On 11.04.2009, at 18:21, Roland Moriz wrote:

Klar, das Endprodukt zählt. Aber die Anforderungen müssen doch in irgend einer, wenn auch kurzen und informellen Form, festgehalten werden. Dafür könnte Cucumber doch ein recht pragmatischer Weg sein wenn man den Kunden mit ins Boot zieht. Ausserdem keine "toten Dokumente" die keiner mehr liest sobald man loslegt.

Tote Dokumente sind immer ein grosses Problem, von grossen Spezifikationen bin ich auch kein Fan. Die sind schon ueberholt, wenn man ueberhaupt anfaengt Code zu schreiben. Von daher bevorzuge ich Tools wie Pivotal Tracker, die das Story-Denken foerdern unabhaengig vom Tool was letztenendes fuer Akeptanztests verwendet wird.

Hat man das intus, ist Schritt 2 der Push in Richtung Cucumber nur natuerlich. Wenn man das hinkriegt, top, aber ich denke, ein gewisser Gap zwischen Kunden-Szenarios und tatsaechlich notwendigen Szenarios wird immer bestehen.

Wenn man ausschliessslich pro Stunde abrechnet, kann einem zwar eine "Auf Zuruf"-Spezifikation zunächst einmal egal sein. Spätestens wenn dann aber das Kundenbudget erschöpft und das Resultat nicht seinen Wünschen entspricht, kommen die Probleme: Man ist den Kunden los und trägt ggf. einen schlechten Ruf davon (oder imho schlimmer: "die Technologie (Rails) war schuld")

Ich denke dass das aber auch ein Problem ist, wie man mit dem Kunden die Dinge von Anfang an plant und angeht. Es ist einfach der klassische Kampf zwischen time-boxed/iterativ und festen Anforderungen bzw. End-to-end-Entwicklung in vorgegebenem Budget bzw. Zeitrahmen.

Es ist eher die Frage welche Argumente man seinen Kunden anbringt, um eher Qualitaetsgetrieben zu arbeiten (und damit iterativ, was auch mit festen Budgets gut vereinbar ist wenn man's richtig anstellt). Welche Tools man dafuer verwendet, so meine Ansicht, sollte dem Kunden egal sein. Ich persoenlich habe es noch nicht erlebt, dass es jemand auf die Technologie schob. Die ist eh nie das Problem, aber das ist ein ganz anderes Thema.

Wenn "wir" also den Anspruch haben technisch bessere Wege (TDD/BDD, agil (Scrum, XP, usw)) zu gehen als bisher im Marktsegment üblich, so sollten wir doch auch versuchen im Bereich der Projektspezifikation mit unseren Kunden professionellere Wege zu gehen? oder?

Wie bereits gesagt denke ich, dass das einfach unabhaengig von den verwendeten Tools ist. Man wird nicht umhin kommen, Details aktiv und detailliert mit dem Kunden durch zu gehen. Sprint-Meetings finde ich dafuer ideal. Die dauern lange und sind ermuedend, aber dafuer ist einfach das gemeinsame Ziel, die Details so tiefgehend wie noetig und moeglich zu spezifizieren und in Storys zu packen, so dass am Ende jedem klar sein sollte, was zu tun ist.

Selbst wenn man pro Stunde abrechnet, sollte man diesen Weg gehen, ich nehm das Wort professionell nicht gern in den Mund, aber so oder so waere es genau das, mit dem Kunden die Dinge vorher detailliert durchzusprechen.

Ich denke einfach nicht, dass sich diese Probleme mit Tools loesen lassen, sie koennen allerdings einen kleinen Teil dazu beitragen. Mag bloed klingen, aber miteinander reden loest die Probleme noch am besten, so offen wie moeglich und so oft wie noetig, gerade um oben erwaehnte Gaps zu schliessen.

Ich bitte die philosophisch langen Ausfuehrungen zu entschuldigen. Das sind einfach meine Erfahrungen mit dem Thema, wenn jemand andere hat, ich lass mich gern eines besseren belehren.

Cheers, Mathias
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