Am 21.04.2011 09:59, schrieb Frederik Ramm:
Hallo Kai,

On 04/21/11 04:23, Kai Krueger wrote:
Mit ODbL muss ich nun mir ueberlegen ist es ein "Produced Work" oder
nicht?

Wenn es eine Datenbank ist, ist es eine Datenbank, und ansonsten ist es
ein "Produced Work". Es gibt in der Tat ein paar Dinge, bei denen das
nicht so klar ist (z.B. Garmin-Vektorkarte), aber in den allermeisten
Faellen ist es klar.

Gerade die allermeisten OSM Anwendungsfälle sind aktuell Garminkarten, der Satz beinhaltet dadurch eine gewisse Komik ;-)

In den Faellen, in denen es nicht klar ist, hat die OSMF und damit die
Community in Zukunft die Moeglichkeit einer verbindlichen Auslegung,
d.h. wir koennen sagen: Das und das betrachten wir als Produced Work,
und dann gilt das auch. Im Gegensatz zu jetzt, wo es auch staendig die
Frage gibt, "ist das hier ein Sammelwerk oder ein abgeleitetes Werk?",
und wir koennen darauf eben *keine* verbindliche Antwort geben.

Und hier wird es dann interessant ...

Beim Lizenz- / Vertragswechsel geht es damit - unter anderem - darum, daß in Zukunft einige wenige bestimmen können wie die rechtlichen Bereiche bei OSM zu funktionieren haben, das sie dabei im Rahmen bleiben müssen und nicht machen können was sie wollen ist klar. Ob das jetzt ein notwendiges Übel des "Vertragskonstruktes" oder gewünschter Effekt ist kann ich nicht beurteilen.

Das "wir koennen sagen" bedeutet andersherum formuliert: "Wir von der OSMF sagen wie die Sache läuft und alle anderen Mapper können sagen was sie wollen". Es geht hier letztlich also um Kontrolle der OSMF über die Daten, das widerspricht nebenbei bemerkt direkt den eigenen Erklärungen der OSMF: "The OpenStreetMap Foundation is an international non-profit organisation supporting but not controlling the project." [1]

Man kann sich seine eigene Meinung dazu jetzt irgendwo zwischen "Da können uns Spinner und Querulanten Gottseidank nicht mehr dazwischenfunken" und "Machtkonzentration hat auf die Dauer immer schon in die Scheiße geführt" einsortieren.

Wenn ich jetzt noch darauf hinweise, daß Teleatlas und Navteq jeweils für mehrere Milliarden Euro den Besitzer gewechselt haben, eine "feindliche Übernahme" der OSMF daher nun auch nicht völlig abwegig ist, bin ich natürlich ein Verschwörungstheoretiker.

Wie die Entscheidungen der OSMF in fünf Jahren aussehen werden weiß aber heute kein Mensch ...

Gruß, ULFL

P.S: Mal davon abgesehen, daß eine *verbindliche* Antwort in rechtlichen Fragen (aka "Rechtssicherheit") letztlich nur ein Richter geben kann, alles andere ist bestenfalls eine Vermutung. Das diese Aussagen von dir und anderen häufiger wiederholt werden macht sie auch nicht richtiger.

[1] http://www.osmfoundation.org/wiki/Main_Page

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