Lieber Michael,
lieber Uwe,
liebe Liste!

Auch ich würde von einem Raspi als Basis für einen Heimserver abraten.
Die Raspi-Dinger sind echt spitze, aber das ist nicht wirklich der
vorgesehene Einsatzzweck.

Inzwischen gibt es Raspi ja auch mit akzeptabeler RAM-Ausstattung. Bei
mir war der Raspi 3 ständig RAM-mäßig am Anschlag.

Außerdem hatte ich irgendwann mit einer USB-Platte genau das von Uwe
beschriebene Problem: Die Platte hat sich sporadisch "ausgehangen".
Monatelang funktionierte das vorher gut. Erst hatte ich die Platte im
Visier, aber es ist vermutlich das Netzteil gewesen.

Irgendwann war es leid, monatelange "Grundlagenforschung" zu betreiben
und säckeweise USB-Platten und Netzteile auszuprobieren. Ich habe den
Raspi daher durch ein anderes Gerät ersetzt.

Am liebsten hätte ich natürlich einen schönen Small Enterprise Server
gehabt. Aber ich wollte eine kleinere, platzsparendere Büchse.

Ich habe mich für einen "Intel NUC" entschieden. Nicht so viel größer
als ein Raspi. In dem Würfel werkelt ein Intel Celeron, der weit mehr
als genug Power für meine Anwendungen hat. Das LAN-Interface hängt nicht
per USB am System und pustet gut Daten über die Leitung. Und die 8 GB
RAM sind für das Headless-System völlig ausreichend. Die
Wahrscheinlichkeit des Ausbruchs des Dritten Weltkriegs rechne ich auf
einer potenteren Maschine! :D

Es passt allerdings nur eine 2.5"-Platte rein. NAS-Platten sind aber
alle 3.5", soweit ich recherchieren konnte. RAID geht damit natürlich
auch nicht wirklich. Aber ich tausche meine Server-Platten nicht erst,
wenn sie kaputt sind, sondern nach spätestens drei Jahren. Ich habe
keine Hochverfügbarkeitsansprüche, und mein Backup-Konzept
berücksichtigt das Risiko des Spontanverlusts der Server-Platte.

Meine Server laufen auf Debian, headless. Ich persönlich mag diese
fertigen NAS-Dinger überhaupt nicht - Geschmackssache. Ich setze mir
meine Dienste (z.B. Nextcloud, Samba, ...) selbst auf. Das dokumentiere
ich alles penibel, so dass ich einen neuen Server inzwischen in
kürzester Zeit aufsetzen kann.

Vor dem Raspi hatte ich einen selbstgebauten Server in kleinem Gehäuse
auf Basis einen Mini-ITX Boards. Da hatte ich sogar zwei 3.5"
NAS-Platten drin. Leider war die Maschine dadurch schon etwas lauter.
Mein Server muss 24/7 laufen, und ich habe leider zuhause keinen
separaten Serverraum. Nach ca. 6 Jahren Dauerlauf war dann das Board
hinüber. Aber 0% Datenverlust - Backup sei Dank! ;)

Viele Grüße
Jan

On Sat, Aug 01, 2020 at 08:56:38AM +0200, Uwe Ziegenhagen wrote:
> Meine Einschätzung: Lass es sein. So etwas würde ich nicht auf Raspi-Basis
> bauen. Stell Dir vor, durch ein Versehen bricht mal die Verbindung von der
> USB Platte zum System ab und die Daten sind futsch. Der Stress, den man
> sich dabei einhandelt, ist es nicht wert.
> 
> Wenn es aus Kostengründen kein QNAP oder Synology sein soll (letztere
> bevorzuge ich), wie wäre es dann mit einem Terramaster Gehäuse?
> 
> Uwe
> 
> 
> 
> Am Sa., 1. Aug. 2020 um 08:32 Uhr schrieb Michael Dupre <
> [email protected]>:
> 
> > Hallo Truluger,
> >
> > ich besitze ein 10+ Jahre altes NAS, für das ich schon seit Jahren keine
> > Updates mehr bekomme.
> >
> > Jetzt würde ich gerne mit Raspi 3 oder 4  und OpenMediaVault einen
> > Ersatz schaffen.
> >
> > Anwendung ist hauptsächlich automatisches tägliches Backup ausgewählter
> > Ordner vom Rechner meiner Frau und von meinem, selten mal Dateien
> > streamen. Will sagen, braucht läuft nicht oft am Tag zu laufen ...
> >
> > Kapazität 2 GB  (gerne mehr, wenn preislich ok)
> >
> > Das NAS meiner Fritz-Box könnte ich auch nutzen, aber ein eigenes System
> > mit OMV wäre mir lieber (ich vermute da habe ich mehr Kontrolle) ;-)
> >
> >
> > Jetzt stellt sich die Frage nach dem Speichermedium. "Richtige"
> > NAS-Festplatten (z. B. WD Red) sind teuer und sollten den ganzen Tag
> > lang laufen. Außerdem bräuchte ich dann auch einen SATA/USB Adapter und
> > müsste ein Gehäuse um alles herum bauen.
> >
> > Alternativ könnte ich eine USB-Festplatte anschließen.
> >
> > Ich habe im Netz recherchiert, aber nichts brauchbares gefunden, ob eine
> > USB Platte für ein NAS sinnvoll / geeignet / machbar ist.
> >
> >
> > Gerne würde ich eure Einschätzung hören.
> >
> > Vielen Dank
> >
> > Michael
> >
> >
> >
> >
> 
> -- 
> Dr. Uwe Ziegenhagen
> 0179-7476050
> <http://www.uweziegenhagen.de>

-- 

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