Hallo Daniela, vorweg: Bei uns ist Linux als "Unternehmensentscheidung" eingeführt worden, bevor der Support für XP auslief. In welchem Unternehmen kannst Du Dir als MitarbeiterIn aussuchen, welche Software auf Deinem Arbeitsplatz läuft? Das ist Sache der Geschäftsleitung und der IT-Abteilung. Wer alles besser weiß, kann sich ja auf die Position der Medienbeaufragten oder NetzwerkberaterIn bewerben ;-)
In XP hatten wir nicht überall MS Office und sowohl die Versionen 2003 als auch 2007. Auf allen Rechnern was StarOffice oder später OpenOffice installiert. MS Office 2007 wurde trotz der von Holger erwähnten Nachteile für einen unserer Computerräume und die Lehrerarbeitsplätze durchgedrückt, weil einige medienkompetente KollegInnen natürlich zu Hause alles - vorsätzlich?- als docx und pptx speicherten. Linux gab es viele Jahre vorher per DualBoot zum Ausprobieren und als Alternative, wenn sich das Windows mal zerlegt hatte. Das Windows XP wurde in VirtualBox verbannt (leoclient) und hat über "Gemeinsame Ordner" Zugriff auf die Serverlaufwerke, nicht jedoch auf das WWW. Pfiffige SchülerInnen können sich jedoch den Internetzugriff für einen Systemlauf freischalten. Der Snapshot, in dem die Änderungen in XP während der Laufzeit gespeichert werden, wird bei jedem Systemstart zurückgesetzt, so dass man auf einen (aktuellen) Virenscanner verzichten und den Benutzer auch Administratorrechte gewähren könnte. Dann könnte jeder mit seinen privat gekauften LErnprogrammen machen, was sie oder er urheberrechtlich für vertretbar hält. Wenn jemand etwas dauerhaft installiert haben möchte, kann es in die Basis integriert werden. wine habe ich stets in der aktuellen Version (zuletzt 1.8) eingesetzt, bis es Probleme mit der Grafik z. B. in Crocodile Physics gab. Diese konnte ich lösen, indem ich auf die Version 1.7 zurückgegangen bin, mit der lmlcc wine einrichtet. lmlcc richtet wine nahezu perfekt ein. Mit PlayOnLinux uns seinen verschiedenen Umgebungen war ich nicht so glücklich. Was sich mit winetricks und den Einstellungen in wine selbst nicht zum Laufen bringen ließ, habe ich in den leoclient verbannt. Inzwischen sehe ich das Ziel einer vergleichbaren Akzeptanz des Gesamtsystem gegenüber der Ausgangsituation im Rahmen der Möglichkeiten - ich meine das "Wollen" vorausgesetzt - als erreicht an. Dabei hat das entstandene Misstrauen vieler KollegInnen gegen Microsoft mitgeholfen, die sich einen neuen Rechner mit Windows 8 gekauft haben. Und nun "freuen" sich die nächsten über Windows 10 ... Viele der KritikerInnen können die Entscheidung, aus diesem teuren Strudel an einem günstigen Zeitpunkt auszusteigen, heute nachvollziehen. Weitere Erfolgsfaktoren: Kubuntu ist auch auf unseren älteren Rechnern schnell(er als Windows XP es war). KDE ist Windows 7 sehr ähnlich, mit der "Suchen und Ausführen"-Arbeitsoberfläche sogar eher Windows 8/10 Der Linuxclient wurde gleichzeitig mit der Benutzerverwaltung von linuxmuster eingeführt. Die Einführung von Benutzerkonten war seit langem eine Forderung auch von Kollegen der "Windows-Fraktion". Die KollegInnen wurden zu einer verpflichtenden Einführungsveranstaltung eingeladen, die mit konkreten auf die eigenen Lerngruppen bezogenen Arbeitsaufträgen gestaltet wurde. Ich nehme mir Zeit, den KollegInnen zu helfen und versuche für vorhandene Probleme möglichst zügig eine Lösung oder wenigstens einen workaround zu finden. Darin sehe ich meine Hauptaufgabe als Medienbeauftragter. Die meisten auftretenden Schwierigkeiten sind nicht linux-spezifisch. In Windows oder Mac OS X sähen sie genauso aus. LibreOffice 5 kann inziwschen vernünftig mit docx umgehen. Die Windows-Vista-Schriftarten aus dem PowerPointViewer sind vefügbar! Wenn