Hallo Daniela, > ich such Argumente oder Aussagen für Linux-Rechner (= ohne Win-Rechner) > im Schulnetz. > Problem No. 1: Diese Argumente oder Aussagen sollen von der > Lehrerschaft nachvollzogen werden können.
.. Argumente können nur nachvollzogen werden von Leuten die das wollen. Es geht hier also nicht immer nur um intelektuelles Verständnis bei den Kollegen, sondern auch um Willen. Deswegen hat ein "ich beglücke euch alle mit Linux im ganzen Netz" selten Erfolg: dazu kommt dann der natürliche Trotz, den Menschen nunmal haben. Also versucht man irgendwie den Ansatz von Antoine de Saint-Exupéry: (aus dem Gedächtniss, also nur Sinngemäß): "Wenn du willst, dass die Leute Schiffe bauen, dann bring ihnen nicht bei, wie man Schiffe baut, sondern wecke in ihnen die Sehnsucht nach dem Meer" Wir müssen sie mitnehmen: und das versuchen wir mit rationalen Argumenten zu Unterstützen. Ich versuche mal ein paar Argumente zu nennen: Warum habe ich Ubuntu auf meinen Rechnern: 1) weil ein Ubuntu Image mir nur ca. 1/20 der Arbeit macht, wie ein Windows Image (es läuft auf allen Rechnern das selbe Image, das Updaten ist schnell zentral erledigt, neue Software ist in aller Regel einfach installiert, es gibt keine Viren, man muss eigentlich nicht andauernd syncen, weil die Schüler das Image nicht kaputt bekommen, es gibt keien Viren (in the Wild) für unser Desktoplinux) 2) weil es viel schneller erstellt, verteilt und gesynct ist, da es nur 1/4 so groß ist wie ein Windows Image 3) weil es Robust ist: wenn es da Probleme gibt, dann weiß ich ziemlich sicher, dass es ein Problem vor dem Rechner oder ein Hardwareproblem ist. > Was macht Ihr mit Programmen von Schulbuchverlagen (der Klett-Thread vom > 28.04. beruhigt mich (nur) ein bisschen) oder mit Installationswünschen > besonders wichtiger MS-Programme (die z.B. die Musiker auf einer > Lehrerfortbildung kennengelernt hatten) oder ... > > Sagt Ihr dann einfach: "Gibt's bei uns nicht?" nein, genau sowas sollte man verhindern: das baut nur Aversionen auf. Ich habe Ubuntu 14.04 mit PlayOnLinux. In Play on Linux sind folgende Windowsprogramme installiert: - Klett Mathetrainer 5-10 - wellenwann (irgend so ein Physikprogramm) - IrfanView - SMILE für Mathematik (eien Mathematikprogrammesammlung) Das funktioniert ganz gut. > Oder könne Ihr abschätzen, welche WINE-Version wie und wo mir welchem > Wunsch-Programm umgehen kann? ich hab die OrginalWINEversion von 14.04 > Oder sucht Ihr entsprechende Linux-Programme und schult die Kollegen??? auch eine Möglichkeit: das bringt uns aber zum nächsten Problem: man kann die Kollegen nicht ins Wasser schmeißen: da bekommen sie die Krise, weil unter Stress der Knopf dann doch nicht gefunden wird. Das wird er, wenn man ihnen plötzlich Win10 gibt, auch nicht, aber das interessiert sie nicht in dem Moment. Also muss man schulen. Aber: da kommt niemand: sie haben ja nie Zeit. Was hab ich nicht Schulungen angeboten: zu moodle, zu LibreOffice, zu TrueCrypt, zu Ubuntu .. es kommen von 120 Kollegen immer nur die gleichen 10 Leute.. Gerade Heute war ich bei der Schulleitung: die wollte, dass ich Schulungen mache. Ich habe gesagt, dass ich das gerne mache, aber die Schulleitung muß0 die Leute zu mir schicken: das haben sie eingesehen: die Lehrer werden nun geschickt.. Auch unschön, aber wenn sonst keiner kommt? Andere Möglichkeit ist: am Ende der GLK sowas vorstellen. Jede GLK 15 Minuten für das Schulnetz. Der Stand bei mir ist: 2 Computerräume mit Win7 und einer