Liebe Forumsfreunde,
hat ein bisschen gedauert, bis mal wieder was kam, was zum Teilnehmen reizte,
aber das ist ja jetzt nun ein Paradethema.
Grunds�tzlich wundert es mich immer, wenn Autoren Angst vor einer
Verbesserung ihrer eigenen Situation haben. Das gab es hier zu diesem Thema
schon �fter, �ltere Forumistas werden sich erinnern. Die Angst ist immer die
gleiche: wenn ich mehr verlange, dann besch�ftigt mich der Produzent nicht
mehr - oder er wandert gar ins b�se, b�se Ausland ab. Dabei gibt es nichts,
was Produzenten mehr �ngstigen w�rde: sich in einem fremden Land durchsetzen
zu m�ssen, in dem sie �ber keine Kontakte, Seilschaften etc. verf�gen. :-)))
Die Urheberrechtsnovelle ist eine seit einem Vierteljahrhundert (sic!)
�berf�llige Gesetzes�nderung - schon in den 60ern, als das bestehende
Urheberrecht festgelegt wurde, hie� es, ein Urhebervertragsrecht sei
unbedingt n�tig. Nun, endlich handelt die Bundesregierung...
Nat�rlich wird in der Diskussion immer mit Extremen gehandelt: die einen
sagen, sie nagen am Hungertuch, die anderen behaupten, dem Urheber geht es
viel zu gut. Das l�hmt und erm�det und es gibt nichts, was das BMJ derzeit
weniger h�ren mag als dieses st�ndige gegenseitige Aufrechnen. Hier ein paar
direkte Kommentare zu Rai.Zens Mail:
In einer Nachricht vom 22.10.2001 22:49:53 Uhr schreibt [EMAIL PROTECTED]:
>Hallo Mitleser und Mitschreiber,
>heute wieder ein Beitrag zum Drehbuch.
oh Dank, Dank, Dank!
>
>Im neuen Spiegel schimpft Eichinger �ber die
>Novellierung des Urheberrechtes
>Prim�r m�kelt er nicht wegen der Bezahlung der Autoren,
weil er weiss, dass er eigentlich noch viel mehr in die Stoffentwicklung
investieren m�sste...
>sondern wegen der Mitsprache aller Beteiligter
>am Film.
Das ist sein Charakter: Eichinger will herrschen. Das macht er manchmal ganz
gut, zum Beispiel bei
>"Im Namen der Rose" ben�tigte 4-5 Autoren, die 14 Fassungen
>schrieben. Scheinbar m�ssten die alle nach dem neuen Recht
>gefragt werden, wenn �nderungen vorgenommen werden m�ssten.
Derzeit ist es so, dass er den Regisseur fragen m�sste, wenn �nderungen
anstehen. Da ist das Europ�ische Recht in der Tat weniger
produzentenfreundlich (soll es aber von seiner Idee her auch nicht sein...).
W�hrend in den USA der Regisseur aber nur die M�glichkeit hat, seinen Namen
zur�ck zu ziehen und durch das Synonym f�r ruinierte Regiearbeit "A film by
Allan Smithee" ersetzen kann, kann der Regiesseur in D in der Tat eine
�nderung NACH Abnahme des Films verhindern. Wie gesagt: eine �nderung NACH
der Abnahme. D.h. bis dahin hat der Produzent als Weisungsgeber des
Regisseurs in der Tat die M�glichkeit, in den Film einzugreifen, auch
inhaltlich.
Der Produzent kann sich also nicht darauf verlassen, hinterher
herumzuschnippeln, er muss rechtzeitig sich engagieren. Ich halte das f�r
sehr sinnvoll.
Dass jetzt nun auch die Autoren das Recht haben sollen, nachtr�glichen
�nderungen zu widersprechen, sollte Eichinger deshalb nicht schrecken. Es
d�rfte ihm jetzt schon recht schwer fallen. �brigens kommt sowas nur h�chst
selten vor - in den USA wenn Filme f�r Vorf�hrungen in Flugzeugen z.B. um
Flugangstszenen ("Rain Man") gek�rzt werden. Eichinger untersch�tzt dabei
aber die Wirkung von �36 NEU, der eine Gesamtvertretung von Urhebern
gegen�ber den Produzenten vorsieht.