man XP-Lizenzen besitzt, kann man auch Tahoma aus XP extrahieren. Google Chrome löst die Probleme mit Flash-Inhalten. VLC 2.2.1 spielt nahezu jede DVD ab. Gruß Jürgen Am 12.05.2016 um 23:38 schrieb Daniela Mihm: > Hallo Liste, > > ich such Argumente oder Aussagen für Linux-Rechner (= ohne > Win-Rechner) im Schulnetz. > Problem No. 1: Diese Argumente oder Aussagen sollen von der > Lehrerschaft nachvollzogen werden können. > > Was macht Ihr mit Programmen von Schulbuchverlagen (der Klett-Thread > vom 28.04. beruhigt mich (nur) ein bisschen) oder mit > Installationswünschen besonders wichtiger MS-Programme (die z.B. die > Musiker auf einer Lehrerfortbildung kennengelernt hatten) oder ... leoclient! > > > Sagt Ihr dann einfach: "Gibt's bei uns nicht?" > Oder könne Ihr abschätzen, welche WINE-Version wie und wo mir welchem > Wunsch-Programm umgehen kann? entweder es ist mit dem von lmlcc installierten wine 1.7 und winetricks hinzubekommen oder s. o. > > Oder sucht Ihr entsprechende Linux-Programme und schult die Kollegen??? auch das. Manchmal finden die KollegInnen diese Programme genauso gut oder besser. Z.B. GIMP, kdenlive, Muse ... > > > > ----------------------------------------------- > Ab jetzt kommen keine Fragen mehr, sondern eine Darstellung meiner > Situation: > ----------------------------------------------- > > Meine Situation: Wir haben seit fast 2 a eine heterogene Umgebung: 1 > Rechnerraum mit Win7 + Office 2002 > ca. 15 Lehrer-PCs mit Win7 + Office 2002 2002 wäre Office XP??? Wissen die überhaupt was sie wollen? Windows 7 oder 10? MS Office 2010, 2013 oder 2016? > > > 1 Rechnerraum mit openSUSE (noch XFCE; super! Ja, hatten wir mit LinuxMint 9 > - aus "Akzeptanzgründen" stelle ich wohl bald auf KDE mit Plasma5 um) > ca. 30 Rechner in 30 Klassenräumen mit identischem openSUSE Macht Sinn, wenn die Rechner 64-bit-Linux unterstützen und mindestens 2 GB RAM haben. > > > [openSUSE habe ich, weil mein Server ein OSS ist] Macht Sinn. Bei uns Kubuntu, weil wir linuxmuster haben. > > Auf _allen_ Rechnern läuft LibreOffice, Firefox und vlc, weil ich > denke, dass die allermeisten Nutzer (Lehrer/Schüler) nicht mehr > benötigen. > > In der kommenden Woche werde ich ein (von mir gewünschtes) > Schulleitungsgespräch und ggf. anschließend ein > schulleitungsunterstütztes Kollegiumsgespräch haben, das ich > vorbereiten möchte. > Grund: Die Kollegen kommen häufig nicht mit den beiden verschiedenen > Systemen zurecht / sind verunsichert > z.B. "weil immer alles anders aussieht" oder "nichts richtig > funktioniert" oder es einfach für manche knifflig ist. > Manche/viele/alle(?) denken, dass wir (nur) Geld sparen wollen und > (nur) deshalb nicht das neueste MS-Produkt haben, das sie > selbstverständlich von zu Hause kennen ... > > Gründe für eine Linux-Umgebung bezüglich der > Medienkompetenz-Entwicklung durch das Nutzen verschiedener Produkte > oder bezüglich der Freiheit von Software kenne ich. Wie kann ich > solches aber transportieren, damit ein Lehrer (ohne Vorwissen bezügl. > FLOSS) dem folgen kann (und am liebsten auch möchte). Sorge für einen smarten Desktop, der möglichst noch intuitiver zu bedienen ist als Windows XP (für jemanden, der mit XP "groß geworden ist") und Windows 7 oder Mac OS X ähnlich sieht, um "modern" daher zu kommen ;-) > > Ich freue mich auf Antworten/Anregungen/Hilfen/Kommentare. > > Viele Grüße > Daniela > _______________________________________________ > linuxmuster-user mailing list > [email protected] > https://mail.lehrerpost.de/mailman/listinfo/linuxmuster-user > _______________________________________________ linuxmuster-user mailing list [email protected] https://mail.lehrerpost.de/mailman/listinfo/linuxmuster-user
