Am Donnerstag, 3. März 2011, 16:19:23 schrieb Schubi: > Ich meine, dass es so am ehensten der Logik entspricht. > […] > Das was auf der Druckvorlage zu sehen ist, ist in jedem fall nicht > einheitlich bzw. sogar falsch (z.B. der blaue Pfeil rechts oben auf Mod3 > -> der gehört definitiv links hin, wo die restlichen Zeichen von Ebene 2 > auch sind).
Hier haben ja wirklich die Technokraten die Herrschaft übernommen. Wenn man viel Zeit und mehrere Anläufe benötigt, um eine zugrundeliegende Logik zu erklären, wird sofort klar, dass nicht die Anwenderfreundlichkeit im Mittelpunkt steht. > Wenn mir jemand einen in sich konsistenten und logischen Vorschlag > machen kann, nehme ich den sehr gerne an und setze ihn um. Der Konsistenz sei die Alltagstauglichkeit für den Tippenden in folgendem Problem gegenübergestellt: Der griechischen Buchstaben α soll geschreiben werden. Ⅰ) Logischer Ansatz: • ich sehe das α OBEN RECHTS auf der Taste „a“ • ich suche einen Pfeil, der NACH OBEN RECHTS zeigt und finde ihn auf auf dem Modifier Shift • der nach rechts oben zeigende Pfeil befindet sich UNTEN RECHTS • ich suche einen Pfeil, der NACH UNTEN RECHTS zeigt und finde ihn auf Mod3 Dieser Ansatz hebt die logische Beschriftung der Tastatur hervor und soll auch ohne Kenntnis oder Erfahrung mit Neo stimmig sein. Ⅱ) Anwenderorientierter Ansatz: • ich sehe das α OBEN RECHTS auf der Taste „a“ • ich suche zwei Modifier, die OBEN RECHTS¹ einen Pfeil haben und finde sie auf Shift und Mod3 Dieser Ansatz hebt die menschliche Komponente hervor und soll mit wenigen gedanklichen Schritten – ähnlich einer Eselsbrücke – zum gewünschten Ergebnis führen. Ⅲ) Vergleich: Wenn die Beschriftung der Tastatur nicht das Handbuch ersetzten soll, sondern als Gedankenstütze dient, um sich möglichst schnell an die richtigen Tastenkombinationen zu erinnern, ist der anwenderorientierte Ansatz zu bevorzugen. Er verlangt nur wenige gedankliche Schritte. Die wesentliche Denkleistung kann auf den Inhalt des zu schreibenden Textes konzentriert bleiben. Realiter wird ein Anwender darum auch bei dem nach dem logischen Ansatz gestalteten Aufsteller nach zwei EINHEITLICH NACH RECHTS OBEN zeigenden Pfeilen suchen. Im älteren Aufsteller sucht der Anwender nach zwei EINHEITLICH NACH RECHTS OBEN zeigenden Pfeilen oder nach zwei EINHEITLICH BLAUEN Pfeilen oder nach zwei EINHEITLICH RECHTS OBEN positionierten Pfeilen. Statt einem unterscheidenden Merkmal werden dem Anwender drei Merkmale geboten, die einzeln oder in Kombination verwendet werden können. Nach Erkenntnissen der Psychologie wird der Anwender beim älteren Aufsteller deutlich schneller fündig werden, ein Text somit flüssiger geschrieben werden. Ⅳ) Fazit: Der ältere Aufsteller ermöglicht ein konzentrierteres und flüssigeres Schreiben. Die hier ausgeführten Überlegungen stecken sowohl in der Neo‑Belegung als auch in Hilfsmitteln wie dem Aufsteller und haben sich über viele Jahre – in meinem persönlichen Fall sind es mehr als 5 Jahre – bewährt. Auch wenn ich Neo nicht mehr aktiv mit entwickle, verfolge ich Fortschritte, nehme jedoch auch tragische Rückschritte wie die Vernachlässigung der menschlichen Komponente wahr. Erst die gelungene Ausgewogenheit zwischen technischer Machbarkeit und menschlicher Notwendigkeit bestimmt die bei Neo zentrale Ergonomie. Gruß, Pascal
