Moin,
in meinen Diskussionen mit Einzelpersonen, Gruppen oder auch vor etwas mehr
Publikum hat sich für mich folgendes bewährt:
1. Eine Vorstellung davon haben, was das Publikum erwartet. Das kann man
entweder in der Eröffnung oder im Titel postulieren ("Freifunk für
Neulinge" oder "Freifunk für Fortgeschrittene") oder offen abfragen und
reformulieren.
2. Gut vorbereitet sein und sowohl Laien- als auch Profi-Fragen erwarten
3. Persönlich klar positionieren ("Ich bin Marketing und IT Profi und
kein Jurist, mache Freifunk aus der Überzeugung heraus, dass dies
Medienkompetenz fördert, habe die und die Erfahrung mit Freifunk oder..."
oder so ähnlich). Mir ist hier immer wichtig, nicht als "Mr Freifunk" oder
"Erfinder von Freifunk" rüberzukommen, sondern als Nutzer/Bürger wie das
Publikum. Gerade bei Infoveranstaltungen erwartet das Publikum häufig
jemanden, der einem etwas verkaufen will. Das kann man hier auch gerade
rücken, je nach dem ob man hier für einen Verein oder als Einzelperson
auftritt.
4. Herausforderungen der Gesetzeslage zumindest konzeptuell kennen. Ob
man die proaktiv nennt, würde ich von der Veranstaltungszielsetzung und dem
Publikum abhängig machen. Wenn die abgehandelt wird, würde ich immer
versuchen konsistent zur obigen Positionierung bleiben (einem
Marketing-Fuzzi wie mir glaubt man §-Zitate nur bedingt). Auch wenn man
punktuell (z.B. aus dem Feuerhake-Artikel) einige Punkte in Tiefe behandelt
könnte, rate ich davon ab, da man schnell rechts und links nicht mehr
weiter weiss! Und wenn jemand hartnäckig nachbohrt, einfach klar sagen:
"Ich bin kein Jurist, aber an die Gesetzeslage müssen wir uns natürlich
alle halten."
5. Links, Zitate oder Literatur nutzen um auf details zu verweisen um
Themenbereiche zu umschiffen ohne dabei "abwimmelnd" zu wirken.
Andere haben vielleicht andere Wege und Mittel, aber das half mir zumindest
und hat soweit ich es beurteilen kann auch zu zufriedenstellenden
Ergebnissen geführt.
Grüße, Gunnar
Slides die ich aktuell verwende:
http://www.slideshare.net/aeriod/20150907-freifunk-neu-wulmstorf
Am 9. September 2015 um 19:17 schrieb Marc-Andre Alpers <[email protected]>:
> Moin!
>
> In der Ibbenbürer Volkszeitung gabs nen Artikel. Wir durften ihn
> veröffentlichen. Vielleicht hilfts?
>
> http://www.freifunk-uelzen.de/news/
>
>
> Am 09.09.2015 um 11:27 schrieb Pascal Pein:
>
>> Hallo zusammen,
>>
>> hier einmal eine nachdenkliche Mail, die das Potenzial hat, wilde
>> Diskussionen
>> auszulösen.
>>
>> Ich hatte gestern ein sehr interessantes Gespräch mit einer Journalistin
>> aus
>> dem Kreis Lauenburg. Sie ist sehr an der Freifunk-Initiative interessiert
>> und
>> würde uns gerne unterstützen, auch im Hinblick auf die Flüchtlinge. Sie
>> hat
>> offenbar sehr gute Kontakte in der Region, die sie nutzen könnte.
>>
>> Leider macht die aktuelle Gesetzeslage es schwierig, sich klar zu
>> positionieren. Es tauchen bei Interessierten, wie dieser Dame immer wieder
>> Bedenken auf, die ohne fundierte juristische Kenntnisse sehr schwer zu
>> entkräften sind. An diesem Punkt kann ich in der Regel nur auf die
>> detaillierten Informationen auf freifunk.net verweisen und sagen, dass
>> ich zu
>> dieser konkreten Frage keine absolut wasserdichte Antwort geben kann, da
>> ich
>> eben kein Jurist bin. Spätestens da habe ich "verloren" und das Thema
>> "Freifunk" landet beim Gesprächspartner wieder in der "Schmuddelecke". Ich
>> kann halt nicht garantieren, dass mein Gegenüber nicht verklagt oder
>> abgemahnt
>> werden kann.
