Am Tue, 8 Sep 2009 23:32:44 +0200
schrieb Pascal Hauck <[email protected]>:

> Am Dienstag, 8. September 2009 18:21:26 schrieb Dennis Heidsiek:
> > Ein silbenbasiertes Tastaturlayout wäre zwar mal ein ganz anderer
> > Ansatz, der aber durchaus seinen Reiz hat (man denke nur an die
> > Regel, dass auf Q wie q fast immer u folgt).
> 
> Ich habe bereits ein Compose-Modul fast.module erstellt, um die
> häufigsten Wörter der deutschen Sprache abzuküren
> (z.B. ♫n␣ → nicht␣).

Am Fri, 11 Sep 2009 17:16:15 +0200
schrieb Franz Seidl <[email protected]>:

> Auch Kleinvieh macht Mist! Die Topschreiber in den Meisterschaften
> verwenden deshalb trotzdem ihre Kürzel für "der", "die", "das",
> etc. ... Oder eben auch für häufige Silben.
> 
> Man könnte mal bei der DEK (Deutschen Einheitskurzschrift) spicken (
> http://urkunde.stenografie.com/HTML/wu52.htm )

Da die Bulgaren allein über eine für ihre Sprache optimierte
Standard-Tastenbelegung verfügen, verwundert es nicht, dass sie oft
unter den schnellsten Tastschreibern der Welt vertreten sind.

Seit einigen Jahren ist das auf konsequent angewandten
makro-orientierten Verarbeitungsstil zurückzuführen, der bei den
Weltmeisterschaften um 15 % bis 20 % schnelleres Tastschreiben
hervorbrachte (sofern ich mich richtig erinnere). Dadurch wurde die
sonst nie erreichte Tippgeschwindigkeitsgrenze von 1.000 Anschlägen pro
Minute überschritten, wenngleich nicht so viele Anschläge auch
tatsächlich getippt worden sind.

Das Gebiet, ein ausgeklügeltes Makrosystem für die Tasteingabe zu
entwicklen, gehört meiner Meinung nach nicht zu den Aufgaben von
Tastenbelegungsentwicklern wie hier bei Neo. Das sollte besser den
Liebhabern des makro-orientierten Verarbeitungsstils vorbehalten
bleiben, die inzwischen sicherlich ausgereifte Makro-Tasteingabesysteme
bereitzustellen wissen müssten.

Am Mon, 14 Sep 2009 18:41:38 +0200
schrieb [email protected]:

> > Ich bin mir auch nicht sicher, ob man dieses Problem dadurch aus
> > der Welt schaffen könnte, auf ♫ zu verzichten und einfach alle
> > Buchstaben zu töten (analog zu meinem immer noch heißgeliebten
> > ßß→ſs Fix).
> 
> Ein Mittelweg wäre, ein oder zwei halbwegs gute Positionen für
> spezielle tote Tasten zu opfern, und diese tote Tasten als Präfix für
> wichtige Wörter oder Silben zu verwenden.  Vielleicht könnte man auch
> sehr seltene Buchstaben auf diesem Weg erzeugen (und deren Platz für
> Wichtigeres verwenden, etwa für die ein oder zwei speziellen toten
> Tasten).

Der Jagd nach Eingabemöglichkeiten für noch mehr seltenere Zeichen
stehe ich skeptisch gegenüber. In den Berufen, in denen viel mit
seltenen Zeichen (z. B. mittelalterliche) gearbeitet wird, haben sich
längst eigene Standards etabliert.
Der gelegentliche Nutzer von seltenen Zeichen wird sich kaum mit CoKos
befassen oder sich genug davon merken können, da er sie bis zum
nächsten Gebrauch wieder vergisst (von tastenbelegungsbegeisterten
relativ jungen Menschen abgesehen, die (noch nichtsahnend) wenig in
jene Verpflichtungen des Lebens eingespannt sind, die meist einige
Jahre später hinzukommen (abgelenkt durch Sorge um Kinder, Hausbau,
stetig möglichen Arbeitsplatzverlust)).
Wie bringt der ein Tastsystem beherrschende Gelegenheitsnutzer
Sonderzeichen in seine Texte? Wer sich gut Zahlen merken kann, der
tippt gerne die Unicode-Nummer bei gedrückter Alt-Taste in den
Zahlenblock ein. Andere nutzen die Möglichkeit des Einfügens von
Sonderzeichen aus Tabellen, da sich einfacher merken läßt, wo in etwa
das gesuchte Zeichen steht, als sich (leichter mit der Zeit vergessbare)
Tastenfolgen im Kopfe behalten lassen.


