Hi
Ich will mich hier jetzt auch mal zu Wort melden.
Auch als Betroffener - wie vielleicht bekannt ist, bin ich gerade 18 - somit erschließt sich auch, dass ich aus "Kinderperspektive" schreiben muss.

Meine Eltern haben sich vor einigen Jahren getrennt - obwohl ich immer schwierigkeiten hab das genau zu benennen. Also, es muss so 2000 gewesen sein. Und der Ausdruck des "Wurzel verlierens" trifft das Gefühl glaube ich ziemlich gut. Ich hatte das Glück, in der Schule nicht "wegzubrechen", oder "auffällig" zu werden. Und mittlerweile habe ich wohl auch wieder einigermaßen "Wurzeln" gefunden.

Doch: ich weiß nicht, es ist wohl ein normaler Prozess in der Pubertät, dass man sich von den Eltern abwendet. DOch ich werde das Gefühl nicht los, dass mich diese Scheidung doch ein ganzes Stück von ihnen entfremdet hat. (Langsam wird mir das fast zu persönlich für eine öffentlich einsehbare Mail)

Und das Gefühl, das es bei dem Gefeilsche um Besuchszeiten (mit Anwalt und Richter und so - anders kriegen dass die "erwachsenen" wohl nich hin - wo sie einem doch immer erzählen, man soll mit anderen reden, auch wen man sie nicht ausstehen kann.... ) eigentlich nur darum geht, wieviel Unterhalt im Endeffekt bezahlt werden muss wird man nicht los - und es beraubt einen ein Stück seiner Menschenwürde.

Im Endeffekt sind die Besuchszeiten in Ordnung - und fest geregelt. Und ich bin sowieso 18 und kann im Prinzip machen was ich will (naja, fast ;-) ) Nicht das meine Eltern mehr als nötig (um eben Besuchzeiten, Ferien etc. zu regeln) miteinander reden würden - aber wenn sie nicht reden, können sie sich wenigstens auch nicht streiten ;-/

So, fertig. Im Endeffekt bin ich doch ganz froh hier zu sein (von wegen "vorher überlegen"). Und ob ein gezwungenes zusammenleben besser wäre, wage ich zu bezweifeln. @Ernst: das die Sache für dich anders aussieht will ich nicht bestreiten - doch eigentlich müssten die "Erwachsenen" doch dazu in der Lage sein ganz "erwachsen" miteinander zu reden. Da will ich mir aber kein Urteil über deine Situation erlauben.

gruß
maximilian

ps: immerhin hab ich 11 Jahre "heiles" Familienleben - das macht wohl viel aus. Mein kleiner Bruder (9 Jahre jünger) tut mir da echt leid, dass er das so nicht erleben konnte.

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