Lieber Marc-Andre,
ja, das ist das problem von Freifunk, dass ihr eure selbst gesetzten
ziele nicht verfolgen wollt und stattdessen euch einrichtet. Aber damit
schafft ihr eure eigene unruhe selbst.
Stetig muessen wir unsere grundlagen hinterfragen, weil sich stetig der
erkenntnisraum aendert und sich so stetig auch unser verhaltnis zu
unserem denken und tun veraendert.
Der "Baeckermeister" ist doch wirklich nicht damit angesprochen. Im
wesentlichen geht es um die jugend, die jungen menschen, die vielleicht
eine andere zukunft anstreben. Und der bereich der telekommunikation ist
unser wichtigstes instrument dafuer.
Noch sind die freunde in den "Community Networks" weit davon entfernt,
gestaltend zu wirken und das thema telekommunikation auf der basis ihrer
propagierten ziele und visionen zu behandeln. Ich spreche hier von
Freifunk, Funkfeuer, Nethood, ninux, guifi, Buenos Aires Libres,
altermundi, und den vielen anderen in Europa, Asien, Afrika und Latein
Amerika.
Und trotzdem schauen so viele nach Deutschland und wollen wissen, wie
ihr arbeitet, welche ziele ihr euch setzt und wie ihr versucht, diesen
zielen naeher zu kommen. Und eines ist doch auch euch sehr wohl bewusst.
Ohne die selbstbestimmte hardware und die selbstbestimmten methoden in
der telekommunikation bleibt ihr immer nur anhaengsel und nischenfueller.
Auf allen ebenen, wie wir es in den gruppen der IGF (Internet Governance
Forum der UN), IUF (Internet Ungovernance Forum), ISOC (Internet
Society) mit seinen vielen regionalen gruppen, den NIC's und seinen
regionalen strukturen, steht der zugang zum Internet fuer alle heute an
erster stelle. Aber sie behandeln dieses thema als "kapitalistisches
business" projekt und nicht als ein element in eine andere zukunft.
Und diese aufgabe erfuellen die "community networks" weltweit nicht. Ihr
macht euch selbst zu willenlosen und ziellosen konsumenten. Ueber jahre
tretet ihr auf der stelle und kommt nicht voran. Und deine antwort an
Monic macht doch deutlich, dass ihr gar nichts anderes wollt als einfach
so weiter basteln.
mit lieben gruessen, willi
Manaus, Brasil
Am 02/07/2016 um 12:45 schrieb Marc-Andre Alpers:
Hallo Monic!
Das Problem ist doch aber immer noch die nicht wirklich abgeschaffte
Störerhaftung. Mag sein das Du und andere Aktive den Mumm haben den
Traffic an deinem Anschluss direkt auszuleiten, wie du es 2015 in einer
Gesprächsrunde eines Onlineradios gesagt hattest. Viele andere Menschen,
die einerseits die Freifunk Idee gut finden, andererseits aber nicht
bereit sind ein Risko einzugehen, nehmen diese VPN Tunnel gerne an. Und
ich nehme es den Menschen nicht mal übel. Auch wenn man im Recht ist,
das auszufechten vor Gericht wollen viele einfach nicht. Das dadurch die
von dir verabscheuten Zentralen Strukturen entstehen ist dem leider
geschuldet.
Deswegen, lohnt es sich die alte Grundsatz Debatte Freifunk aka als
reine Infrastruktur oder als Internet Zugangs Hotspot Netz nochmals zu
führen? Ich denke es ist schon alles gesagt worden zu dem Thema.
Klar, das Gebilde Freifunk Rheinland ist weit davon entfernt das jeder
an der Infrastruktur mithelfen kann. Hier brauchts schon Spezialisten
bzw. Enthusiasten die verstehen oder verstehen wollen wie z.B. BGP
Routing funktioniert und sich entsprechendes Wissen aneignen. Dem
Bäckermeister bei dem ein Knoten steht interessiert das aber nicht. Es
soll einfach funktionieren.
Am 02.07.2016 um 15:03 schrieb Monic Meisel:
Hello,
leider ist die Darstellung in dem Artikel nicht korrekt …
Bewegung kam wieder in die Initiative als der Berliner Aktivisten die
Freedom Fighter Box vorstellten und das Problem mit geschenkten VPNs
nach Schweden gefixt hatte. Danach ist der Förderverein freie
Netzwerke übergangsweise eingesprungen und stellt bislang
verschiedenen Communities den sogenannten VPN03 zur Verfügung. Das
führte dazu, dass der Förderverein sich als Dienstbetreiber bei der
BNetzA gemeldet hat … später folgten der Freifunk Rheinland und weitere.
Die Beweggründe sind politischer Natur gewesen ... zur Unterstützung
der Freifunk Idee sind wir diesem Kompromiss eingegangen, der eine
Zentralisierung, Hierachiebildung und weitere Folgen hatte, die nicht
den ursprünglichen freiheitlichen Gedanken entsprechen.
Leider hat sich der VPN und die Gateways in der Folge tief nicht nur
in die Kommunikation, sondern auch in die Infrastrukturen und
Firmwares vieler Communities eingebrannt. Dem gilt es IMHO entgegen zu
wirken und die technischen Abhängigkeiten aufzulösen. So dass die
Gruppen, aber auch jeder Knotenbetreiber in der Lage ist, Dienste
flexibel ein- oder auszuschalten bzw. auch einen eigenen VPN einzutragen.
LG Monic
_______________________________________________
WLANnews mailing list
[email protected]
Abonnement abbestellen? ->
http://lists.freifunk.net/mailman/listinfo/wlannews-freifunk.net
Weitere Infos zu den freifunk.net Mailinglisten und zur An- und
Abmeldung unter http://freifunk.net/mailinglisten
_______________________________________________
WLANtalk mailing list
[email protected]
Abonnement abbestellen? ->
http://lists.freifunk.net/mailman/listinfo/wlantalk-freifunk.net
Weitere Infos zu den freifunk.net Mailinglisten und zur An- und Abmeldung unter
http://freifunk.net/mailinglisten
_______________________________________________
WLANtalk mailing list
[email protected]
Abonnement abbestellen? ->
http://lists.freifunk.net/mailman/listinfo/wlantalk-freifunk.net
Weitere Infos zu den freifunk.net Mailinglisten und zur An- und Abmeldung unter
http://freifunk.net/mailinglisten