Er sollte wissen, dass auch und gerade solche Probleme sehr konstruktiv in
Gesamtvertr�gen zu l�sen sind. Gerade die Urheber haben kein Interesse, dass
ein Film durch solche Unw�gbarkeiten nicht zustande kommt.
Interessanterweise gibt es in D Autoren, deren Drehb�cher ohne �nderungen
verfilmt werden m�ssen - mit �berw�ltigenden Erfolgen! Ich kenne einen
Regievertrag, in dem steht, dass dem Regiesseur bekannt ist, einen "XYZ"-Film
(XYZ = Name des Autors) zu machen und er keinerlei �nderungen an den Dialogen
vornehmen wird. Sogar die Schauspieler sind dagegen machtlos...
>Er meint, dass in einem solchen Falle auch Verbesserungen an Filmen
>erst nach R�cksprachen mit Autoren etc durchgef�hrt werden k�nnten.
Siehe oben. Sowas l�sst sich vertraglich regeln!
>W�hrend der Dreharbeiten seien demnach keine
>spontanen �nderungen mehr m�glich.
Das ist Unsinn - und das hat sich auch bereits rumgesprochen.
>Ganz falsch scheint er nicht zu liegen.
>
>Auch Reitz, ein erfolgreicher Produzent, der gerade seinen 80.
>feiert, meint, wenn das neue Urheberrecht kommt, werden die Produzenten
>ins Ausland gehen oder aufh�ren.
Es geht - wie bereits richtig gestellt - um Franz "Buba" Seitz. Ich hab Seitz
auf einer Veranstaltung im Sommer getroffen und mit ihm dar�ber geredet. Nun,
interessanterweise ist er auch Drehbuchautor und damit Urheber (u.a. Drehbuch
zu "Die Blechtrommel"!!! - er hat die erste(n) Fassung(en) geschrieben, dann
erst kamen Carriere und Schl�ndorf dazu; die "Dialogbearbeitung" durch Grass
war ein Trick: Seitz hat ihm das Drehbuch vorgelegt, Grass hat ein einziges
Wort ge�ndert und danach war Seitz aus dem Schneider - kein Kritiker konnte
mehr sagen, es sei nicht Grass, was da im Film zu sehen ist...). Dass Seitz
meint, Produzenten w�rden aufh�ren, ist bei einem hochverdienten 80j�hrigen na
chvollziehbar, aber Binnenperspektive. Und ins Ausland gehen Deutsche
Produzenten nur, wenn sie vertrieben werden (wie Erich Pommer in den
30ern...).
Seitz ist einer der wenigen Produzenten in D, die noch Drehb�cher aus eigener
Tasche finanzieren (bzw. finanziert haben). Er kennt das Risiko der
Stoffentwicklung und verdient h�chsten Respekt. Aber die Angst der
Produzenten richtet sich weniger gegen die Autoren als gegen die anderen
"Urheber": Regisseure, Schauspieler etc.
Vor allem in den USA hat die starke Stellung von Autoren sich als ein Segen
erwiesen: hier wird die Stoffentwicklung viel mehr gesch�tzt als in D.
Hollywood investiert derzeit rund 1,5 Milliarden DM pro Jahr nur f�r
Drehb�cher etc. Davon landen etwa 75% auch wirklich bei den Autoren (Rest:
Anw�lte, Agenten, Berater etc.). Wie gesagt: allein Kino-Drehb�cher. Zum
Vergleich: in D werden derzeit via Drehbuchf�rderung h�chstens ein paar
Millionen investiert. Wichtig ist zu begreifen: je h�herwertig ein Produkt
auch qua Rechtssicherung angesehen wird, desto mehr ist jemand bereit, zu
investieren. Redet mal mit Fonds-Managern, die Filmfonds machen oder mit
Bankern, die Filme mitfinanzieren: die sind schockiert, wenn man mit ihnen
�ber die Bedingungen und Probleme der Stoffentwicklung im Bereich Kinofilm
redet. Ein sehr sehr erfolgreicher Fondsmanager, der auch in D investiert,
meinte dazu nur: "diletantisch"! Und er meinte nicht die Autoren...
>Das Interview ist nachzulesen unter
>www.mediabiz.de
>�berigens eine gute Seite zum rumsurfen..
>
>
>�ber die angemessene (nach)Verg�tung der Autoren an sp�terem Erfolg
>eines Filmes l�sst sich sowieso diskutieren.
