Hallo,
On 12/20/11 08:38, [email protected] wrote:
zu 1.) Dies muss ernsthaft angegangen und Lösungen gefunden werden.
Anderenfalls besteht die Gefahr, dass jede Region ein „Regelwerk“ für
sich aufstellt.
Aber waere das denn *so* schlimm?
Sieh es doch mal aus der weltweiten Perspektive. Kann und soll man denn
in allen Punkten alle Menschen/Mapper auf der Welt gleichschalten?
Wuerde das nicht unglaublich viel Abstimmungsaufwand bedeuten und am
Ende in einem Konstrukt muenden, das doch fuer viele nicht passt?
Um nur ein Beispiel zu nennen: OpenStreetMap ist nicht ueberall gleich
weit. Es gibt Regionen, da wird noch nach "Standards" gemappt, die uns
hier heute schlicht nicht mehr gut genug waeren, aber man ist froh, dass
dort ueberhaupt mal was in Gang kommt.
In meinen Augen ist es eine reflexartige und unueberlegte Forderung,
dass ueberall auf der Welt - oder allein schon ueberall in Deutschland -
nach den gleichen festen Regeln gemappt werden moege.
Zitat aus dem OSM-Forum: „...vielleicht gibt es bei dir
ja auch einen Stammtisch oder eine lokale Mailingliste, dann könntest du
da noch mal nachfragen, wie andere das in deiner Gegend evtl. gelöst
haben.“.
Ja, das ist doch super. Das allerwichtigste ist doch, dass die Leute
einen Bezug zu ihrer Arbeit bekommen, sich fuer das "zustaendig"
fuehlen, was sie bei sich vor Ort machen - nicht, dass sie einen zentral
erstellten Katalog abarbeiten.
Die OSM Wiki ist übersät mit schwammigen Formulierungen wie „...und
sollte gemieden werden...“ oder „...es wird empfohlen...“.
Ja, denn OSM ist damit gross geworden, dass eben kein einheitlicher Stil
zentral vorgegeben wurde. Das ganze komplizierte Taggingschema, das Du
heute siehst, ist *nicht* in einem Gremium diskutiert und verabschiedet
worden, sondern evolutionaer entstanden, mit kleinen Verbesserungen, die
jemand mal ausprobiert, ohne sie vorher erstmal vom zentralen Taggingrat
beschliessen zu lassen.
Dann werden in den Wiki-Artikeln Vorschläge angesprochen, wie man
bestimmt Dinge zukünftig taggen könnte. Wie kann das sein? Für mich sind
das keine klaren Regeln, sondern Vorschläge die sehr viel Interpretation
zulassen und somit zu Problemen wie diese Diskussion führen.
Ja, wir sind hier auch bei OpenStreetMap und nicht in der Partei ;)
Wenn OSM eine Alternative zu Google Maps sein möchte, sollte man zu erst
ein allgemeingültiges Regelwerk aufbauen, welches möglichst wenig
Interpretation zulässt.
Wollen wir aber nicht. Wer Google Maps moechte, soll zu Google Maps
gehen; die Welt braucht kein zweites Google Maps.
Es spricht gar nichts dagegen, wenn jemand "seine" Regeln und
Empfehlungen aufschreibt. Viele tun das, in Form von Wiki-Artikeln,
Forumsbeitraegen, oder Tagging-Presets fuer den Editor. Wenn derjenige
ueberzeugend ist und seine Regeln Hand und Fuss haben, werden sie von
anderen aufgegriffen werden und weitergegeben. So bildet sich mit der
Zeit langsam ein Konsens heraus. Viel wird auch "mit den Fuessen
abgestimmt", man sieht auf Seiten wie taginfo.openstreetmap.org, was
benutzt wird und was nicht.
Dadurch, dass es kaum festen Regeln gibt, kann jemand auch mal
experimentieren oder sein eigenes Ding machen, ohne gleich gemassregelt
zu werden. Das ist gut und wichtig. Du unterschaetzt den immensen
Aufwand, den es bedeuten wuerde, feste Regeln aufzustellen, mit all den
Gremien und Ausnahmeregeln und Widerspruchsmoeglichkeiten und
Mediationsverfahren fuer Konfliktfaelle und und und. Da wollen wir gar
nicht hin,
Bye
Frederik
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