an der Erfassung von Arbeitszeiten ist nichts auszusetzen. Es geht
vielmehr um das 'WIE werden Arbeitszeiten erfasst'. Einfach mal so,
ohne das Wissen oder die Zustimmung der entsprechenden Mitarbeiter
oder Ihrer Vertreter, klammheimlich Logs vom Server zu ziehen und als
Arbeitszeiterfassung zu verwenden ist halt NICHT OK. Es gibt schon
Gründe warum der Gesetzgeber für dieses Thema ein Mitbestimmungsrecht
vorsieht.
Wo steht, das es klammheimlich passiert? Und wie schon in meiner letzten
Mail weise ich darauf hin, das die Login Daten so oder so gespeichert
werden. Wenn man nun einen Zentralen syslog Server besitzt, zieht man
auch klammheimlich diese Informationen ab. Es geht vielmehr um eine
Auswertung dieser Informationen. Ganz egal wer diese Informationen
bekommt. In meinem Fall geht das von den Angestellten aus, die einen
Beweiß ihrer Anwesenheit brauchen für bestimmte Fälle. z.B. Chef sagt
Arbeiter XY war nur 80% der Vertraglich gesicherten Zeit anwesend, der
Angesellte bestreitet dies aber und möchte nun genau wissen wie lange er
gearbeitet hat. Diese Situation ist nur entstanden, da es keine Stechuhr
gibt. z.B andere Mitarbeiter könnten das Problem haben, das Chef
behauptet, die Anzahl der geleisteten Überstunden stimmt nicht mit der
Realität. Hier könnte solch eine Auswertung ein Gerichtsverfahren
verhindern in dem es konkrete Fakten zur Verfügung stellt. Wenn ihr also
euren Datenschutz so hoch haltet, dann kann er euch auch den Job kosten.
Wenn also Angestellter XY gegen seine Entlassung klagt, muss Chef
beweisen das ein Bruch des Arbeitsvertrags vorliegt. Hier wird die
Auswertung dann wohl Richterlich beschlossen. So kann eine solche
Auswertung die Eskalation verhindern.
Wenn Dir bekannt würde das Du auf diversen schwarzen Listen auftauchst
weil Du mit 110% Arbeitszeit halt nur 10% nicht angeordnete und
unbezahlte Überstunden leistest und damit leider an der unteren Grenze
der restlichen Belegschaft liegst und diese Erfassung dann auch noch
ohne Dein Wissen stattfindet und somit noch nicht einmal von Dir
kontrollierbar ist, hast Du wahrscheinlich eine andere Einstellung zu
"ist doch wirklich nicht schlimm" oder "was daran schlecht ist, wenn
Arbeitszeiten aufgezeichnet werden".
Deshalb, es geht nicht um die eigentliche Erfassung (welcher Chef will
schon gerne freiwillig wissen was er zusätzlich an Überstunden
bezahlen muss) sondern um das Motiv und die Einhaltung der
entsprechenden Richtlinien.
Ich denke mal mit "Ich stehe momentan vor dem Problem, das ich die
Zeiten der Mitarbeiter erfassen soll. D.h. Wer war wann wo wie lange
angemeldet." hat sich darüber keiner Gedanken gemacht !!!
Und so was ist nun mal ein absolut heißes Eisen.
Ich nehme an, ihr als Admins seit wohl auch noch die
Datenschutzbeauftragten. Ist das der Fall, solltet ihr wissen das
Administration und Datenschutz nicht bei der selben Person zu liegen
haben. Meine Aufgabe ist die technische Umsetzung und nicht das
verhindern. Einfach eine Lösung für ein technisches Problem welches es
zu lösen gilt. Ich nehme ausserdem an, das jeder Mitarbeiter das Recht
hat, die Daten die er produziert hat, auch selbst einzusehen. Dazu
gehören auch Logindaten. Diese wird er dann schön mit dem
"Lösungsansatz" auswerten können.
Übrigens, es steht mir als Arbeitnehmer jederzeit frei meine
Arbeitszeiten zu dokumentieren und somit anzuzeigen. Dies gilt
uneingeschränkt auch für die Gastronomie. Das Du wahrscheinlich nicht
lange dort arbeitest wenn Du dies tust oder etwa pünktlich gehst zeigt
nur das es hier eigentlich nicht um die 'Erfassung' von Arbeitszeit
geht!!!
Gruß,
Klaus
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