Stimmt: wie �ber Geschmack. Angemesseheit ist immer umstritten: Autoren
verdienen grunds�tzlich unangemessen wenig, w�hrend Produzenten der Meinung
sind, sie verdienen grunds�tzlich unangemessen viel.
Dass ein Kollege von mir gerade 3 Jahre an einem TV-Stoff gearbeitet hat (mit
stetiger, wachsender Begeisterung von Sender und Produzent) und daf�r nur DM
60 Tsd verdiente, ist grotesk, das ist n�mlich unter Existenzminimum (nach
Abzug der Sozialnebenkosten...). Die lange Zeit hing auch damit zusammen,
dass kein Regisseur gefunden wurde, der dem Stoff gewachsen gewesen w�re,
dennoch mehrfach f�r Regieaspiranten ge�ndert werden sollte, bis man
feststellte, es funktioniert nicht. Zum Gl�ck waren alle Beteiligten (bis auf
die nicht angagierten Regisseure) klug genug, den Stoff nicht zu killen. Geld
ist immer relativ - relativ zu der Zeit, in der es verdient wird und zu der
Leistung die dahinter steht.
Aber die Angemessenheit ist in der Gesetzgebung derzeit gar nicht mehr
strittig, dieses Wort werden die Verwerter auch nicht mehr aus dem Gesetz
rauskriegen, dazu haben sie 1. zu lange gepennt und 2. zu ungeschickt
argumentiert. Es geht jetzt nur noch darum, wie die Angemessenheit definiert
wird.
Das w�re am besten mit einem Gesamtvertrag zwischen Urhebern und Verwertern
zu bewerkstelligen, deshalb �36.
(Interessant ist nebenbei, dass auch die Produzenten der Meinung sind, selbst
unangemessen bezahlt zu werden. Es ist unverst�ndlich, warum sie dann den
Druck nach unten (auf die Autoren) weitergeben und nicht solidarisch sind und
die Angemessenheit auch f�r sich verlangen. Denn dass die Margen f�r die
Produzenten grotesk gesunken sind, hat sich langsam rumgesprochen.)
>Bei der H�he der Verg�tung f�r Scripts l�sst sich heute schon fragen,
>warum die Einen Buyout machen und die Anderen die Wiederholungen
>nochmals honorieren.
Ein klassicher Irrtum ist es zu glauben, dass Scipts zu hoch bezahlt w�rden.
Produzenten lieben es nat�rlich, auf einzelne Betr�ge zu sehen und zu
erschrecken. Letztens hat eine Redakteurin zu dem Film "Das Experiment"
gemeint: die Autoren haben ja am meisten verdient! Potz-Blitz! Autoren! Am
meisten verdient! Das darf doch gar nicht sein... Was sie nicht sagte: Die
Autoren haben auch am l�ngsten gearbeitet! N�mlich jahrelang...
Produzenten f�llt es leicht, einen Beleuchter gut zu bezahlen. Der tr�gt
n�mlich ziemlich schwer an den Lampen und vor allem an den Konvertern f�r die
HMIs. Und wenn die ordentlich was tun, dann sieht man auch was, es wird
buchst�blich hell.
Aber einem Produzenten ist es schwer zu vermitteln, dass er f�r die K�rzung
eines Textes MEHR bekommt. Eigentlich kriegt er ja weniger - weniger
Buchstaben! Und der Autor muss ja am Mac nur was l�schen... Was das f�r eine
Schufterei ist, das begreifen die nie. (Ich hab mal bei einem Film
mitgedreht, bei dem f�r teuer Geld ein Star (besser: ein Sternchen)
mitspielte. Da fiel der Prodzentin auf, dass dieser f�r das viele Geld zu
wenig Text hatte. Der Regisseur war gezwungen, Dialoge dazu zu erfinden! Dumm
nur, dass dann die ganzen Gags nicht mehr gez�ndet haben.)
Nun, die Diskussion Buy-Out - Wiederholungshonorar hat schon einen ziemlichen
Bart. Es geht immer um weniger Wiederholungshonorar gegen mehr Buy-Out. Im
ersten Fall tr�gt der Autor das Senderisiko des Senders mit: bei Erfolg noch
mal Geld. Im zweiten Fall geht er (ironischerweise!) das Risiko ein, dass der
Film Erfolg haben k�nnte: denn dann verdient er eigentlich weniger ;-).
