Hallo, On Wed, Apr 20, 2011 at 10:06:38AM +0200, Jochen Topf wrote: > Warum sollte das ein Test sein? Ist es wirklich so unwahrscheinlich, dass > jemand gegen die Lizenz ist? Sind wir alle schon so gleichgeschaltet, dass > das nicht mehr passieren darf? > > Warum ich gegen die Lizenz bin: > > Die ganze Lizenzgeschichte ist meines Erachtens von Anfang an falsch > gehandhabt > worden. Nie gab es eine ergebnisoffene Diskussion, was wir eigentlich wollen. > Stattdessen hat man sich sehr früh auf eine Lösung eingeschossen. Die hat viel > Kritik hervorgerufen und wurde dann von einigen Leuten konsequent Schritt für > Schritt verbessert. Ich anerkenne ausdrücklich diese Arbeit einiger weniger, > die aus dem Ansatz alles herausgeholt haben, was herauszuholen war. > > Wenn man ein Problem hat, dann überlegt man sich Lösungen. Die haben auch > wieder ihre eigenen Probleme usw. Irgendwann muss man einen Schritt > zurückgehen > und anschauen, was man an Optionen hat. Und wenn die Probleme der > vorgeschlagenen Lösung, die ursprünglichen Probleme überwiegen, dann darf man > die vorgeschlagene Lösung nicht wählen. > > Und das ist der Knackpunkt hier. Die vorgeschlagene Lösung ist eine Unmenge > Juristenenglisch, schon die "Contributor Terms" sind unlesbar, einem offenen > Projekt nicht würdig. Geschweigedenn der Lizenzverhau. Ich habe schon viele > Vorträge über OSM gehalten und schon vielen Leuten die alte Lizenz erklären > müssen. Das war schwierig genug. Die neue versteht keiner mehr. Vor allem da > ganz zentrale Fragen, wie die Unterscheidung zwischen Datenbank und > produziertem Werk offenbar auch den Machern der Lizenz nicht so ganz klar > sind.
Danke fuer die ausfuehrliche Zusammenfassung - Vieles davon spricht mir aus der Seele. Die neue Lizenz versucht Dinge zu fixen die esoterisch oder theoretischer Natur sind. Auch die GPL passt nicht in die Deutsche Rechtsprechnung - nichtsdestotrotz hat sie vor Deutschen Gerichten bestand weil eben "Im Geiste der Lizenz" dann entschieden wird. Die Lizenz versucht dinge/daten mehr zu beschuetzen als es die alte Lizenz getan hat - Warum eigentlich? Gibt es hier Leute die Angst davor haben das jemand irgendetwas mit den Daten macht? Vielleicht etwas an das wir bisher nicht gedacht haben? In meinen Augen habe ich genau DESHALB bei OSM mitgemacht - damit jeder (Und ich schliesse hier auch Google und den grossen kommerz ein) vernuenftige, richtige, ausfuehrliche und aktuelle Kartendaten hat. Was hilft wenn OSM zwar gute Kartendaten hat aber 95% der User bei Google gucken und doch alte und kaputte Daten sehen? Das hämische Grinsen der OSMer hilft der Menschheit auch nicht weiter. Ich glaube das dieserlei Protektionismus genau das Gegenteil von dem bewirkt was _ich_ wollte. Die OSM Daten werden juristisch komplizierter zu nutzen und das wird Google dazu veranlassen den Mapmaker weiter zu pushen anstatt gleich die OSM Daten zu nehmen. Ich werde wohl dem OSM Projekt den Rücken kehren wenn denn hier so weiter agiert wird. Ich wuerde gerne weiter dazu beitragen moeglichst detailierte und multifunktionale Kartendaten zu erheben, aber ich lasse mich nicht zu irgendeiner Lizenz zwingen die ich nicht moechte und die ich für den falschen Weg halte. Und ja - Es ist Zwang - Die unendlichen Mails die man bekommt warum man denn nicht zustimmt und man ja dann dafür verantwortlich sei das die ganzen Daten verschwinden etc etc. Ja - ich habe vermutlich ein ganzes Mannjahr und viel Geld verschenkt Daten in Ostwestfalen zu erheben die nun gelöscht werden. Wenn das Projekt (Wer ist das eigentlich?) entscheidet das diese Daten nun gelöscht werden weil man darauf verzichten kann dann sei es eben so. Ich finde es traurig das mit den contributions der User so umgegangen wird. Beim naechsten mal wenn man sich denn engagiert sollte man sich eben ein Projekt suchen das das eigene Engagement zu schaetzen weiss. Ich denke das dieser Lizenzwechsel keinesfalls nötig oder zwangsläufig ist auch wenn das häufig propagiert wird. Flo PS: http://hdyc.neis-one.org/?flohoff -- Florian Lohoff [email protected] „Für eine ausgewogene Energiepolitik über das Jahr 2020 hinaus ist die Nutzung von Atomenergie eine Brückentechnologie und unverzichtbar. Ein Ausstieg in zehn Jahren, wie noch unter der rot-grünen Regierung beschlossen, kommt für die nationale Energieversorgung zu abrupt.“ Angela Merkel CDU 30.8.2009
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