Was wäre sinnvoll?
Nicht die Möglichkeit, aktuelle griechische und vietnamesische Texte
umständlich mittels einer nicht für die Sprache ausgelegten Belegung
tippen zu können, sondern bestimmte auf lateinische Zeichen
basierende europäische Sprachen fließend tippen können, das erscheint
mir sinnvoll. Klar steht die deutsche Sprache an erster Stelle, aber
man schaue sich die Bedürfnisse deutschprachiger Länder genauer an:
In der Schweiz neben deutsch auch französisch Amtssprache. Somit liegt
nahe, neben deutschen zumindest auch französiche Texte ohne Klimmzüge
bei einzelnen Buchstaben, will sagen: möglichst ergonomisch, tippen zu
können.

Andererseits hat die Computer-Standardtastatur sich im Laufe der
Geschichte zu immer mehr Tasten hin entwickelt
(höher-weiter-schneller-mehr-Prinzip?), wohingegen die Anzahl der
Finger pro Mensch nicht dazu proportional angestiegen ist. Kurzum: Die
Erreichbarkeit zu vieler Tasten ist miserabel, dass eine ergonomische
Belegung die zu weit gegangenen Schritte der Geschichte wohl
zurückgehen muss, und mit weniger Tasten auskommt - die nicht schlecht
erreichbar sind.

Um keine unnötige Tasten zu haben, werden in anderen Sprachen
Tot-Tasten auf deren Standardtastaturen vermutlich häufiger verwendet.

Und die deutschsprachigen Zeichen ä, ö, ü, ß?
Sie benötigen keine eigene Taste. Konsequenterweise eine Tot-Taste (bzw.
Umlauttaste), nach deren Betätigung a, o, u, s gedrückt wird (bzw. mit
Umschalttaste für die Großbuchstaben), dürfte genügen.
Alternative: die Zeichen ä, ö, ü, ß auf tiefere Ebenen von a, o, u, s
legen.
Mindestens drei vertretbar gut erreichbare Tasten wären dadurch
erheblich besser belegbar - ein hinsichtlich Ergonomie wichtiger
Aspekt, vielleicht sogar entscheidender Vorteil.


Da ich nicht oft mehrere europäische Sprachen tippe (auf lateinische
Zeichen basierende), vermag ich nicht abzuschätzen, ob sich die
alltäglich üblichen Zeichen bestimmter anderer Sprachen mit Neo allesamt
fließend eintippen lassen, ohne dass man wegen umständlicher
Tastenfolgen bzw. -kombinationen beim Tippen wiederkehrend ins Stocken
gerät.

Mit der Europatastatur soll eine Belegung existieren, bei der die
Eingabe von Text in bestimmten Sprachen Europas fließend möglich sein
soll - soweit hier bei uns Sholes-Belegung und "fließend" nicht als
Widerspruch angesehen wird. Dennoch scheinen Aspekte der Belegung und
Bedienung in Hinblick auf Neo3 einen genaueren Blick wert:

http://www.europatastatur.de/Belegungsschaubild.pdf

Dort werden für bestimmte Sprachen gängige Zeichen erzeugt, wenn zuvor
eine bestimmte (für verschieden Sprachen gleiche) Taste gedrückt wird.
Somit lässen sich Alltagstexte in verschiedenen Sprachen ohne Klimmzüge
fließend tippen.

Ohne mir das im Detail angesehen zu haben: Wäre davon etwas für Neo3
interessant?

Mit netten Grüßen
Karl



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