On Sat, Oct 30, 2010 at 02:49:33AM +0200, Jonas Stein wrote: > > Wie können wir zu eindeutigen Definitionen der Tags kommen? > > > > Mögliche Ansätze und Probleme: > > > > Abwarten, welche Interpretation sich durchsetzt (Anarchie) > > "Individual mappers have every right to tag things differently from what is > stated in the Wiki" [1] > > Das bedeutet mit anderen Worten der Autor des Wikiartikels > wuenscht Anarchie.
Das ist keine Anarchie. Das ist ein bei OSM seit Jahren bewährtes Verfahren. Es wirkt manchmal frustrierend, gerade auf Neueinsteiger. Aber es funktioniert. Langfristig setzt sich so nämlich die Mehrheit der an einem Thema interessierten durch. Wenn man meint, dass eine bestimmte Sichtweise richtig ist, dann muss man das nicht in einem speziellen (selbsternannten) Gremium durchsetzen. Stattdessen muss man die Leute überzeugen, die die eigentliche Arbeit machen. Das ist am Anfang bei einer neuen Idee schwierig, wird aber mit jedem weitern Mapper einfacher und irgendwann kippt die generelle Meinung und die Meisten sind zufrieden mit dem neuen Tag oder einer neuen Sichtweise. Wenn man ein spezielles Gremium hat, dann gibt es zwei mögliche Folgen: Entweder hat es nicht die Macht, etwas durchzusetzen. Dann wird es ignoriert. Oder es hat diese Macht, dann werden sich alle Mapper, die der Meinung des Gremiums nicht zustimmen, von OSM abwenden. OSM verwendet schon das richtige Verfahren. Sonst wäre das Projekt nicht so weit gekommen. Ein Problem haben damit vor allem die Leute, die versuchen, die Welt, die nunmal sehr komplex ist, in ein simples Schema zu pressen. Aber bei OSM geht es nicht darum ein theoretisches Schema zu entwerfen, es geht darum, etwas praktisch nutzbares zu entwickeln. Letztlich muss sich jedes Tagging-Schema daran messen, was praktisch damit erreichbar ist, also z.B. ob damit passende Karten generiert werden können und ob man darauf routen kann. Das ist es, was OSM auch nicht zum kompletten Durcheinander werden läßt, weil die persönliche Meinung der verschiedenen Mapper wichtig ist, aber eben nicht das einzige. Es ist ein gewisser Druck da, sich zu einigen, weil sonst die Daten nicht nützlich sind. Andersherum heißt das auch, dass es eigentlich keine Rolle spielt, wenn man sich nicht einigt, solange keiner die Daten nutzt. Die Endlos-Diskussionen entstehen eigentlich meistens an irgendwelchen Nebenkriegsschauplätzen, wo keiner die Daten wirklich nutzt. Das sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass bei den meisten Tags eigentlich Einigkeit herrscht. Letztlich wird es aber immer darauf hinauslaufen, dass sich jemand die Mühe macht, Entscheidungen und Nicht-Entscheidungen im Wiki zu dokumentieren. Wenns eine Diskussion gibt, die zu keiner Entscheidung geführt hat, dann sollte jemand diese Diskussion im Wiki zusammenfassen. Dann kann sich jeder Mapper ein Bild davon machen und für sich entscheiden. Genauso gilt das, wenn es eine Entscheidung gab. Das ist nämlich eigentlich nichts anderes, weil sich an der Diskussion ja nur wenige beteiligt haben und die Entscheidung daher nicht bindend sein kann. Ich sehe als nicht, dass wir am System etwas ändern müssen. Aber es gibt sicher viel, was wir an Details verbessern können. Ich habe z.B. mit Taginfo versucht, ein System zu schaffen, wo man besser *sehen* kann, was wer so mit Tags macht. Das System kann und will keine Entscheidungen treffen, aber es kann helfen, zu erkennen, welche Tags wo und in welchem Zusammenhang verwendet werden. Aber das ist natürlich nur ein kleines Puzzleteil, insbesondere erfasst es nicht so gut die verschiedenen Bedeutungen, die ein Tag oder eine Tagkombination haben kann. Jochen -- Jochen Topf [email protected] http://www.remote.org/jochen/ +49-721-388298 _______________________________________________ Talk-de mailing list [email protected] http://lists.openstreetmap.org/listinfo/talk-de