Nun, das Wiederholungshonorar ist eine Idee aus dem Verlagswesen: dort wird
der Autor zun�chst mit einer Pauschale f�r das Manuskript bezahlt, um dann am
Verkauf der B�cher beteiligt zu werden. Der sog. Bestseller-Paragraph um UrhG
hat immer daf�r gesorgt, dass auch die Buch-Autoren gesch�tzt wurden, die
einen schlechten Vertrag (weil Newcommer etc.) hatten. Sie bekamen Geld, wenn
der Roman pl�tzlich super erfolgreich war. Das haben die Autoren auch sp�ter
beim TV durchgesetzt.
Der Grundgedanke des Neuen Deutschen Urheberrechts ist an sich der, dass
Urheber grunds�tzlich an jeder Verwertung ihrer Leistung zu beteiligen sind.
Die Verwerter verdienen ja auch an jeder Verwertung - warum nicht dann die
Urheber? Die Risiken, die Autoren eingehen, sind bekannt, sie werden leider
nur selten begriffen.
In den USA hat sich die grunds�tzliche Beteiligung der Autoren an der
Verwertung auf allen Ebenen als sehr erfolgreich herausgestellt
("Residuals"). Sie finanziert den Autoren z.B. die Rente. Ein Buy-Out gibt es
in den USA n�mlich gar nicht!
Noch ein Argument: In keinem Land der Welt hat es in den letzten 10 Jahren
eine solche Entwicklung im TV gegeben. Die Sender verdienen aber vor allem
durch fiktionale Programme, die von deutschsprachigen Autoren geschrieben
wurden. Konkurrenz aus anderssprachigen L�ndern hat sich nicht durchsetzen
k�nnen. (Ich kenne 1,5 Autoren, denen das gelungen ist...). Dass es an der
Sprache liegen muss, erkl�rt die starke Pr�senz von schweizer und
�sterreichischen Autoren. An anderen Programmen verdienen Sender kaum, kurz
oder nur mit h�chstem Risiko. Die Panik vor den Shows war kurz, schon geht es
wieder vor allem um fiktionale Formate. Fu�ball? K�nnt ihr vergessen, damit
verdienen weder Sat1 noch RTL Geld. Allein eine Sendung wie GZSZ sorgt f�r
rund ein Drittel des Reingewinns von RTL. Nur fiktionale Formate sind
dauerhaft erfolgreich - und wiederholbar!!!!
Es kann also nur darum gehen, die Stellung der Urheber (vor allem der
Autoren) zu verbessern, damit die Abwanderungstendenz von erfahrenen und
erfolgreichen Autoren gestoppt wird. (Es gibt Kollegen Ende 40, die noch ein,
zwei Projekte haben und dann aussteigen - die Schnauze voll von dem Gezerre
um Vertr�ge und der Eitelkeit von Regisseuren, die in jeden Text
reinpfuschen. Geht mal in den "Swimmingpool"...)
>Ist es nicht so, dass Autoren, die das Drehbuch f�r einen erfolgreichen
>Film geschrieben haben, nicht gerade wegen dieses Filmes weitere
>Auftr�ge erh�lt und somit dies auch eine Honorierung der Arbeit darstellt?
Toll, dieses d�mliche Argument kenne ich noch aus Zeiten, als ich noch am Set
gearbeitet habe: Du willst doch sicher noch mal mit uns arbeiten - also mach
das jetzt f�r billiger oder ganz f�r umme. Meine grunds�tzliche Antwort war:
Nein, mit Leuten, die solche S�tze sagen, arbeite ich prinzipiell nicht!
Der Folgeauftrag ist keine Honorierung f�r den vorhergehenden - sondern eine
Investition in die Hoffnung des Produzenten, es m�ge wieder so werden. Nein,
die Leistung muss sich lohnen, nicht die Hoffnung! (Das haben nach dem
B�rsen-Crash viele Leute schmerzlich lernen m�ssen!)
Dass ein Autor wegen der Qualit�t seiner Arbeit weiterbesch�ftigt wird, liegt
allein an seiner Leistung und nicht an der des Produzenten (im Gegenteil:
falls ein Produzent so dumm ist und den falschen Regisseur f�r das eigene
Drehbuch aussucht, dann ist das schlicht gesch�ftssch�digend! Der Autor tr�gt
durch die Verfilmung ein ungeheures wirtschaftliches Risiko: er ist von der
Qualit�t der Arbeit Dritter abh�ngig wie kaum ein anderer in der Branche.