>>
>> Im aktuellen Fall geht es so weit, dass zwar an einer
>> Flüchtlingsunterkunft
>> eine Freifunk-Lösung eingerichtet wurde, dies aber nicht öffentlich
>> kommuniziert werden soll. Da der Internetverkehr über einen Server im
>> Ausland
>> läuft, haben die Verantwortlichen Angst, dass die Frage der
>> "Providerhaftung"
>> nicht ausreichend geklärt sei. Nun weiss ich bisher auch nicht, welche
>> Firmware dort zum Einsatz kommt.
>>
>> Zitat:
>>
>>> Wie dem auch sei - es scheint hier im Ort eine hohe Bereitschaft zu
>>> geben,
>>> Freifunk zu nutzen, allerdings wenig Bestrebungen, etwas "möglicherweise
>>> Illegales" in der Öffentlichkeit zu vertreten. Dies finde ich sehr schade
>>> und zeigt die Problematik, über die wir gestern geredet haben
>>> (Freifunk-"Image").
>>>
>>> Mangels technischer Kenntnisse und fehlenden Informatik-Titels sehe ich
>>> mich
>>> nicht in der Lage, hier weiter aktiv zu werden, so lange ich die Frage
>>> der
>>> "Möglicherweisen Illegalität" nicht wirklich fundiert beantworten kann.
>>> [...]
>>>
>>> Parallel dazu würde ich Ihnen gern als Tipp an die Hand geben, wie Sie
>>> Freifunk aus dem "möglicherweise Illegalen" herausholen:
>>>
>>> 1. Sie veröffentlichen auf der Website, warum Freifunk nicht der
>>> Störerhaftung unterliegt, evtl. Foto eines Prof. Dr. jur. Irgendwas,
>>> vielleicht mit einem kleinen Erklärfilmchen für Doofe.
>>> 2. Sie belegen die Legalität möglichst mit Stempel von irgendeinem
>>> Ministerium, Amt oder Sonstigem
>>> 3. Sie zeigen seriöse Freifunker: Einen CSU-Poltiker, einen Pastor, einen
>>> Richter, eine Hausfrau, einen Geschäftsführer - also eine
>>> "Testimonial-Kampagne", wie man in der Werbebranche so schön sagt.
>>>
>>
>> Ich bin mir sicher, dass dieses Thema auch am kommenden Wochenende
>> angesprochen werden sollte. Es gibt viel zu tun. Jeder, der für Freifunk
>> Öffentlichkeitsarbeit betreibt, sollte möglichst "rechtssichere"
>> Argumente zur
>> Hand haben. Das ist sicherlich nicht einfach, da jede Commmunity eine
>> individuelle Herangehensweise hat (Serverstandorte, Webauftritt, etc.).
>>
>> Natürlich ist es auch gerade bei Freifunk nicht so einfach, angemessene
>> "Lobbyarbeit" zu betreiben. Zu schnell tauchen politische Interessen auf
>> und
>> man sollte darauf achten, seine Arbeit nicht mit dem Stempel einer Partei
>> versehen zu lassen. Gleichzeitig sollten sicherlich möglichst viele
>> Politiker
>> und Entscheidungsträger mit in das Freifunk-Boot geholt werden, da wir
>> sonst
>> irgendwann nicht mehr gegen den Strom ankommen können und immer neue
>> "merkwürdige" Gesetze entstehen, die Freifunk nach und nach immer weiter
>> kriminalisieren. Das kann's ja auch nicht sein...
>>
>> Lange Rede, kurzer Sinn: Wie können wir gute Öffentlichkeitsarbeiter für
>> uns
>> gewinnen, ohne sie zu verschrecken? Freifunk sollte in der breiten
>> Bevölkerung
>> bekannt werden und dabei nicht endgültig in der "Schmuddelecke" landen.
>>
>> Gruß
>> Pascal
>>
>>
>>
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>> [email protected]
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>>
>>
> --
> Mit freundlichen Grüßen
> Marc-Andre Alpers
>
> Wenn Du meinst, Privatsphäre ist egal, nur weil Du nichts zu verbergen
> hast, kannst Du genauso behaupten, Redefreiheit ist egal, nur weil Du
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