Hallo Holger,

Am So., 11. Jan. 2026 um 23:08 Uhr schrieb Holger Wansing
<[email protected]>:
>
> Hi,
>
> Am 6. Januar 2026 12:42:16 MEZ schrieb "Mario Blättermann" 
> <[email protected]>:
> >
> >Die schlechte Nachricht: Nahezu nichts davon kann wirklich 1:1, also
> >in einem vollautomatisierten Ablauf, verwendet werden. Die Ausgaben
> >sind grammatisch und syntaktisch meist OK, bergen aber nicht immer
> >offensichtliche logische Fehler, oder die Begriffswelt passt nicht zu
> >unseren Standards, oder (insbesondere bei Hilfetexten) passt die
> >Formatierung nicht zum Original, zum Beispiel bei Weblinks oder
> >dokumentinternen Querverweisen.
>
> Ich persönlich befürchte, dass der Schritt mit dem nachträglichen 
> Korrekturlesen sehr oft ausfällt (aus Zeitmangel, weil man irgendwo gehört 
> hat, dass die Übersetzungs-KI viel besser geworden ist, oder ähnliches), und 
> das am Ende der Anteil reiner KI-Übersetzungen ständig steigt und die 
> Qualität maßgeblich sinkt.
>

Das wird kommen, dessen bin auch ich mir sicher. Eines Tages führt
vielleicht Launchpad genau so ein Skript ein, das ganze .po-Dateien
vollautomatisch übersetzt, wie ich es beschrieben habe. Dann ist es
sicher relativ einfach, die Unklar-Markierungen unredigiert zu
entfernen. Und derjenige, der das tut, glaubt dann womöglich noch, er
hätte eine Art Beitrag zur freien Software geleistet. Sorry, dass ich
hier gerade auf Launchpad herumtrample, aber dort sind mir leider
bisher die miesesten Übersetzungen begegnet.

> Gleichzeitig befürchte ich aber auch, dass sich an diesem Trend nichts ändern 
> lässt.
>
Das beginnt schon damit, dass man heutzutage die meisten Webseiten mit
zwei, drei Mausklicks direkt in der Browseransicht übersetzen kann.
Diese Version wird sowieso von niemandem gegengelesen…

>
> Sorry, kein konstruktiver Beitrag
>
Aber eine Meinungsäußerung, danke.

Bis große Distributoren mal umsetzbare Richtlinien haben und die
vielleicht auch noch untereinander halbwegs konform gehen, ist es um
die Qualität wahrscheinlich längst geschehen. Was die KI hervorbringt,
klingt erst mal gut und wird es auch in Zukunft. Aber der Teufel
steckt nicht in den Formulierungen oder der Grammatik, sondern in
nicht funktionierenden Links oder subtilen logischen Fehlern, die die
Aussage des Originaltexts schon mal völlig infrage stellen können.

Ich denke, solange es von höherer Stelle nichts Brauchbares gibt (FSF?
Linux Foundation?), machen wir so weiter. Richtlinien in Form der
Wortliste oder bezüglich der Qualität haben wir, da ändert sich ja
nichts. Die KI bleibt ein Zwischenschritt; eine Übersetzung darf nicht
autark werden.

Gruß Mario

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