Hallo!

Das ist meine erste Mail hier, vielleicht kennen mich manche
aus den Newsgroups de.comp.office-pakete.staroffice.ALL. Ich
bin OpenOffice-Benutzer (kein Entwickler), und betreue ein kleines
Netzwerk, in dem unter anderem auch den dortigen Usern OpenOffice
zur verfÃgung gestellt wird. Ich kenne das Programm also nicht
nur aus eigener Erfahrung, sondern auch weil ich anderen dabei
helfen muÃ, es zu benutzen.

Ich hab grade gesehen, daà der "Flamewar" bezÃglich dem Stylist
nicht nur auf der discuss-Liste "tobt", sondern auch, und gerade
auch hier. Alle, die mich von der Newsgroup kennen, wissen, daÃ
mir Usability ein ziemliches Anliegen ist, darum mÃchte ich mich
auch hier zu Wort melden. Denn der "Stylist" ist auch mir ein
Anliegen (bzw. dessen dahinscheiden).

Ich empfinde die neue Terminologie in der Version 2.0 beinah als
Gottesgeschenk. Wo frÃher teile der BenutzeroberflÃche einen 
technokratischen Charme versprÃht haben, macht sich jetzt endlich
eine nÃchterne, bedeutungsvolle Einfachheit breit. Gut so.

Begriffe wie "Stylist", "Beamer", "Navigator" waren es, die mich
lange Zeit abgeschreckt haben selbst StarOffice zu verwenden, 
einfach weil das alles etwas nach Geheimwissenschaft geklungen
hat, und nicht nach einem Programm zum Briefe tippen.

Mir ist klar, daà eine gemeinsame Terminologie, ein gemeinsamer
Jargon in einer Gruppe auch soziale Funktionen Ãbernehmen kann
(solidaritÃtsstiftend, auch indem man andere ausgrenzt), aber
wollen wir das wirklich bei einem Projekt wie OpenOffice?

Sicher: Wenn in 2.0 der Stylist nicht mehr Stylist heiÃt, sondern
"Formatvorlagen und Formatierung", dann mÃssen *wir* uns umgewÃhnen.
Aber dem steht entgegen, daà viele *potentielle Nutzer* sich eben
nicht umgewÃhnen mÃssen. Und wie banal diese terminologischen Fragen
auch scheinen mÃgen, ich finde, daà gerade solche Dinge wesentlich
dazu beitragen, daà ein Programm als "freundlich" wahrgenommen 
wird. 

Ich mÃchte, daà OpenOffice von BenutzerInnen, die es zum ersten
mal sehen "freundlich" erscheint. Das ist mir sogar wichtiger, als
daà es *mir* die UmgewÃhnung aufhalst. Denn aufgrund des (noch)
kleinen Marktanteils von OpenOffice ist die Menge derer, die
(noch) keine OpenOffice-User sind viel grÃÃer (hoffentlich!) als
die, die sich umgewÃhnen mÃssen.

Ich finde "Formatvorlagen und Formatierung" unendlich besser als
das Un-Wort "Stylist".

Letztendlich finde ich aber, daà am sinnvollsten fÃr solche Fragen
ein Usability-Test an "echten" Benutzern wÃre, denn wir hier
sind sicher nicht reprÃsentativ fÃr die potentiellen Nutzer
von OpenOffice.

/ralph  -- der von seiner "Soapbox" wieder runtersteigt, damit
           er auch einen "coolen" englischen Begriff eingeworfen
           hat ; )


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