Martin Schmitt schrieb:
Die Gemeinsamkeit zwischen "automatischer Zeiterfassung aufgrund eines
willkürlich gewählten Kriteriums" und "Stechuhr" will sich mir nicht
erschließen.
Hat auch nichts miteinander zu tun.
Zum einen ist es bei mir so, daß die Zeit, die ich am Rechner verbringe,
speziell an den Rändern nicht immer etwas mit der Arbeitszeit zu tun
hat. Ich komme um 9 Uhr, verschwinde zwei Stunden im Meeting und gehe
dann an den Rechner. Umgekehrt schreibe ich bei meiner Kundschaft auch
schonmal bis 18 Uhr auf, um danach noch bis 19 Uhr dumm rumzusurfen.
Du bist ja auch selbststaendig. Bitte verbessere mich, sollte dies nicht
der Fall sein :-) Bei abhaengig Beschaeftigten sieht alles anders aus.
Zum anderen müßte man sich ernsthaft fragen, welchen Schritt man nach
der Auswertung der Anmeldedaten als nächstes gehen will. Man könnte z.B.
erfassen, wie oft der Bildschirmschoner länger als 30 Minuten aktiv war.
Das wären dann ja auch ganz klar Pausen, die nicht zu bezahlen sind.
Bei uns in der Firma wurde Angestellten Arbeitszeit abgezogen, wenn
festgestellt wurde dass "uebermaessig" lange _privat_ telefoniert wurde.
Die Geschichte ging vor das Arbeitsgericht, und endete mit einem
"Vergleich" Ein Teil der Mitarbeiter kann nun nicht mehr nach draussen
telefonieren.
Einfache Zeiterfassungssysteme kann man heute an jeder Ecke für weniger
als 1000 Euro kaufen. Wer Geld hat, um einen Programmierer mit der
Auswertung von Logindaten zu befassen, sollte eigentlich stattdessen
auch in der Lage sein, sich sowas zu leisten. Auch im eigenen Interesse:
Nachher vorm Arbeitsgericht macht sich "ich hab eine Stechuhr gekauft"
nämlich deutlich besser als "ich habe ein Überwachungstool programmieren
lassen".
Das macht sich unter Garantie besser.
Ich wuerde mir wuenschen das ein Teil der Paranoia/Energie die dem
Netzwerkschutz anheim faellt, dahingehend verwendet wird sich um den
Arbeitnehmerschutz zu kuemmern. Es ist mir schon des oefteren
aufgefallen das es damit in der IT Branche nicht immer zum Besten
gestellt ist. Man kann sich in diesen Fragen an die IHK's und/oder
Handwerkskammern wenden, dort gibt es extra Beauftragte fuer solche
Fragen. Beratung und Infomaterial sind imho fuer lau.
-martin
ciao Manni
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