Wenn er von der Leistung anderer profittiert, dann nur, weil er selbst schon
eine gute Leistung vorgelegt hat. Bedenkt: jeder Beteiligte, der hinterher
auf das Drehbuch schimpft, hat es vorher gelesen! Sie alle wissen, worauf sie
sich einlassen, keiner wird mit der Walther PPK zur Inszenierung gezwungen.
Nur der Autor wei� nicht, was aus seinem Werk wird...)
>Architekten erhalten auch keine Erh�hung ihres Honorares, weil der Wert
>eines Geb�udes im Laufe der zeit w�chst.
Der Vergleich hinkt ein bisschen - dennoch einige Parallelen dazu: Ein
Architekt h�tet z.B. sorgsamst die Statik-Berechnungen des Baus. Bei
Industriebauten bedeutet dies, dass die Installation einer neuen (sehr
schweren) Maschine, das Versetzen einer Wand etc. nur mit einem
Statik-Gutachten des Architekten m�glich ist. Ihr k�nnt mir glauben, dass das
ordentlich kostet! Falsch ist auch, dass der Wert eines Hauses w�chst. In der
Regel sinkt der Wert eines Hauses, es sei denn, es wird regelm��ig in die
Renovierung investiert und zwar erheblich. (Ein Einfamilienhaus wird rein
wertm�ssig alle 25-30 Jahre komplett neu bezahlt - durch die Renovierung!
Allein die Geldentwertung, der eine scheinbare Wertsteigerung entgegen steht,
l�sst einen glauben, Immobilien w�rden im Wert steigen. Immobilien lohnen
nicht wegen einer Wertsteigerung sondern wegen ihres sicheren Charakters.)
Was steigt, ist zudem auch nur der Wert der Immobilie insgesamt - und das ist
im Wesentlichen der Wert des Grundes, auf dem sie steht. (Grund ist nicht
vermehrbar.) Wir sind hier in M�nchen: da gibt es die Geb�ude in der Regel
umsonst, man zahlt sich nur noch f�r den Boden deppert... Eine Bekannte hat
hier letztens ein Haus gekauft - der Verk�ufer machte ihr das Angebot, es
abzurei�en, wenn sie danach MEHR f�r das Grundst�ck bezahlt...
Ein Geb�ude wird �brigends kaum wegen seiner Architektur (�stehtik), sondern
wegen seiner R�umlichkeiten genutzt. (Das ist aber bei Filmen ganz anders!!!
Ein Film kann noch so gut konstruiert sein, wenn er die emotionale Ebene
verfehlt, dann flopt er...) Eine urheberrechtlich relevante Leistung wird in
der Architektur vor Gericht im �rigen auch nur selten konstatiert. So zum
Beispiel bei der wohl einzig erw�hnenswerten architektonischen Leistung in
Nachkriegs-Deutschland, dem Olympiastadion (incl. Oly-Gel�nde) in M�nchen.
Immerhin als Geb�ude ist es am Sonntag gerettet worden...
>Vielleicht gelte ich nun als Nestbeschmutzer, wenn ich hier auch die
>Gedanken der Produzenten verbreite....
Ist ganz normal. Viele Autoren reagieren so. Sie denken immer, wenn es meinem
F�rsten schlecht geht, geht es auch mir Leibeigenen nicht gut...
So, jetzt noch ein paar Anmerkungen grunds�tzlich:
die Verwerterseite hat zuletzt als Argument gegen die Urheberrechtsnovelle
Verfassungswidrigkeit und Schaden f�r den Standort Deutschland angemerkt.
Nun, dar�ber lacht das BMJ herzlich, denn seit ein paar Jahren wird bei JEDEM
Gesetzesvorhaben der Standort in Gefahr gesehen und das Verfassungsgericht
angerufen. Damals, beim KSK-Gesetz (nicht die Anti-Terrortruppe der
Bundeswehr sondern das zur K�nstlersozialkasse), hie� es auch:
Standortgefahr! Dabei hat sich kaum ein Gesetz so bew�hrt wie dieses.
