.

Egal. Das geht, und man gewöhnt sich schnell daran.

> > 7. Ist der Platz für eine Taste statistisch ambivalent ein neuer oder
> > der alte Platz, sollte sie der leichteren Umlernbarkeit auf dem alten
> > Platz  bleiben.

Egal. Kann vergessen werden. Dem alten Qwertz-Platz oder dem alten Neo-Platz?

> > 10. Herkömmliche Tastaturen sollen Verwendung finden, eine
> > ergonomische

Ja.

> Größe und Auswahl des zugrundegelegten Textkorpus spielt für Feinheiten
> einer Tastaturbelegung eine entscheidende Rolle. 

Nein. Tut sie nicht. Ich habe dazu eine frühere Mail geschickt in der ich 
beweisen konnte, dass unglaublich unterschiedliche Corpora, sogar in einer 
fremden Sprache, genau das Gleiche ergaben. Nimm also ruhig einfach irgend 
einen Text. Der braucht nicht mal besonders lang zu sein.

> Auch die schwieriger 
> erfassbare Häufigkeit, mit der bestimmte Buchstabenfolgen anderen
> Buchstabenfolgen unmittelbar folgen, beeinflusst eine Tastenbelegung.

Nein. Tut sie nicht.

> Was auch immer sonst noch berücksichtigt werden könnte: Die Anzahl der
> möglichen Belegungen, die allesamt optimiert sind, wird erstaunlich
> hoch sein. 

Nein. Ich schätze, dass man auf 2-3 anwendbare Belegungen kommt. Mehr nicht. 
Es ist mir gerade ein neues Optimierungsprogramm aus USA in die Hände 
gekommen, ich werde es bei Gelegenheit auf einem Textkorpus laufen lassen. Es 
wird aber nicht viel anders als die bisherige Bro-Tastatur werden. Aber man 
wird sehen.

> Um kein Missverständnis aufkommen zu lassen: Meine teils überspitzten
> Kommentare sind nicht als negative Kritik gemeint, sondern als
> Anregung, ob für Neo3 vielleicht Veränderungen in den Paradigmen
> angebracht sein könnten.

Genau!

Ulf

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