Lieber Michael Schuerig,

es ist mir bisher nicht gelungen nachzuvollziehen, wie man sich an so einer Randbemerkung "nicht _der_ db-crack" dermaßen aufhängen kann. Zumal es sich, Deiner eigenen Aussage nach, lediglich um einen "Eindruck" handelt.

Aber zurück zum eigentlichen Thema: Rails und Datenbankwissen.

Daß jemand, der sich mit Rails beschäftigt, nicht notwendigerweise ein tiefes Wissen von DBMSsen benötigt, um eine Anwendung zu schreiben, liegt in der Natur von Rails selbst begründet. Die Entwickler von Rails haben offensichtlich sehr großen Wert darauf legen und gelegt, daß das OR-Mapping so gut es geht db-agnostisch sein soll.

Manchmal geht's eben, vielleicht weil's eine Legacy-Anwendung ist, oder aus Effizienzgründen, dann doch nicht so agnostisch und dann kann es notwendig werden, etwas tiefer in das Datenbanksystem reinzugehen.

Aber ... der Rails-Normalfall ist das nicht. Der Rails-Normalfall sollte in einer Anwendung bestehen, die problemlos auf den meisten Datenbanken läuft oder auf die meisten Datenbanken migriert werden kann, für die AR Schnittstellen anbietet.

In den weitaus meisten Fällen braucht man den Datenbank-Blaumann nicht anzuziehen um in den DB-Maschinenraum zu gehen, sondern kann wirklich sehr schön agnostisch arbeiten.

Insofern verstehe ich Deine Kritik überhaupt nicht. Eine gute Rails-Anwendung ist db-agnostisch und verlangt kein tiefergehendes Datenbankwissen. Fertig!

Wie tief sich jemand mit DBMSsen beschäftigt hängt doch ganz allein von der Aufgabenstellung ab. Und wenn die Aufgabenstellung kein eingehendes Datenbankwissen erfordert, dann ist es schlichtweg _für diese spezifische Aufgabenstellung_ überflüssig.

Und das gilt nicht nur für Rails. Wenn jemand unter Java Hibernate verwendet, dann verwendet er es nicht zuletzt auch mit dem Anspruch agnostisch zu bleiben und keine DBMS-spezifische Anwendung zu schreiben.

Und, damit schließt sich der Kreis wieder: "Im Rails-Umfeld habe ich diese Bemerkung über das eigene Datenbankenwissen schon überraschend oft gehört". Die Aussage "nicht _der_ db-crack" ist mir auch bei Java-Entwicklern schon begegnet. Selbst in .net-Kreisen sollen sich schon Entwickler zu dieser Aussage haben verleiten lassen.

Ich vermute, aber das kann ich selbstverständlich nicht statistisch belegen, daß ein Großteil _aller_ Entwickler - und nicht nur der Rails-Entwickler - sich nur dann eingehender mit dem DBMS beschäftigen, wenn es ihnen notwendig erscheint.

Viele Grüße

Michael Kastner

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