Hallo Florian,

Am 29.03.19 um 16:41 schrieb Florian Snow:
Ich finde da spielen verschiedene Dinge eine Rolle. Wir sind vollkommen
beisammen, dass man Dinge nicht verheimlichen sollte. Die Frage ist
aber wie genau man damit umgeht.  Der eine Punkt ist eine Frage der
Privatssphäre des Aussteigers.  Ich finde derjenige hat das Recht zu
entscheiden, in welcher Öffentlichkeit das diskutiert wird.  In diesem
Fall hat derjenige sich an verschiedene interne Mailinglisten gewendet.

ich bin bei dir, dass Privatsphäre ein schützenswertes Gut ist. Wenn ich aber etwas an verschiedene Mailinglisten schreibe, egal wie "intern" sie sind, ist diese E-Mail nicht mehr privat. Beinhaltet sie dann noch grundsätzliche Kritik, wird diese E-Mail eine größere Öffentlichkeit erreichen.

Es ist etwas anderes, wenn man einen engen Kreis an Personen anschreibt. Dann sollte es von den Verantwortlichen einen bewussten und transparenten Umgang mit der Kritik geben, d.h. die Punkte ansprechen und sagen, was daran ist, oder auch nicht. So wie du das gemacht hast, wäre ein offener Umgang im Vorfeld gut gewesen.

Warum wurde die E-Mail an weitere Listen durchgestochen? Weil der Whistleblower befürchtet, dass mit der in seinen Augen berechtigten Kritik nicht transparent umgegangen wird, dass sie evtl. unter den Teppich gekehrt wird.

Am 29.03.19 um 16:41 schrieb Florian Snow:
Einfach nur eine private Mail weiterleiten finde ich nicht
gut.  Als Minimum sollte man den Missstand benennen, den man aufzudecken
gedenkt.

Ja, da hast du recht, bei unserem Whistleblower ist noch Verbesserungspotential vorhanden.

Am 29.03.19 um 16:41 schrieb Florian Snow:
Wo würdest du das noch gerne
weiterhin sehen.  Es gab ein Mailing dazu und eine Pressemitteilung (die
leider nicht ganz ideal war, das weiß ich).  Wir sind für Vorschläge
offen.

Die FSFE zeigt sich in vielen Punkten transparent, in einigen dann aber wieder verschlossen. Z.B. im aktuellen Fall der EU Copyright Directive wird behauptet, dass wir mit Vertretern in Brüssel gesprochen haben und Zusagen erhalten haben. Wer hat mit wem Gesprochen? Wann? Warum? In welchem Kontext? Was für Zusagen haben wir erhalten? Hier und bei unseren anderen Projekten wünsche ich mir mehr zeitnahe Transparenz, mehr regelmäßige, detaillierte (monatlich oder vierteljährlich) Berichte über unsere aktuelle Arbeit und mehr Kommunikation mit uns Supportern, Sympathisanten und Freiwilligen. Das wäre natürlich auf allen öffentlichen Mailinglisten schön, sollte aber zumindest auf der englischsprachigen Discussion-Mailinglist stattfinden.

Die FSFE ist schließlich eine Organisation von Freiwilligen, die sich für Freie Software und Offene Standards einsetzen. Ohne uns wäre ein GA mit Präsident und Vize-Präsident, ein Legal Team etc. ein bloßer Selbstzweck. Unser Zweck muss aber die Aufklärung sein, was Freie Software ist, warum das Konzept entwickelt wurde und dass Freie Software immer die Freie Rede mitmeint.

Viele Grüße
Christian Imhorst
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