Andreas Jellinghaus <[EMAIL PROTECTED]> writes:

> Ich selbst versuche darin mal einen positiven Aspekt zu sehen:
> der Versuch den PC sicherer und leicher administrierbar zu machen.

Ein gro�es Problem bei PC-Software ist derzeit die Injektion von Code
�bers Netz, wobei Code unkontrolliert von einem Vertrauensbereich
(kein Vertrauen m�glich) in einen anderen (hohes bis absolutes
Vertrauen *notwendig*) wandert. Es handelt sich (wenn man mal von so
Dingen wie ActiveX absieht) um kein Architekturproblem, sondern i.d.R.
lokal begrenzte Schlamperei.

Palladium wird den verfaulten Kern nicht retten. M�glicherweise will
man eine Notl�sung dadurch erreichen, da� nur signierte Dokumente,
deren Herausgeber von als vertrauensw�rdig deklarierten CAs
zertifiziert wurde, verarbeitet werden k�nnen. Dieser Ansatz w�re ganz
im Sinne der Content-Industrie, w�rde er doch eine gewisse Barriere
f�r die Ver�ffentlichung im Web darstellen, wenn er mit einigem
Anspruch durchgef�hrt w�rde. Er bedeutete aber auch das Ende
zahlreicher Dienste im Web -- denn welcher E-Mail-Provider mit
Web-Schnittstelle wird fremde Daten unter seinem Siegel
ver�ffentlichen?

> Dann wist ihr ja: erstmal das Booten umkonfigurieren. Solange die leute
> Ihre eigenen CDs, disketten oder vom netz booten k�nnen ist mit
> sicherheit nichts zu wollen.

Man kauft die Hardware nat�rlich so, da� gewisse H�rden bestehen. Also
insbesondere keine Sun-Boxen. :-)

> Das Problem ist nun eher die frage: Was ist denn sicher?
> Microsofts l�sung dazu ist: Pr�fsumme und Signatur.

Microsoft sorgt sich nicht in erster Linie um die Frage der Sicherheit
(siehe ActiveX), sondern versucht, das Problem durch Verfahren, die
Vertrauen erm�glichen sollen, wegzuargumentieren.

Ich m�chte aber Mail von Leuten empfangen k�nnen, denen ich kein
bi�chen vertraue, und ihre Webseiten lesen will ich auch. Verlange ich
damit zu viel?

> Und daher m�chte ich doch mal nachfragen: sind Microsoft Treiber
> wirklich schlecht?

Niemand ist dieser Frage bislang ernsthaft nachgegangen. Bei anderen
Systemen l��t die Qualit�t des Betriebssystemkerns am Rand (also zu
den Treibern hin) deutlich nach. Warum sollte das bei Windows anders
sein?

Das ist, wie gesagt, pure Spekulation. Untersuchungen dazu gibt es
meines Wissens nicht, und auch keine Erfahrungswerte (die �ber
anekdotenhafte Berichte �ber vorhandene oder fehlende Funktionalit�t
hinausgehen, was aber in diesem Zusammenhang aber eher uninteressant
ist). Da bislang im Windows-Kontext (im Gegensatz z.B. zu GNU/Linux)
*gar* *keine* Sicherheitsprobleme z.B. in Grafikkartentreibern
entdeckt wurde, gehe ich davon aus, da� einfach niemand danach suchte.
Die Treiber werden ja auch nur in C oder Maschinensprache geschrieben
und sind teilweise sehr komplex.

> Naja, und nach langem umweg zur�ck zu Paladdium:
> Schon mal versucht dem benutzer programme zu verbieten?

Prinzipiell w�rde das die NT-Architektur zulassen, aber die meiste
verf�gbare (und ben�tigte) Software ist f�r ein solches Szenario nicht
ausgelegt und macht zaghafte Versuche in diese Richtung rasch
zunichte. Die Einschr�nkung mu� daher �ber die Nutzerrechte erfolgen,
was unter NT von Konzept her auch ganz gut geht.

> Abgesehen vom schlanken rechner mit minmaler installation bleibt da
> nur die White list. Der schlanke rechner ist mit windows aber wirklich
> viel arbeit,

Microsoft selbst konnte ein Windows 2000 nur auf eine Image-Gr��e von
900 MB bringen (allerdings f�r Server-Einsatz), wie man so
liest. "Schlank" ist da ein sehr relativer Begriff.

> Die white liste mit allen programmen die man ausf�hren darf hilft
> genausowenig, denn es gibt zuviele web anwendungen, und die whitelist
> enth�lt nur dateinamen, keine pfade. minesweeper.exe wird also in
> word.exe umbenannt, und schon geht es wieder.

Auch das Komponentenmodell ist problematisch. Sehr viel Code existiert
gar nicht mehr als eigenst�ndige Einheit auf der Platte, also kann man
dem nicht wirklich mit Zugriffsrechten beikommen. Von Scripting mal
ganz abgsehen.

> �hnlich wir mit den Treibern will microsoft auch hier einen dritten
> weg zeiten: Limitiere doch einfach die software auf von microsoft
> zertifizierter software.

Hier wieder: Kanalisierung von Vertrauen statt Sicherheit. Da wir
trotz allem noch in einer recht freundlichen Umgebung leben, mag das
eine Weile gutgehen, Zukunft hat das aber nicht unbedingt.

> Es ist aber eine Kundschaft, die Ansehen und viel Geld mit sich
> bringt, weshalb sich Microsoft im schritt von win NT zu win 2k fast
> ausschliesslich mit diesem clientel besch�ftigt hat,

Ja? Was ist mit Windows Media?

Palladium richtet sich nach Auskunft von Microsoft durchaus an den
Consumer-Markt.

Antwort per Email an