On Thursday 20 August 2015, Stephan Wolff wrote: > http://www.openstreetmap.org/#map=13/54.3349/9.4072
Dort ist das eigentlich relativ einfach, denn die meisten natürlichen Wasserläufe sind hier kaum begradigt, so dass man sie gut an der Form erkennen kann. Schwieriger ist hier für den Mapper ohne Ortskenntnis eher die Richtung. > > > Die Bezugnahme auf die Vergangenheit vor den menschlichen > > Eingriffen ist natürlich im Sinne der Überprüfbarkeit etwas heikel. > > Das macht die Unterscheidung aber noch nicht generell sinnlos. > > Der historische Ansatz passt nicht zu OSM. In OSM wird generell der > aktuelle Zustand erfasst. Das Problem ist hier nicht die Erfassung historischer Zustände, sondern die Bewertung der Gegenwart aufgrund von Erkenntnissen über die Vergangenheit. Das ist an sich ein ganz normaler Vorgang, ein anderes Beispiel hierfür wäre die Erfassung geologischer Phänomene (was in OSM recht unüblich ist aber ohne Zweifel möglich). Hier werden in der Gegenwart beobachtbare Phänomene aufgrund von Wissen über ihre Entstehung eingeordnet. Das ist bei Gewässern nicht so viel anders. > > > Wer die ganze Unterscheidung komplett abschaffen > > möchte sollte bedenken, dass dies den Nutzen der Daten insbesondere > > in wasserbaulich stark erschlossenen Gebieten enorm einschränken > > würde. > > Welche Anwendungen braucht die Unterscheidung nach der Entstehung des > Gewässers? Alle Anwendungen, bei denen in irgendeiner Form eine Analyse der Struktur des Gewässernetzwerkes stattfindet. Der zentrale Punkt ist, dass natürliche Fließgewässer generell den steilsten Weg bergab fließen. Dies in Kombination mit der Kontinuitätsbedingung (also dass Wasser nirgendwo einfach so auftaucht oder verschwindet) ist die wichtigste Rahmenbedingung dafür wie sich das Wasser natürlicherweise auf der Erdoberfläche bewegt. Man kann auf Grundlage dieser Regeln und der elementaren Geometrien der Wasserläufe im Grunde sehr viele zusätzliche Informationen herleiten, ohne dass man sie aufwändig in der Natur messen muss. Für künstliche Wasserläufe gilt beides nicht (Kontinuität im engeren Sinne natürlich schon, jedoch nicht nach außen wenn man Tunnel und Druckstollen mit einbezieht). Wenn man künstlichen Wasserfluss mit in eine solche Analyse einbeziehen möchte, bräuchte man hierfür eine Menge Daten über die Struktur der künstlichen Gewässer und die Eigenschaften und den Betrieb wasserbaulicher Einrichtungen die zum größten Teil OSM nicht zugänglich sind. Der einzig praktikable Weg ist also die künstlichen Strukturen aus solchen Analysen weitestgehend herauszunehmen und das kann man natürlich nur dann, wenn man sie in den Daten von den natürlichen unterscheiden kann. Natürlich erzeugt eine solche Vorgehensweise zusätzliche Fehler, denn man vernachlässigt ja die künstlichen Strukturen, jedoch sind ungenaue Informationen meist immer noch besser als gar keine Informationen. -- Christoph Hormann http://www.imagico.de/ _______________________________________________ Talk-de mailing list [email protected] https://lists.openstreetmap.org/listinfo/talk-de