Die Verfassunsm�ssigkeit des neuen Gesetzes ist in der Tat umstritten, es
liegen aber sowohl Gutachten pro als auch contra vor. Das sorgt eben auch nur
noch f�r Langeweile. Das Wort "Angemessenheit" gibt es derzeit 19 mal in
verschiedenen Gesetzen, ohne dass es f�r �rger sorgte - es steht sogar in
einer EU-Richtlinie.
Derzeit geht es um Details und um eine "Ein-Nordung" der gegens�tzlichen
Vorstellungen. Zentral sind f�r Autoren vor allem zwei Paragraphen: �32 -
Angemessenheit: da gibt es nicht mehr viel zu �ndern... �36 Gesamtvertretung.
Die Verwerter wehren sich derzeit noch gegen den im Gesetz vorgesehen Zwang
zum Abschluss von Vertr�gen zwischen Verwertern und Urhebern. Die Produzenten
sehen dummerweise nicht die Chancen, denn dann sind Vertragsverhandlungen
viel einfacher und auch die Stellung der Produzenten gegen�ber den Verwertern
gest�rkt. Sie sehen vor allem nicht, dass gerade Autoren derzeit schon sehr
viel in Stoffentwicklung investieren - zum Wohle der ganzen Branche. Wenn sie
endlich daf�r auch eine Chance zur Refinanzierung (Return of Investment)
haben, dann wird nur mehr, nicht weniger entwickelt - zum Nutzen aller, vor
allem der Produzenten und Verwerter. (alle jammer, es fehle der Content. Das
liegt daran, dass die Leute, die diesen d�mlichen Anglizismus verwenden,
vergessen, ihn zu �bersetzen: es geht um Inhalte und die kommen nicht von den
Verwertern, sondern von den Urhebern. Senden kann jeder, schreiben - na ja,
wissen wir...
Alle anderen Punkte sind weniger f�r uns als vor allem f�r andere Urheber
(Regie, Darsteller etc.) von Interesse.
Die Produzenten und Verwerter haben auch durch zweimaliges Treffen mit dem
BMJ nicht die Nase vorne - sie haben vor zwei Jahren verpennt sich zu
engagieren und laufen dem Igel jetzt hinterher. Im Gegenteil: gerade die
Pressekampagnen haben ihrem Anliegen eher geschadet. Schr�der ist bekannt
daf�r, dass er w�hrend der Gesetzgebungsphase vor allem eins haben will:
Ruhe! Das ist verst�ndlich, denn er will keinesfalls unter Druck entscheiden,
den hat er schon genug. Also ist derjenige am besten gefahren, der klug und
elegant, nicht aber plump und laut war. 3 x d�rft ihr raten, wer ersteres
war...
Zu den Spitzengagen: die werden immer als Argument herangezogen, ziehen aber
nur noch ein wenig in der �ffentlichkeit. Das BMJ will �ber diese d�mlichen
Zahlen schon seit einem Jahr nicht mehr reden. Die haben davon die Schnauze
gr�ndlich voll. Denn die wissen auch, dass statistische Ausrei�er nichts,
aber auch gar nichts beweisen.
F�r uns als Autoren ist es sicher schwer, Stellung zu den Nachverg�tungen f�r
andere Miturheber zu beziehen. Ich werde deshalb auch dazu nichts sagen.
>Eine andere Seite m�chte ich allen empfehlen:
>www.autorenforum.de
>Hier gibt es gute Seiten, auch �ber Drehbuchschreiben, Techniken,
>M�rkte, Recherche.. etc
>Gr�sse
>von R.
Hoffe, es geht Euch jetzt besser. Wir sind in der typischen Phase, dass
hinter den Kulissen heftig gearbeitet wird - durchaus erfolgreich. Ein
Kompromiss ist nichts schlechtes und es wird einen geben, mit dem alle leben
k�nnen. Dass die Verwerter gerade jetzt laut werden, hat mit ihrer Panik zu
tun; alte Pfr�nde zu verlieren ist eben immer unangenehm. Dabei k�nnen sie
mit einer konstruktiven Zusammenarbeit mit den Urhebern nur profitieren, das
Beispiel USA spricht B�nde! Sie sind auch deshalb laut geworden, weil es
ihnen verdammt peinlich ist, dass sie zwei Jahre geschlafen haben und sich
nicht engagierten. Es ging ihnen eben einfach zu gut...
So, jetzt diskutiert weiter �ber den Milit�reinsatz in Afganistan, dann kann
ich wieder in Ruhe schreiben...
Gru�,
benedikt
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