Hallo Monic, ich bin der Meinung, dass Freifunk nicht Router oder Nodes verbindet, sondern Menschen. Dementsprechend nehme ich auch alle technische Hilfe an, die ein freies Netz ermoeglicht und es dem einzelnen Nodebetreiber so einfach wie moeglich macht. Das gilt sowohl fuer die Einrichtung des Nodes, als auch fuer die Diskussion mit dem Nachbarn, als auch fuer erweiterte technische Faehigkeiten des Nodes und damit auch des Node Betreibers. Mal so ganz konkret, mit dem hier real existierenden Setup. Das basiert auf Gluon, deshalb sage ich Node. Ich denke der riesen Vorteil von Gluon ist, dass das Image aus dem Stand anfaengt Teil des Netzes zu sein. Da ist nichts weiter erforderlich. Der Nachteil ist der zentrale DHCP-Server. So lange wir kein Peer2Peer DHCP haben, kann man da nur drum rum arbeiten. Wir machen das so: Viele VPN-Gateway Betreiber, zur Zeit bis zu 10 verschiedene, die nicht miteinander reden muessten. Das sind einfach nur die Server zu denen sich Nodes per fastd verbinden koennen. Zufaellig und keineswegs verpflichtend haben diese Gateways auch gleichzeitig den Gatewaystatus in batman. Das wiederum bedeutet vor allem, dass DHCP-Anfragen dort hin geschickt werden koennen, damit Clients IPv4-Adressen bekommen. DHCP-Anfragen wiederum koennen von lokalen DHCP-Servern auf den batman Gateways beantwortet werden, der Betreiber muss sich dann eben mit den anderen auf einen DHCP-Range einigen, oder es gibt einfach ein DHCP-Relay zu einem der DHCP-Server die da schon sind. Nichts und niemand hindert irgend jemand daran auf dem lokalen Node, bevorzugt einer mit Internetanschluss, den batman Gatewaymode einzuschalten, ein dhcp-Relay aufzusetzen und damit die Defaultroute fuer alle lokalen Clients zu werden. Ob das lokal dann durch ein VPN oder direkt ins Internet geht, ist ganz egal. Und wenn diese Person will, koennte sie auch einfach einen DHCP-Server aufsetzen mit einem unabgesprochenen Bereich. Waere schade fuer die Kommunikation im Netz, aber auch das wuerde gehen. Ich weiss nicht wie das, konsequent umgesetzt, irgendwie eine Idee eines freiheitlichen Netzes beschaedigen koennte. Im Gegenteil, hier kann praktisch jeder ohne grosses Vorwissen und mit nur minimalem Interesse teil nehmen. Nach 'oben' sind keine Beschraenkungen gesetzt, Alle koennen, ohne um Erlaubnis fragen zu muessen, einfach ein lokales Gateway aufbauen und lokal ausleiten. Oder ueber ein eigenes VPN. Mit einer eigenen Firmware koennen auch, wieder ganz ohne wenigstens mit anderen reden zu muessen, andere VPN-Gateways hinterlegt werden. Allerdings sind wir immer noch der Meinung dass wir hier nicht Nodes/Router vernetzen, sondern Menschen und bislang haben das hier alle Beteiligten auch so gesehen und beteiligen sich auch alle freiwillig an der Kommunikation und bauen nicht einfach irgend welche Firmwares/Gateways, sondern beziehen andere gleich mit ein. Selbst die Entscheidung nur ein lokaler Knoten ohne Verbindung zum restlichen Netz zu sein ist moeglich. Der Client bekommt dann halt nur IPv6-Adressen, bzw. eine Zeroconf IPv4 Adresse. Dafuer dass das naechste Smartphone sich Netzen ohne Internetzugang und IPv4-Adresse verweigert kann der Node ja nichts. Sicher, Neuankommlinge muessen sich nicht sofort mit alledem auseinander setzen, aber das ist auch nicht noetig um Freiheit zu verstehen. Freiheit bedeutet Entscheidungen treffen zu duerfen, ich kann auch mal eine davon hinaus schieben bis ich mehr darueber weiss um das sinnvoll abschaetzen zu koennen, die Standardkonfiguration unserer Firmware ist erstmal so dass keine unangenehmen Ueberaschungen auftreten sollte, bevor man sich derer nicht bewusst ist. Und ich kann mich entscheiden und auch wieder umentscheiden wenn ich das fuer besser halte. Hab ich da nun die Idee von Freifunk falsch verstanden?
Tschoe,
Adrian
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