mit Ubuntu. Alle anderen Rechner sind entweder im Lehrerzimmer (8) in den Laptopsäulen (2x 16) oder sie sind in den Klassenzimmern. Es gibt auch noch 6 Ausleihlaptops für Lehrer und 6 Beamerwagen (zwei mit Visualizer) und zwei Ausleihvisualizer. Ubuntu hat angefangen, dass es 2 Jahre lang auf jedem Rechner neben dem installierten Windows war. Dann wurden zwei der 8 Rechner im Lehrerzimmer fest auf Ubuntu umgestellt (vor ca. 6 Jahren). Danach ging die Ausstattung der Klassenzimmer los und bei denen hab ich zwar Win7 neben dem Ubuntu, das Image wird aber nicht von mir gepflegt (zu Aufwändig) und das Ubuntu startet automatisch. Wer also nix macht, bekommt Ubuntu: also 95% der Kollegen. In dem Zuge wurden 4 weitere Rechner im Lehrerzimmer umgestellt. Jetzt habe ich 6 mal Ubuntu und 2 mal Win7 im Lehrerzimmer. Die letzten Windowslizenzen habe ich vor ca. 6 Jahren gekauft, als ich die beiden Computerräume neu ausgestattet habe. Man muss dazu sagen, dass bei mir in der Schule aufgrund eines GLK Beschlusses im Jahre 2007 MS Office im päd Netz abgeschafft wurde. Dafür gab es zwei Grunde: 1) die neue Oberfläche mit den Ribbons: die KOllegen sahen ein, dass sie sich sowiso umstellen müssen, also warum nicht zur freien Alternative 2) Geld: MS Office kostet unsere Schule ca. 10000 EUR und das alle ca. 6 Jahre. Das sind mehr als 1000 EUR im Jahr. Bei MS Office hab ich das Geldargument auch erst zuletzt gebracht, als die Kollegen sowiso schon am Schwanken waren. Ich denke, ich hätte es nicht gebraucht. Nun habe ich also die Situation, dass die Kollegen Ubuntu benutzen, und es gibt Kollegen, die gerne mal lauter werden, wenn etwas nicht funktioniert: obwohl das am Ende in 90% der Fälle auf ihre inkompetenz zurück zu führen ist. Sie hätten das mit Windows genau so wenig hinbekommen. Zwei Beispiele allein aus dieser Woche: 1) Es kommt kein Ton aus den Boxen: Kollegin war leider nicht fähig den Hardwareknopf über der Tastatur des Laptops mit "Lautsprecher mit vielen Wellen" zu drücken. Es ist ein Lenovolaptop: die Knöpfe sind silbern auf schwarzem Grund: man kann sie schon gut sehen. Ebenso hätte man natürlich das Lautsprechersymbol oben rechts neben der Uhr auf dem Bildschirm sehen können und da drauf klicken.. aber nein: der Holger bekommt eine Mail, dass "seit Wochen der Sound nicht geht". Ich schickte ihr einen Kollegen der es ihr zeigte und schrieb ihr, dass ich nicht beheben kann,m wovon ich nichts weiß und: weswegen sie mir den nicht früher schreibt, wenn es "seit Wochen nicht geht" (wobei es bei anderen Kollegen in dem Raum natürlich geht). 2) "ich hab hier eine gekaufte DVD: die muss doch einfach laufen, das kann doch nicht sein, dass die nicht läuft" Also nehme ich mir die DVD und lege sie im Laptop ein: ja, sie startet nicht automatisch: das macht keine. Die DVD ist aber so schlecht gemastert, dass der Dateimanager sie nicht als Video DVD erkennt und VLC anbietet. Also starte ich VLC -> Datei -> Medium öffnen -> Medium öffnen und die DVD läuft. Unter Windows wäre es ganz genau so gegangen (da ist bei mir auch jeglicher Autrun abgeschlatet: aus gutem Grund). Also: sowas kommt immer vor, und wenn du was besonderes machst (Linux), dann ist das Linux halt schuld, aber nicht man selbst. Da muss man Geduldig und Demütig sein und immer hilfsbereit. :-) Viele Grüße Holger _______________________________________________ linuxmuster-user mailing list [email protected] https://mail.lehrerpost.de/mailman/listinfo/linuxmuster-user
