On Fri, 2 Jan 2009, Frederik Ramm wrote:
Für die Karte mag das stimmen, aber für die Datenbasis ist es nicht verzichtbar. Statt also jedesmal dagegen zu argumentieren sollte man es vernünftig umsetzen. Es kommt auch so, aber mit mehr Problemen.Du behauptest, dass es (=Richtungen an Ways) nicht verzichtbar sei, lieferst aber keine Gruende dafuer. Ich bin nicht ueberzeugt. Vom "haben wir immer so gemacht"-Faktor abgesehen, koennte man eine Einbahnstrasse ganz prima durch eine Relation abbilden ("Strasse S ist Einbahnstrasse von Node A bis Node B").
Sicher. Das kann das gleiche leisten. Nur hast Du jetzt für ein einfaches geometrisches Problem gleich eine zweite Datenstruktur eingeführt. Und dass es schwieriger ist, zwei Datenstrukturen parallel auf dem gleichen Stand zu halten, ist wohl unstrittig. Der Aufwand für die Editoren liegt hier ein Vielfaches über dem zur Richtungsabhängigkeit von Wegen. Und die Fehlerquote durch Skripte und einfachere Editoren würde enorm sein.
Und wo der Vorteil davon liegen soll weginterne Informationen an die Relation durchzureichen konnte mir noch keiner erklären. Jedem, der dass in einer Klassenhierarchie in Software versuchen sollte würde ich aber ganz schön den Marsch blasen.
Ein Weg hat implizit eine Richtung. Aus welchem Grund willst Du diese zugunsten von komplizierten Regelungen aufgeben? Nur weil es auf der Karte nicht sichtbar ist? Ich denke "Wir mappen nicht für Renderer".
Himmelsrichtungsorientierte Angaben sind nicht brauchbar. Die lokale Geometrie arbeitet nun mal im Normallfall links/rechts und der Wechsel von lokal auf global ist immer schwer bis unmöglich. Wenn Du lokal auf der Erde noch eine Karte machen kannst, ist die Beschreibung der Erde aus Sicht des Mars schon ein ganzes Stück schwerer. Genauso kann ich für jede nicht-lokale Angabe, die Du vorschlägst immer eine (kurze) Straße zeichnen, die damit nicht abgebildet werden kann.Auch das kann ich nicht akzeptieren. Wir haben uns, obwohl das "lokal" völlig unnötig wäre, darauf festgelegt, alles schön in WGS84-Koordinaten (also "absolut") aufzuschreiben. Wenn an einer Strassenkreuzung ein Briefkasten steht, dann speichern wir die Koordinaten des Briefkastens separat, und nicht "Rechts der A-Strasse an der Kreuzung mit der B-Strasse steht ein Briefkasten 3m vom Bordstein entfernt". Letzteres waere aber die logische Konsequenz Deiner Argumentation.
Das wäre die zweite Alternative: Massenweise parallele Wege für jede der Einzelinformationen. Auch hier stellt sich wieder die Frage: Warum so umständlich, wenn es auch einfacher geht (mal davon abgesehen, dass Du einige Fälle damit nicht abdecken kannst, z.B. die Einbahnstraße).
P.S. Übrigens ist das genau die Art, wie ich Briefkästen aufnehme: Ich setze einen Punkt auf der Straße und sage "Briefkasten links/rechts" ins Mikro. Der Mensch denkt selten in Himmelsrichtugen, sondern in Begriffen wie vorn/hinten/links/rechts. Dort wo es sinnvoll ist, sollte auch der OSM-Datenbestand für solche Angaben spezifiziert sein.
Wenn Du TagWatch mal anschaust, wirst Du sehen, dass links und rechts wirklich sehr sehr häufig genutzt werden. Alle, die gegen eine Standardisierung sprechen werden das nicht ändern können. Eine Standardisierung würde allerdings den Vorteil haben, dass man den Wildwuchs eindämmen könnte.
Sachen wie coastlines und oneway wieder aus der Welt zu schaffen ist aus meiner Sicht sowieso utopisch.
Ciao -- http://www.dstoecker.eu/ (PGP key available)
_______________________________________________ Talk-de mailing list [email protected] http://lists.openstreetmap.org/listinfo/talk-de

