Hallo, Jörg - und alle anderen, die diesen Zweig evtl. noch mitlesen ;-)

Ich würde den Gedankenaustausch durchaus fortsetzen, aber hier auf der Liste 
scheint das wohl inzwischen etwas OT zu sein. Wenn hier also kein anderer 
mehr antwortet, würde ich die Fortsetzung (so du magst) auch via PM 
akzeptieren.

Am Samstag 26 April 2008 09:10:29 schrieb Jörg Schmidt:
> M. Houdek schrieb:
> > Und das es jetzt ein von Microsoft initiiertes weiteres offenes,
> > ISO-zertifiziertes Standardformat gibt
>
> Die Betrachtung das MS etwas initiierte ist nur richtig wenn Du die
> Geschehnisse vor der Existenz von ODF ausblendest.

OK, initiiert ist nicht sehr treffend. Aber MS stellt es so dar.
Ich hätte das "initiiert" doch besser in Hochkommas setzen sollen.

> > MS kann sich nun in dieser Beziehung zurücklehnen und
> > abwarten, inwieweit das
> > neue Format überhaupt genutzt wird oder ob es vielleicht in
> > der MS-Variante
> > wieder zu einem neuen Quasi-Standard wird, der die
> > ISO-Zertifizierung gar
> > nicht nötig hat.
>
> Das ist eine interessante Aussage, weil sie in anderer Betrachtungsweise
> eine meiner Grundüberlegungen in der Frage OpenXML stützt:
> MS hatte die Standardisierung ohnehin nie zwingend nötig, denn es ist
> fraglich ob diese wirtschaftlich insgesamt von Vorteil ist. Wenn MS aber
> trotzdem auf Standardisierung setze dann augenscheinlich weil sie MS von
> außen aufgedrängt war in der Form das die Geschehnisse um ODF
> verunsichernd wirkten und man sich nicht sicher war wie gefährlich und
> wie schnell sich diese auswachsen können.

Das war sicherlich ein (wenn nciht sogar der) Hauptbeweggrund bei MS.

Andererseits war ein Formatwechsel ohnehin in absehbarer Zeit nötig, um 
unnötigen Ballast des alten DOC-Formats endlich abwerfen zu können. Und XML 
in Verbindung mit einer geeigneten Formatauszeichnung bietet sich da als 
Basis ja an. 
Aber die Offenlegung des Formats und dessen Zertifizierung ist sicher 
ausschließlich dem Druck von Außen geschuldet (wobei eine 6000-Seitige 
Referenz quasi dem Begriff eines offenen Formats ins Gesicht schlägt). Da ist 
die deutsche Steuergesetzgebung ja bald noch offener und transparenter. *g*

> > Clever eingefädelt, kann ich da nur sagen.
>
> Das sehe ich eher nicht. MS war in dem Gesamtprozess an vielen Stellen
> nur Reagierender und durch die äußeren Umstände getrieben.

Man kann auch im Reagieren clever agieren ;-)
Ich finde, MS hat für sich das Beste aus der Situation herausgeholt - und 
diese Beste ist aus Marketingsicht verdammt gut. Aber ich wäre auch von MS 
enttäuscht, wenn sie das nicht gepackt hätten. In Marketingsachen war MS 
schon immer beneidenswert gut - dass muss man ihnen zugestehen. Und ihre 
Produkte waren immer mehr auf vordergründige Usability ausgerichtet - sicher 
eine Hauptursache für ihren schwer abstreitbaren Erfolg.
Die Schwachstellen, die Fachleute in MS-Produkten immer wieder bemängeln, sind 
für den Normaluser primär nicht ersichtlich und damit irrelevant. 
Und vor diesem Hintergrund wird heißt "kompatibel" eben für die meisten: Mit 
MS-Produkten zu be-/verarbeiten. Für den Normaluser ist eben MS der 
Standard - noch(?).

-- 
Gruß
                MaxX

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