Auch hallo,
Da ich relativ viel in den Waldgebieten nördlich Hannovers unterwegs war, hatte 
ich auch diese Probleme mit Waldgebieten.
Habe nie über die Anschaffung neuer Hardware nachgedacht, sondern das Problem 
tatsächlich mit mehreren Spuren gelöst: Alle Wege mind. 3 Mal abgehen/abfahren 
(zu unterschiedlichen Zeiten hat am meisten geholfen) und dann den Track auf 
die Mitte legen. Ein anderes Verfahren half auch manchmal: Wegpunkte setzen 
(z.B. in der Mitte einer Kreuzung). Mein Eindruck war, dass die Wegpunkte 
genauer gesetzt wurden, als die Aufzeichnung der Wege war (kann aber auch 
reiner Zufall gewesen sein).

Viele Grüße
Bernd Hilmer/Tigerfreund


-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: [email protected] 
[mailto:[email protected]] Im Auftrag von Andre Landwehr
Gesendet: Freitag, 4. Juni 2010 12:45
An: [email protected]
Cc: [email protected]
Betreff: Re: [OSM-Hannover] Genauigkeit von GPS-Spuren


hi,

Am Freitag, den 04.06.2010, 10:43 +0200 schrieb [email protected]:
> seit etlichen Wochen schleppe ich bei all meinen Fußwegen mein Navi 
> mit, das meinen Weg aufzeichnet. Manche Spuren sind richtig gut, 
> manche mittelprächtig, manche unterirdisch unbrauchbar. Leider weiß 
> ich nicht, woran die Qualitätsschwankung hängt, weiß also nicht so 
> recht, wie ich dies in den Griff kriege. Ich trag das Navi in einer 
> Kunstledertasche, die ich oben auf meinen Rucksack gebunden habe, 
> sollte also nahe an der optimalen Himmelssicht sein, die ich als 
> Fußgänger erreichen kann (So weit, das Ding an meiner Mütze zu 
> befestigen, bin ich nicht, da will ich eigentlich auch nicht hin).

Würde auch nichts helfen fürchte ich. Die Genauigkeit des Gerätes ist immer +/- 
einige Meter. Stehst du in der Gegend rum, bewegst du dich im Sinne deines GPS 
innerhalb eines Kreises mit dem Radius der Genauigkeit, sprich bei angezeigter 
Genauigkeit von 3m hat der Kreis schon einen Durchmesser von 6m, in dem du mal 
hier und mal da bist; willst du etwas vermessen, das innerhalb dieses Kreises 
liegt, hast du also ziemlich schlechte Karten. Was man machen kann ist, die 
Daten zu mitteln. Mehrere Leute mit unterschiedlichen Empfängern zeichnen zu 
unterschiedlichen Zeiten eine Spur auf und - davon ausgehend, dass die 
Abweichung im Mittel in alle Richtungen gleich groß ist - weiß man ziemlich 
genau wo der Weg lang geht.

> Momentan möchte ich eigentlich ein großes Gebäude einmessen. Dazu gehe 
> ich in der Flucht auf die Gebäudeecke(n) zu bzw. rückwärts davon weg 
> (wenn möglich mindestens 10 m weit), gehe dann im großen Bogen um das 
> Gebäude herum, so daß ich in der Verlängerung der anderen Kante 
> derselben Ecke auf das Gebäude zugehen kann bzw. davon wegkomme.  In 
> der Spur sieht das leider unidentifizierbar anders aus.

Wände von Gebäuden reflektieren das GPS-Signal, das verwirrt deinen Empfänger 
zusätzlich. Da hilft wohl nur, ein Luftbild drunter zu legen, aber Vorsicht: 
die guten (von Google) darf man nicht verwenden, die man verwenden darf (die 
von yahoo glaub ich sind dafür freigegeben) sind meist so schlecht aufgelöst, 
dass sie einem auch nicht wirklich weiter helfen.

