Hallo Steffen, ich habe beides installiert. Mit einem Cronjob lasse ich die Rechner im Lehrerzimmer und in Lehrerarbeitszimmern hochfahren und starte Ubuntu. Wer Windows will muss noch mal neu starten. Ich bekomme Rückmeldungen wie "für mal schnell ins Internet und Mails lesen nehem ich Ubuntu das geht viel schneller".
Damit erhöhe ich die Toleranz für Alternativen. Ubuntu/Linux ist nicht mehr Schreckgespenst sondern stellt sich als relativ einfach bedienbar heraus. Dass Windows an Berufsschulen ganz verdrängt werden könnte wäre nur möglich, wenn kommerzielle Software auch für Linux entwickelt würde. Gruß Alois Am 13. November 2014 22:33 schrieb Jürgen Horzella < [email protected]>: > Hallo, > > wir haben jetzt den Umstieg gemacht. Da möchte ich erstmal die Gelegenheit > nuten, um mich ganz herzlich für eure Hilfe bedanken. Die Sache läuft jetzt > seit zwei Wochen relativ reibungslos. Natürlich hat es hie und da noch > gezwickt, das lag aber oft daran, das ich noch die eine oder andere > Kleinigkeit vergessen hatte. > > Zunächst mal der Stand nach zwei Wochen: > Bis auf eine Handvoll Uralt-Laptops laufen alle Rechner, die fest im Netz > hängen und automatisch geheilt werden nun mit Ubuntu 14.04. Da ist eine > Menge verschieden Hardware dabei, bei der ich vorher eine Vereinheitlichung > unter Windows nicht geschafft habe und irgendwann auch die Lust verloren > habe, es zu probieren, d.h. alle Rechner im Haus sehen nun genau gleich > aus. > Bedenken hatte ich zunächst im Lehrerzimmer, aber auch hier hält sich die > Kritik sehr in Grenzen. Ich muss allerdings auch sagen, dass sich bei uns > im Kollegium viele gegenseitig helfen und nicht immer alle sofort zu mir > gerannt kommen. Ich habe aber auch Softmaker Office installiert und > festgestellt, dass die MSOffice-Dokumente bisher eigentlich fehlerfrei > dargestellt werden. Zudem habe ich Gnome Flashback als Oberfläche, was dem > XP oder Win7 doch sehr ähnelt. Im Großen und Ganzen arbeiten die Kollegen > ziemlich klaglos mit dem System. Eigentlich warte ich jeden Tag, dass noch > irgendwas kommt, aber es kommt nichts :-) Im Gegenteil, es gab schon > mindestens eine Stimme die das System gelobt hat, da das Arbeiten auf dem > gleichen (sehr alten) Rechner wesentlich flüssiger lief und auch andere > äußerten sich verhalten positiv. > > Wie habe ich die Umstellung angegangen? > Zunächst mal hatte ich einen Computerraum schon an Ostern auf Ubuntu 12.04 > (damals noch unter logodidact) umgestellt und die Kollegen und Schüler > kamen damit gut klar. Ich hörte zumindest außer ein paar Nachfragen, wie > jetzt bestimmte Dinge gehen, keine Klagen und bei uns im Ries gilt das > Motto "Net gschimpft is gnuag globt!" Eine Kunstkollegin, die auch eher > unbedarft ist, deren relativ neu aufgesetzter Win7-Rechner nicht mehr > ordentlich lief, hatte ich gefragt, ob ich mal bei ihr Ubuntu ausprobieren > dürfte, und auch hier habe ich dann sehr positive Rückmeldung bekommen. > Dann war klar, dass wir irgendwann umstellen müssen, da alle > Unterrichtsrechner noch mit WIndows XP liefen, und ich habe die Umstellung > auf Linux als alternativlos (so sagt man doch heute :-)) dargestellt. Dabei > habe ich die Kosten gar nicht in den Vordergrund gestellt, sondern den > Administrationsaufwand (Lizenzierung usw.). Und dafür gab es auch > Verständnis, insbesondere von Kollegen, die privat einen Windows 8 PC haben > ;-) > Das war dann auch der nächste Punkt, ich hatte argumentiert, dass WIn7 > doch ein Auslaufmodell ist und eigentlich gar nicht mehr zu bekommen (was > natürlich so nicht stimmt) und wenn neu angeschafft wird, dann gleich > Windows 8 und da war immer ein Stöhnen zu hören und gemeint wurde, dann > doch lieber Linux. > Bzgl. des Administrationsaufwands bringe ich immer auch das Beispiel einer > Behörde vor Ort, aus der ich jemand kenne, dort gibt es für ca. 100 Rechner > einen Vollzeitadmin und eine Hilfskraft. Natürlich ist das nicht eins zu > eins vergleichbar. Wenn im Computerraum einer oder zwei von 34 Rechnern > nicht gehen, dann bricht die Welt nicht zusammen. Aber ich habe etwa 20% > meiner Arbeitszeit für etwa 160 Rechner zur Verfügung. Und so vile Beamer > und Dokumentenkameras und Schüler, die nicht ganz so sorgfältig mit den > Geräten umgehen gibt es dort auch nicht. Deswegen muss das System > wartungsarm sein und das ist es mit Linux auf den Clients definitv, das > kann ich schon nach zwei Wochen mit Sicherheit sagen. > In der Anfangsphase versuche natürlich auch zu unterstützen, z.B. ist es > wohl nicht für alle intuitiv, dass Home_auf_Server das Verzeichnis der Wahl > ist, wenn man seine Datei auch am nächsten Tag wiederfinden will. Oder, > eine Kollegin konnte nicht auf dem USB-Stick speichern, da habe ich dann > nach einigem hin und her herausgefunden, dass man unter Windows doch mal > dem Vorschlag folgen sollte, den Stick zu reparieren. Linux war da sehr > rigide und hat einfach das SPeichern verweigert :-( > Eine Anleitung habe ich natürlich auch verfasst, die natürlich nicht > unbedingt gelesen wird, aber so kann ich auch gelegtnlich (bei den > richtigen) Kollegen mal ein freundliches RTFM loslassen. > Und zuletzt weise ich darauf hin, dass die Schule die Geräte zur Verfügung > stellt und diese auch zum Arbeiten geeignet sind und wer unbedingt auch in > der Schule seinen gewohnte Umgebung haben möchte, soll dann sein eigenes > Laptop mitbringen. Hier muss ich jetzt noch schauen, wie man dies so ins > Netz bringt, dass man auch wieder drucken kann (Tipps von Holger habe ich > schon ...) > > Also im Endeffekt mit Beharrlichkeit, Wiederholen der immer gleichen > Argumente, ein bisschem dicken Fell und natürlich Unterstützung ging das > ganz gut. > > Viele Grüße > Jürgen > > > _______________________________________________ > linuxmuster-user mailing list > [email protected] > https://mail.lehrerpost.de/mailman/listinfo/linuxmuster-user > >
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