> Till, > (...) Es geht darum, daß sich Leute egal welcher > Profession nicht gerne von außen sagen lassen, wie sie ihren Diskurs zu >führen haben und sich keinen Experimenten anderer ausliefern, zumal, > wenn sie ihnen nicht als Kollegen bzw. Teil ihrer vertrauen.
Florian, diese Experimente finden ja längst statt. Zu unterscheiden sind - Techniken, die auf Vorschläge aus dem Off und Konsens beruhen und zu experimentellen Spielregeln führen (unsere Erfahrung ist merkwürdigerweise: je mehr Reputation, desto größer die Bereitschaft), - Techniken, die auf der Benutzung von bestimmten medialen Kanälen und tools basieren, - Techniken, die eher in der Tradition der Performance und von Harold Garfinkel und Knorr-Cetina stehen, und die die scientific community (ein wunderbarer Euphemismus, den ich gern affirmiere) eher ethnologisch untersuchen (Artikel über Knorr-Cetinas Forschung am Cern von einem Prof. aus Minnesota: Discussion Note: Distributed Cognition in Epistemic Cultures*, http://www.tc.umn.edu/~giere/DCEC.pdf). (Wenn ein teilnehmender Beobachter teilnimmt, dann versucht er natürlich, die Rituale so gut wie möglich zu reproduzieren, aber das Maß, in dem ihm das gelingt und das, was er dabei herausfindet, sind erst einmal zweierlei). Die ersten beiden Techniken und die dritte sind nicht kombinierbar. ... Eine derartige Diskussion hat im Kontext einer Medientheorie in dem Sinne ihre Berechtigung, als dass eine Medientheorie mit epistemologischen Interesse auch nach den Bedingungen ihrer Produktion fragen muss und dazu gehören die generalisierten Motive von Wissenschaftlern genauso, wie die kulturtechnischen Bedingungen, wissenschaftliche Formate, das Archiv im Sinne Foucaults etc. Aber vielleicht wäre es trotzdem sinnvoll, zum eigentlich Inhaltlichen - so wir auf den Abwegen auch nicht zu schwerwiegenden Erkenntnissen gekommen sind - zurückzukehren. Vielleicht könnte man zunächst andere Begriffe und Begriffskomplexe als nun gerade den des Mediums behandeln. Beispielsweise: Was meint Negative Medientheorie? (Mersch) Medien und Asymmetrierung//mediale Asymmetrierung (Krämer) Zeitkritisch (Ernst) Mediales Apriori / Historisches Apriori (Kittler/Foucault) Web 2.0 (Hierzu werden Stefan Heidenreich und Pit Schultz ein Seminar geben => http://www.datenstroeme.de/web2seminar/ Oder welche Begriffe wären zum UMKREISEN des Medienbegriffs geeignet? Glück zu allen! till nikolaus von heiseler ______________________________________________________________ Verschicken Sie romantische, coole und witzige Bilder per SMS! Jetzt bei WEB.DE FreeMail: http://f.web.de/?mc=021193
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