Mathias Meyer schrieb:
Es ist eher die Frage welche Argumente man seinen Kunden anbringt, um
eher Qualitaetsgetrieben zu arbeiten (und damit iterativ, was auch mit
festen Budgets gut vereinbar ist wenn man's richtig anstellt).
...das klassische billig/schnell/pfuschig ("Lo-Fi") gegen
qualitativ/nachhaltig/preiswert ("Hi-Fi") oder was man dafür hält.
Manchmal habe ich den Eindruck, dass wir mit Rails in Deutschland
irgendwo zwischen PHP- (oft ein Bsp. für "Lo-Fi") und J2EE-Projekten
(für "Hi-Fi") verloren gehen weil der Qualitätsanspruch bei
Webanwendungen in .de - imho, ymmv! - nicht besonders hoch zu sein
scheint. Großkonzerne und Bestandsprojekte mit Tiefgang einmal ausgenommen.
Wenn "wir" also den Anspruch haben technisch bessere Wege (TDD/BDD,
agil (Scrum, XP, usw)) zu gehen als bisher im Marktsegment üblich, so
sollten wir doch auch versuchen im Bereich der Projektspezifikation
mit unseren Kunden professionellere Wege zu gehen? oder?
...
Ich denke einfach nicht, dass sich diese Probleme mit Tools loesen
lassen, sie koennen allerdings einen kleinen Teil dazu beitragen. Mag
bloed klingen, aber miteinander reden loest die Probleme noch am besten,
so offen wie moeglich und so oft wie noetig, gerade um oben erwaehnte
Gaps zu schliessen.
Das stimmt und gehört dazu, hat den Nachteil (falls ausschliesslich nur
geredet wird) das einer das Besprochene zu Papier/Datei bringen und
abzeichnen lassen muss falls es die andere Seite später "vergessen"
sollte bzw. für Teammitglieder die nicht dabei sein können.
Dieser Aufwand bleibt üblicherweise beim Dienstleister hängen und ist im
"Kleinkundensegment" oft schwer bis überhaupt nicht abzurechnen.
Manchmal bekomme ich von Personen (oft mit namhaften IT/Startup
Hintergrund) Anfragen ala "Was verlangt Ihr um xy.com nachzubauen?". Das
ist auch bei einer Nachfrage die einzige "Spezifikation" die die Person
hat und darauf von mir eine sinnvolle Antwort bzw ein detailliertes
Angebot haben möchte.
Da fällt es mir ernsthaft schwer eine Antwort zu verfassen.
Geht man also bei so einer Anfrage davon aus, dass der Kunde einem nicht
für das Ausarbeiten einer Spezfikation bezahlen kann/möchte, so könnte
man Ihm zumindest sagen "spezifiere es möglichst in diesem
cucumber-format - und melde Dich dann damit noch einmal".
Die vielleicht 10% die das dann wirklich machen werden Kunden weil sie
ernsthaftes Interesse haben. Vielleicht bin ich da auch naiv und solche
Anfragen sind zu 100% "Junk".
Im Übrigen mag ich den Pivotal Tracker intern auch sehr, allerdings
nehme ich an, dass Kunden mit so einer Anwendung bei der
Initialspezifikation mehr "Probleme" haben, als mit simplen Textdateien
(Auch wenn der Vergleich beider dramatisch hinkt, ich weiss).
Ich bitte die philosophisch langen Ausfuehrungen zu entschuldigen.
Im Gegenteil - ich finde es prima sich auch über solche Dinge
unterhalten zu können. International (ok, USA-lastig) gibt es dafür eine
rails-business Mailingliste auf Google - vielleicht wäre sowas auch für
uns in .de sinnvoll?
Grüße,
Roland
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