> Sinngemäß ähnlich möchte ich eine Wegkreuzung in der Eilenriede 
> vermessen (viel Wald über mir). Dazu komme ich auf die Kreuzung zu 
> (das sieht man noch, Spur stimmt auch), bleibe mitten im Weg mitten 
> auf der Kreuzung stehen in der Hoffnung, daß das die Spur beruhigt. 
> Dann gehe ich eine Strecke (z.B. möglichst 20 oder 30 m) in den 
> anderen Weg hinein, halte einige Sekunden inne, gehe zurück auf die 
> Kreuzung, über sie hinweg 20 oder 30 m in die andere Richtung, halte 
> inne, komme zurück zum Ausgangspunkt, halte wieder inne. Dann gehe ich 
> auf meinem ursprünglichen Weg weiter. Ich erwarte dann eigentlich eine 
> Spur, auf der man den "Querbalken" deutlich in Länge und Richtung 
> sieht. Das klappt aber nicht. In meiner Spur finde ich am 
> Kreuzungspunkt  ein undefinierbares Gewölle, aus dem ich nichts 
> herauslesen kann.

Wald verschlechtert dem Empfang nach meiner Erfahrung deutlich. Angezeigte 
Genauigkeit irgendwo jenseits 10m, tatsächlich eher 20-30m wenn man Pech hat. 
Da hilft wirklich nur noch die Statistik wie oben beschrieben (oder sündhaft 
teures Empfangsequipment).

> In meiner Gegend sind z.B. auf dem Gelände des Stephansstiftes die 
> Gebäude mit hoher Präzision und in hoher Detaillierung eingezeichnet. 
> Wie macht man so etwas?
> 
> Ich verwende bisher mein Auto-Navi Garmin nüvi 200, das ich per 
> Firmwaredowngrade dazu gebracht habe, daß es Spuren aufzeichnet. 
> Manche Spuren finde ich wirklich gut, dennoch frage ich mich, ob die 
> Qualität der Spuren vom Gerät abhängt. Sali hat beim letzten 
> Stammtisch Spuren vom Park der Sinne (oder so) gezeigt, die ich meinem 
> Gerät in der Präzision nicht zutraue. Liegt das an meiner Handhabung 
> oder liegt das z.B. an der Hardware des Gerätes? Man liest nirgendwo 
> davon, nicht mal in dem vielgenannten Wiki. Aus der Erfahrung mit 
> anderen Empfangsgeräten könnte ich mir vorstellen, daß es bei den 
> GPS-Geräten, die ja auch Empfangsgeräte sind, unterschiedliche 
> Empfängerempfindlichkeiten gibt.

Hardwareunterschiede gibt es definitiv, teils aufgrund anderer GPS Chipsätze, 
teils aufgrund verfrickelter Antennensetups, grad in Handys. Es gab auch mal 
einen GPS chip, der aufgrund eines Hardwarefehlers manchmal bis zu 200m daneben 
lag (hatte mal ein Handy wo der drin war). Bei Garmin scheint es auch mal ein 
Problem gegeben zu haben wenn man sich zu langsam bewegt (hallo Fußgänger!), da 
fing das Gerät wohl irgendwie an Mist zu bauen.

> Hat einer der Mitleser Erfahrungen mit GPS-Handies (ja, Lulu-Ann hat, 
> aber ihr Gerät ist nichts für mich)? Aus anderen Gründen denke ich 
> momentan an ein Nokia, wenn man ganz generell im Laden fragt, kommt 
> wie verbreitet bei technischen Geräten vom Verkäufer nur heiße Luft, 
> und das Internet ist mit seinen 1521 Erfahrungsberichten von Leuten, 
> die bereits nach 48 Stunden Gebrauch überaus zufrieden mit technischen 
> Geräten sind, auch keine wirkliche Hilfe.

Die wenigen Stunden Erfahrung mit Handys, Kameras etc. die ich habe, reichten, 
um zu der Erkenntnis zu gelangen, dass die vielleicht ausreichen um auf der 
vorhanden Karte einzuschätzen wo man ist, aber sicher nicht um eine neue Karte 
zu erstellen. Lasse mich aber gerade bei Kameras gerne vom Gegenteil 
überzeugen, das würde das mappen echt vereinfachen.

> Hm. Das waren eine ganze Menge Fragen. :-(
> 
> Gestern ist eine Mail hereingepurzelt mit einer Einladung zur 
> "Skillshare". An sich hätte ich durchaus Bedarf daran, daß einer seine 
> Skills mit mir shared, aber soo kurzfristig kriege ich einen 
> Auswärtstermin nicht gebacken.

ich werde auch nicht dabei sein.

Gruß, Andre

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