Ich muss zugeben: eine sehr sp�te Reaktion von mir. Aber sie ist mir wichtig ...
Besser sp�t als nie :)
On Tue, 19 Aug 2003 02:30:29 +0200 Matthias Hannich <[EMAIL PROTECTED]> wrote:
Eine Technologie als solche lohnt sich gar nicht zu verhindern. Forschung oder Entwicklung ist nie falsch, falsch kann aber das
sein, was man letztendlich daraus baut.
Der Versuch, eine Technologie zu verhindern, lohnt sich m. E. sehr wohl!
Wenn ForscherInnen, TechnikerInnen, WissenschaftlerInnen oder andere Teile der Gesellschaft zu der �berzeugung kommen, dass eine Technologie mehr Schaden als Nutzen bringt, mehr (nicht vollst�ndig kontrollierbares) Gefahrenpotential als Gewinnpotential hat, dann sollten sie die Weiterentwicklung der Technologie nicht nur einstellen, sondern auch aktiv behindern. Wenn sie statt dessen weiter forschen und entwickeln, dann ist das falsch. Es ist nicht nur falsch, eine Atombombe zu z�nden oder den Befehl dazu zu geben, sondern auch, sehenden Auges eine Atombombe zu entwickeln, zu konstruieren.
Das ist richtig. Aber indem wir zuviel Energie darauf verwenden zu versuchen, bestimmte Technologien und Technoligieans�tze zu verhindern, werden wir wom�glich am Ende gar nichts erreicht haben. Die Technologie ist da, eine Diskussion dar�ber ist weitestgehend ausgeblieben, es wurde viel Anstrengung in etwas investiert, was wom�glich zweitrangig ist.
Versteh mich nicht falsch, wenn Du Vorschl�ge hast wie man, gleich ob aktiv oder passiv, die Entwicklung dieser Technologie verhindern kann, dann werden wir sicher einen Kompromiss finden.
Mit "es lohnt sich nicht, eine Technologie (als solche) zu verhinden" meine ich nicht, dass wir hier D�umchen drehen und sagen "ja lasst die mal machen". Aber ob nun die Technik heute geschaffen wird oder morgen ist meines Erachtens egal.
Dein Atombombenbeispiel �bertragen auf das was ich meine w�re in etwa:
Es ist nicht nur falsch, die Welt durch TCPA zu kontrollieren, einzuschr�nken und zu zensieren, sondern auch an einer Technologie zu arbeiten, die unter anderem dieses erm�glichen kann.
H�tte man damals versucht die Atombombe zu verhindern, w�re dies vermutlich ein ziemlicher Aufwand gewesen, um nicht zu sagen verschenkte Energie.
Ein vereinfachtes Beispiel zur Verdeutlichung: Wenn ein Ingenieur erkennt, dass er daran arbeitet Waffen zu entwickeln, die indifferent m�glichst viele Menschen t�ten sollen: Bleibt dann weitere Forschung und Entwicklung "nie falsch", weil fr�her oder sp�ter jemand anderes die "Verbesserungen" entwickeln w�rde?
Nun, einige Menschen meinen ja, dass TCPA auch Nutzen h�tte.
Deine Argumentation halte ich in soweit f�r gef�hrlich, als dass man sie, je nach Diskussionspunkt und Standpunkt, beliebig auslegen k�nnte.
So w�ren z.B. Filter b�se, weil man damit Informationen filtern kann. Das widerspricht einigen Grundrechten und ist richtig, trotzdem will ich deshalb nicht verhindern, dass Filter entwickelt werden.
Eine Behinderung der Technologie f�hrt zwar wahrscheinlich nicht dazu, dass die Weiterentwicklung der Technologie vollst�ndig verhindert werden kann. Aber es kann die Weiterentwicklung zumindest deutlich verlangsamen.
Aber es �ndert meiner Meinung nach nichts am Ausgangspunkt, n�mlich das Firmeninteressen ganz wichtig sind und u.A. Grundrechte in Gefahr sind. Und das werden sie vermutlich auch noch sein, wenn die Entwicklung 5 Jahre l�nger dauert.
Heute werden Menschen und Gesellschaften oft von den technischen M�glichkeiten �berrannt. Ob Atomkraft, Genmanipulation, automatisierte �berwachungssysteme ... Technologien werden m. E. mit der normativen Kraft des Faktischen etabliert, bevor die Gesellschaft Zeit und Gelegenheit hatte, die Gefahren zu erkennen und darauf zu reagieren. Das Ausbremsen solcher technologischer Entwicklungen gibt Menschen bzw. Gesellschaften mehr M�glichkeiten, einen verantwortlichen Umgang mit ihnen zu entwickeln. - Auch wenn das Idealziel (Verhindern der als zu gef�hrlich eingesch�tzten Technologie) unerreicht bleibt.
Dem kann ich gar nicht so recht widersprechen.
Nur das Atomkraft seit Jahrzehnten etabliert ist, und es heute niemanden interessiert und die AK-Gegner grunds�tzlich erstmal "linke Chaoten" sind. Genmanipulation wird vom Laien wohl eh nicht als so wichtig angesehen und �berwachung? Ach quatsch, das hatten wir in der DDR aber heute haben wir sowas nicht, wir sind im Westen!
Sch�nen Sonntag, Matthias -- Freundliche Gr��e, ### http://www.stop1984.com Matthias Hannich ### [EMAIL PROTECTED] ### KeyID: 407A2F69 Fingerprint: 600D 7E07 105C F674 0C4B 12C2 4DE4 A8DF 407A 2F69
