Moin!

In der Ibbenbürer Volkszeitung gabs nen Artikel. Wir durften ihn veröffentlichen. Vielleicht hilfts?

http://www.freifunk-uelzen.de/news/


Am 09.09.2015 um 11:27 schrieb Pascal Pein:
Hallo zusammen,

hier einmal eine nachdenkliche Mail, die das Potenzial hat, wilde Diskussionen
auszulösen.

Ich hatte gestern ein sehr interessantes Gespräch mit einer Journalistin aus
dem Kreis Lauenburg. Sie ist sehr an der Freifunk-Initiative interessiert und
würde uns gerne unterstützen, auch im Hinblick auf die Flüchtlinge. Sie hat
offenbar sehr gute Kontakte in der Region, die sie nutzen könnte.

Leider macht die aktuelle Gesetzeslage es schwierig, sich klar zu
positionieren. Es tauchen bei Interessierten, wie dieser Dame immer wieder
Bedenken auf, die ohne fundierte juristische Kenntnisse sehr schwer zu
entkräften sind. An diesem Punkt kann ich in der Regel nur auf die
detaillierten Informationen auf freifunk.net verweisen und sagen, dass ich zu
dieser konkreten Frage keine absolut wasserdichte Antwort geben kann, da ich
eben kein Jurist bin. Spätestens da habe ich "verloren" und das Thema
"Freifunk" landet beim Gesprächspartner wieder in der "Schmuddelecke". Ich
kann halt nicht garantieren, dass mein Gegenüber nicht verklagt oder abgemahnt
werden kann.

Im aktuellen Fall geht es so weit, dass zwar an einer Flüchtlingsunterkunft
eine Freifunk-Lösung eingerichtet wurde, dies aber nicht öffentlich
kommuniziert werden soll. Da der Internetverkehr über einen Server im Ausland
läuft, haben die Verantwortlichen Angst, dass die Frage der "Providerhaftung"
nicht ausreichend geklärt sei. Nun weiss ich bisher auch nicht, welche
Firmware dort zum Einsatz kommt.

Zitat:
Wie dem auch sei - es scheint hier im Ort eine hohe Bereitschaft zu geben,
Freifunk zu nutzen, allerdings wenig Bestrebungen, etwas "möglicherweise
Illegales" in der Öffentlichkeit zu vertreten. Dies finde ich sehr schade
und zeigt die Problematik, über die wir gestern geredet haben
(Freifunk-"Image").

Mangels technischer Kenntnisse und fehlenden Informatik-Titels sehe ich mich
nicht in der Lage, hier weiter aktiv zu werden, so lange ich die Frage der
"Möglicherweisen Illegalität" nicht wirklich fundiert beantworten kann. [...]

Parallel dazu würde ich Ihnen gern als Tipp an die Hand geben, wie Sie
Freifunk aus dem "möglicherweise Illegalen" herausholen:

1. Sie veröffentlichen auf der Website, warum Freifunk nicht der
Störerhaftung unterliegt, evtl. Foto eines Prof. Dr. jur. Irgendwas,
vielleicht mit einem kleinen Erklärfilmchen für Doofe.
2. Sie belegen die Legalität möglichst mit Stempel von irgendeinem
Ministerium, Amt oder Sonstigem
3. Sie zeigen seriöse Freifunker: Einen CSU-Poltiker, einen Pastor, einen
Richter, eine Hausfrau, einen Geschäftsführer - also eine
"Testimonial-Kampagne", wie man in der Werbebranche so schön sagt.

Ich bin mir sicher, dass dieses Thema auch am kommenden Wochenende
angesprochen werden sollte. Es gibt viel zu tun. Jeder, der für Freifunk
Öffentlichkeitsarbeit betreibt, sollte möglichst "rechtssichere" Argumente zur
Hand haben. Das ist sicherlich nicht einfach, da jede Commmunity eine
individuelle Herangehensweise hat (Serverstandorte, Webauftritt, etc.).

Natürlich ist es auch gerade bei Freifunk nicht so einfach, angemessene
"Lobbyarbeit" zu betreiben. Zu schnell tauchen politische Interessen auf und
man sollte darauf achten, seine Arbeit nicht mit dem Stempel einer Partei
versehen zu lassen. Gleichzeitig sollten sicherlich möglichst viele Politiker
und Entscheidungsträger mit in das Freifunk-Boot geholt werden, da wir sonst
irgendwann nicht mehr gegen den Strom ankommen können und immer neue
"merkwürdige" Gesetze entstehen, die Freifunk nach und nach immer weiter
kriminalisieren. Das kann's ja auch nicht sein...

Lange Rede, kurzer Sinn: Wie können wir gute Öffentlichkeitsarbeiter für uns
gewinnen, ohne sie zu verschrecken? Freifunk sollte in der breiten Bevölkerung
bekannt werden und dabei nicht endgültig in der "Schmuddelecke" landen.

Gruß
Pascal



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https://www.hamburg.ccc.de/mailman/listinfo/freifunk


--
Mit freundlichen Grüßen
Marc-Andre Alpers

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