Hallo zusammen,

ich habe 'mal das subject geändert (weiß jetzt gerade nicht, ob das mit dem thread-split so funktioniert, falls nicht, sorry)

Ich möchte Euch eine Geschichte zum Thema "Freier Zugang zu Information und Kommunikation" erzählen:

Vor ziemlich genau zehn Jahren bin ich (beruflich) ins Ausland umgezogen. Ich war ziemlich aufgeregt, enthusiastisch und positiv mit Adrenalin voll.

Die Wohnungssuche war dank der Firma kein Problem, nur der Internet-Zugang war eine totale Katastrophe, denn die Nachfrage beim Telekommunikationsanbieter ergab:
- ohne Telefonanschluss kein Internet.
- erst wenn der Telefonanschluss vier Wochen besteht, kann ein Internetzugang beantragt werden. - Zugang via Mobilnetz für Ausländer nur via Prepaid solange bis Telefonanschluss vorhanden.

Das lief dann so:
- Telefonanschluss beantragt. Das hat sich über sechs Wochen hingezogen (weil Ausländer...). In der Zeit nur Prepaid-Mobiltelefon und privates Internet (Tel., VoIP) in der Firma ging wegen Firewall und Arbeitsvertrag nicht. - Nachdem der Telefonanschluss stand, konnte ich einen Internetzugang beantragen; das zog sich dann nochmal sechs Wochen (aus welchen Gründen auch immer...). In dieser Zeit konnte ich wenigstens via Modem ins Internet - nicht gerade der Bringer, aber wenigstens etwas; aber: SUPERTEUER - Nach über drei Monaten hatte ich Internetzugang und summa summarum über 1400 EUR Kosten für Mobilfunk und Telefon/Modem. - Danach lief zum Glück dank VoIP über deutschen Anbieter alles wieder ziemlich "geordnet" und finanziell überschaubar ab.

Fazit aus heutiger Sicht:
- es war die ersten Monate ein suuper-teurer "Spass".
- neue Nachbarn sind gegenüber Ausländern, wenn's ums Teilen vom Internetzugang geht, total zugeknöpft; speziell wenn diese es technisch nicht verstehen und der Telekommunikationsanbieter auch noch sagt "Du darfst das nicht und haftest für alles" - man verliert sehr schnell den Kontakt zu "Freunden" und Familie, wenn man eine Auslands(mobil)telefonnummer hat...

- ich wäre suuuper-froh und glücklich gewesen, hätte es damals so etwas wie Freifunk gegeben. Ich wollte keine Filme ziehen oder Livestreaming der Tagesschau, sondern einfach nur Kontakte pflegen, telefonieren und Informationen erhalten.

Ich möchte an dieser Stelle nur noch einmal zum Nachdenken anregen: Kommunikation soll frei sein und kein politisch oder pekuniär eingeschränktes "Jeder-ist-seines-eigenen-Glückes-Schmied" Privatgut und ohne Kommunikation ist man ziemlich allein...

Ich sehe Freifunk in einem sozialen Umfeld und als die Möglichkeit, anderen Mitmenschen die Möglichkeit zu geben, nicht allein und abgeschnitten zu sein - egal woher man kommt oder sich gerade aufhält.

Kaum jemand wird versuchen, in einem freien WLAN, das maximal 1-2MBit hergibt, Filme zu ziehen, aber 80-100Kbit fürs Telefonieren und eMails hat wohl jeder übrig...

Ralf Lohmueller


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