die netzkultur-szene in wien ist verglichen mit berlin sehr klein.
die bekanntgabe, dass es das neue kulturfördermodell geben wird, dass netzkultur-fördergeld dafür bereitgestellt wird, und wie das auswahlverfahren in den grunzügen funktioniert, war im dez. 05 (u.a. auf der offiziellen page der stadtverwaltung wien) insgesamt waren 120 wahlberechtigte; die auswahl, wer wahlberechtigt ist fand durch ein validationsgremium statt (armin medosch, franz xaver und andrea mayr) es sollte dadurch verhindert werden, dass sich "jeder dahergelaufene klavierlehrer beteiligen kann" (originalzitat franz xaver), vielleicht noch seine schüler einschleust (fanclub im bandbus mitschleppt) und dann mit einem haufen kohle urlaub macht. das mit dem validationsgremium halte ich für eine notlösung; einziges kriterium war jedoch, dass jemand im netzkulturbereich tätig ist, und der/die bewerberin musste das mit einem 500 zeichen-abstract darlegen (nebst hinweisen auf minestens ein bereits durchgeführtes projekt). es wurde nicht validiert, wie gut oder schlecht diese projekte sind, sondern nur, ob es sich um ein netzkulturprojekt handelt oder nicht! niemand musste ein zukünftiges projektvorhaben vorstellen (manche haben das getan). es gab sozusagen stipendien zu verteilen, die zu projekten führen werden, die dann aber nach abschluss veröffentlicht werden müssen. so kann in den nächsten wahldurchgängen (in diesem jahr ist noch einer im herbst) das in die beurteilung mit einfliessen und die wählerinnen mögen sich dann ein genaueres bild machen, wem sie ihre stimmen geben.

beste grüße
christoph

- wechselstrom -




Andreas Broeckmann schrieb:

das sind 95% von was?

-ab


beim mana community game, einem partizipatorischen, demokratischen entscheidungsmodell zur verteilung der fördergelder lag die wahlbeteiligung bei 95%; ein wert, der sich sehen lassen kann und von dem demokratien (ohne wahlpflicht) nichteinmal zu träumen wagen. schaut man sich mitbestimmungsmodelle herkömmlicher bauart an, so zeigt ein vergleich in wien/österreich folgendes: wahl zur österreichischen hochschülerschaft (da gehts um wesentlich mehr politischen einfluss als bei den netzkultur-125.000,-- euro): wahlbeteiligung 25-30% wahl der interessensgemeinschaft freie theater wien (die konnten bis vor kurzem noch 2 repräsentanten in die auswahljury der theaterfördertöpfe entsenden): wahlbeteiligung zwischen 5% und messbarkeitsgrenze. österreichische bundeswahl (budgetvolumen: zig milliarden): zw. 65-70 % erreicht mit erheblichem propagandistischen aufwand.

in old germany (bin auch "piefke") sind die verhältnisse vermutlich ganz ähnlich.

lg

christoph

- wechselstrom -
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