On Wednesday 13 June 2012 15:52:07 Heiko Schlittermann wrote:
> Konrad Rosenbaum <[email protected]> (Mi 13 Jun 2012 14:51:34 CEST):
> > ULA ist übrigens nicht nur "vorraussichtlich" nicht global erreichbar.
> > Wenn ein ISP das durchläßt dann hat er einen fatalen Fehler gemacht.
> 
> Ich meine es derart, daß es kein verläßliches Ding ist, sich auf die ULA
> zu verlassen und dann zu meinen, man ist nicht erreichbar. Ähnlich, wie
> auf NAT sich keine Sicherheit aufbauen läßt.

Stimmt auffallend. Als Client kannst Du nie wissen bis wo hin eine Nachricht 
mit ULA-Absender/-Empfänger gehen kann. Die Reichweite definiert der Netzwerk-
Admin. ULA ist ja explizit so gebaut dass es (mit hoher Wahrscheinlichkeit) 
problemlos möglich ist zwei ULA-Netze zusammenzuschalten ohne neu nummerieren 
zu müssen (z.B. nachdem zwei Firmen fusioniert sind).

> > > Und zusätzlich kann ja auch dem DHCP-Server niemand verbieten, die
> > > Adresse zusätzlich auch als AAAA in der Domain der aktuellen Site
> > > einzutragen. Für den PTR-Records ist der DHCP-Betreiber aber sehr
> > > wahrscheinlich in jedem Falle zuständig.
> > 
> > Und woher soll der DHCPv6-Server wissen wo der PTR hinzeigen soll?
> > Angenommen ich bin in einem Fremdnetz und bekomme per DHCP eine Adresse
> > zugewiesen, dann schicke ich meinem DNS-Server zu Hause einen AAAA mit
> > Adresse und meinem normalen Heim-FQDN. Der DHCPv6-Server kennt aber nur
> > meine Adresse, meine MAC und meine DUID - er hat keine Chance einen
> > sinnvollen PTR zu konstruieren.
> 
> Dein DHCPv6-Client kann(!) dem DHCPv6-Server seinen fqdn mitteilen.
> (Option fqdn.fqdn in der Konfiguration des ISC DHCP-Clients.)

Hmm. Stimmt auch. Hatte ich nicht beachtet, weil meine eigene DHCPv6-
Implementation das nicht kann (die kann eigentlich nur PD und minimales IA).

> > Wahrscheinlicher ist sogar dass ich im Fremdnetz nur SLAAC und kein DHCP
> > mache - wenn der Router also nicht aktiv alle ICMP-Nachrichten
> > mitsnifft, dann hat er keine Ahnung wer ich bin (RS/RA tauscht nur die
> > Net-ID aus, die Host-ID ist erst in der DAD zu sehen - man weiß ja nicht
> > ob ich die EUI-64 oder Privacy Extension benutze).
> 
> Wenn Du nur SLAAC machst, dann steht es Dir frei, Dir einen AAAA-Record
> irgendwo einzutragen, und der Admin des Netzes, wo Du bist, hat eben
> Pech.

Bei DHCP genauso. Die FQDN-Option würde ich nur setzen, wenn ich mir etwas 
davon verspreche - falls sich das in 10 Jahren als Mechanismus für PTR-Records 
durchsetzen sollte, dann vielleicht...

Im Augenblick sehe ich sowieso nur zwei vollkommen legitime Anwendungsfälle 
für DHCPv6: Prefix Delegation vom ISP zum Kunden und PD innerhalb eines großen 
Firmennetzes. Alles andere ist "Spielerei", da Net-ID (und damit dynamische 
Adressierung) und DNS-Server bereits per SLAAC kommen - die Arbeit mit DHCP im 
LAN kann ich mir also sparen.

> Das Sniffen wird ihm nichts nutzen, da Du in den ICMPv6-Messages Deinen
> Hostnamen/FQDN nicht verraten wirst.

Stimmt.

> ICMPv6-Node-Info wird von Linuxen
> nicht nativ unterstützt, es gibt wohl einen Daemon, aber ob der
> installiert ist?

Bei mir bestimmt nicht. So aus Neugier: fällt Dir irgendwas ein wo man NI 
tatsächlich einsetzen will? Mir nicht.



        Konrad

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