>> On 08/16/2010 08:58 AM, Willi wrote:

>> Je nach Situation zeichne ich auch landuse bis an die Straßenlinie
>> und verwende deren Knoten. Denn die Straße ist ja keine Linie sondern
>> eine Fläche (Band), das in OSM durch die gedachte Mittellinie und eine
>> explizit oder vom Renderer standarmäßig angenommene Breite (width)
>> repräsentiert wird. Und somit endet landuse für mich in der Regel am 
>> Straßenrand.

> On  Montag, 16. August 2010 14:34  Hartmut Holzgraefe  wrote

> wenn Du landuse Flächen auf beiden Seiten der Straße so mit gemeinsamen
> Nodes anbindest bekommst Du damit aber auch eine "die Flächen grenzen
> direkt aneinander" Beziehung die eben genau *nicht* die Wirklichkeit
> abbildet, denn die Flächen berühren sich ja gerade wegen der dazwischen
> verlaufenden Straße *nicht*.

> (von den praktischen Problemen bei der nachträglichen Bearbeitung 
> solcher Konstrukte mal ganz abgesehen ...)

Ich denke, ich habe mich nicht klar ausgedrückt. Ich versuch's nochmal. Jede 
Abbildung auch ein Foto oder ein Video kann die Wirklichkeit prinzipiell nicht 
genau wiedergeben sondern ist stets eine Vereinfachung. Dies ist meist auch 
gewünscht: für den Zweck der Abbildung wichtige Dinge werden beibehalten oder 
gar verstärkt, unwichtige geschwächt oder gar weggelassen. Das ist auch in der 
OSM Datenbank so. Eine Straße wird als Linie dargestellt und die Breite dazu 
explizit mit width= angegeben oder vom Renderer angenommen, obwohl in 
Wirklichkeit eine bandförmige Fläche ist. Wenn ich jetzt landuse von beiden 
Seiten an diese Linie anbinde, dann wird damit ausgedrückt, dass die Flächen 
bis zur Straße, also bis zu den Straßenrändern gehen und die Straße dazwischen 
liegt, und nicht dass die Flächen bis zur Straßenmitte gehen. Bei Wäldern, 
Feldern und Wiesen kann das immer so gesehen werden. Bei residential könnte man 
auch sagen, die halbe Straße gehört dazu. 

Es gibt weitere Beispiele wo die Darstellung in der Datenbank die Wirklichkeit 
nicht genau abbildet, aber klar ist wie die Abbildung zu verstehen ist. Wenn 
ich einen Knoten der Straße mit highway=zebra_crossing versehe, dann habe ich 
genau genommen nur einen kleinen Punkt mitten auf der Straße als Zebrastreifen 
deklariert. Dies ist aber so zu verstehen, dass der Zebrastreifen von einem zum 
anderen Straßenrand geht. Wenn ich eine Straße durch einen Wald zeichne, dann 
muss ich den Wald nicht teilen, da im Normalfall auf der Straße keine Bäume 
stehen und dies deshalb als gegeben angesehen wird. Wenn ich eine Straße über 
einen Fluss zeichne, dann habe ich damit bereits ausgedrückt, dass die Straße 
den Fluss überquert. Eine Brücke kann ich dann zeichnen wenn ich ihre 
Widerlager ausgemessen habe, muss es aber nicht, da dies der Normalfall ist, 
auch wenn Keepright hier anderer Meinung ist. Anders ist es natürlich wenn die 
Straße in einem Tunnel den Fluss unterquert.

Ob die Darstellung mit gemeinsamen Knoten und Linien oder die mit getrennten 
Knoten und Linien geeigneter und bei der späteren Bearbeitung aufwendiger ist 
hängt von der Situation, der Arbeitsweise, dem Editor und den durchzuführenden 
Änderungen ab. Wird zum Beispiel eine zweispurige Straße durch Wegnahme von 
Fläche der anliegenden Wälder, Felder und Wiesen vierspurig ausgebaut, so 
genügt bei gemeinsamen Linien die Angabe von lines=4 und von width wenn ich 
genauer sein will. Bei getrennten Linien muss ich diese verschieben. Will ich 
dagegen noch unkartierte oder neu gebaute Objekte wie Feldwege oder Radwege 
zwischen Straße und Wäldern, Feldern und Wiesen einzeichnen, dann muss ich bei 
gemeinsamen Linien aufdröseln, bei getrennten Linien in korrekter Lage die 
Objekte jedoch nur dazwischen zeichnen. Deswegen wähle ich je nach Situation 
die Methode, die mir momentan und für zukünftige Änderungen geeigneter scheint. 
Irrtum vorbehalten ;-) 

Viel Spass beim Kartieren
Willi



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