Am Sonntag, 5. November 2006 15:28 schrieb Markus Schönhaber:
 
> > Da kann ich nur mit dem "gesunden Menschenverstand" operieren. Wenn es
> > möglich und zulässig ist Textdateien mit verschiedenen verwendeten
> > Zeichensätzen zu speichern müßte eigentlich das ähnlich mitgespeichert
> > werden wie z.B. bei Mails.

> If wishes had wings, pigs would fly.
> Der in diesem Zusammenhang interessante Teil des Begriffes
> "Plaintext-Datei" ist "Plain". Der deutet schon darauf hin, daß eben keine
> zusätzlichen Informationen darin gespeichert werden, sondern nur der
> "plaine" Text. Wenn Du Texte weitergeben willst, ohne Dir über das
> Enconding Gedanken machen zu müssen, solltest Du Dir ein anderes Format
> suchen. Plaintext ist dafür eine sehr schlechte Wahl. Das ist nach meinen
> Verständnis auch das, was Martin Dir geschrieben hat. 

Mein "gesunder Menschenverstand" schlägt dazu vor, bei möglichst einfachen 
Formaten zu bleiben, diese aber, wie bei Mails, entsprechend "auszustatten", 
so dass der Code, unter dem gespeichert wurde, irgendwie Teil der Datei wird.

> Das Encoding-Problem an sich ist IMO unabhängig vom Betriebsystem (und dem
> Windowmanager sowieso) und es gibt prinzipbedingt dafür auch keine
> "Lösung". Verschiedene Programme, die für den Umgang mit Plaintext
> ausgelegt sind, werden Dir verschiedene Hilfestellungen geben mit diesem
> Problem umzugehen. Sie können Dir aber nicht abnehmen, daß man wissen muß,
> nach welchem Verfahren der simple Haufen von Bytes, der eine Textdatei
> nunmal ist, in (Schrift-)Zeichen umgesetzt werden soll. Und welches
> Verfahren beim Erzeugen des Bytehaufens aus den Zeichen verwendet wurde,
> sieht man dem Haufen im Normallfall einfach nicht an.

Technisch gesehen: ja klar! Praktisch nicht. Denn Windows tritt mit dem 
Anspruch an, der ihm von Vielen abgenommen wird, anfängerfreundlich zu sein. 
Für mich zeigt dieses Beispiel wieder mal das genaue Gegenteil. Es klappt 
oft, vielleicht sogar meistens, aber wenn es nicht klappt erhält der Anwender 
keine Chance zu erfahren warum es so ist. Wenn ich (war wohl nur unter XP 
geht) aus der Zeichentabelle ein Zeichen wie "Ş" einfüge und die Datei dann 
speichere, werde ich eben nicht (!) darauf hingewiesen, dass die Datei jetzt 
als utf-8 gespeichert wird. Mache ich sie unter Windows 2000 auf, wie bei uns 
in der Schule, klappt es dann nicht. 
Ob das bei anderen Windowmanagern unter Linux auch so ist weiß ich nicht - ich 
arbeite damit kaum. Das ist für mich aber kein wichtiger Punkt.

Es war kein Witz als ich sagte, dass Informatiklehrer dieses Problem als 
unlösbar für unsere Schüler bezeichnen - weil sie diesen Windows-Ansatz 
umsetzen: Du brauchst nichts zu lernen, einfach benutzen! Die 
entgegengesetzte Methode wäre: das ist ein Werkzeug, lerne es zu gebrauchen!

Ich komme hier vom Alltag her. Textdateien mag ich, weil sie klein und wenig 
fehleranfällig sind. Das Problem ist für mich daher auch ein Beweis für ein 
falsches Konzept.

Gruß,

Michael Bischof 


 
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