Für meine Verhältnisse war das mit pedestrian schon lange falsch gemappt. Wir mappen für das Schild 260 und das Zusatzschild welches an der Zufahrts-Kreuzung Franz-Liszt-Straße/Querallee steht (der praktisch einzig regelmäßig genutzte Zufahrtsweg in den Großen Garten, einmal im Großen Garten dürfen berechtigte Fahrzeuge die Hauptalleen frei nutzen) und diese Beschilderung gilt in der Folge für die gesamten Hauptstraßen im Großen Garten. Die Schild-Kombination entspricht am ehesten einem motor_vehicle=private. Ein motor_vehicle=private wiederum macht den Weg entsprechend dem Mappen des höchstwertigen Zugriffs (in dem Fall Motorfahrzeuge) zu einem highway=service (genau wie das z.B. auf privatem Industriegelände ähnlich gemacht wird, da aber oft als access=private + highway=service). Demzufolge sollten alle asphaltierten Hauptalleen zu einem highway=service + motor_vehicle=private werden.

Im übrigen sehe ich im Großen Garten eine Pflicht von Fußgängern die Hauptallee nicht beliebig zu blockieren und sich bei Straßenquerung erst über den kreuzenden Radverkehr zu vergewissern, da die Hauptallee eben nicht als Fußweg ausgeschildert ist, sondern lediglich für Motorfahrzeuge gesperrt, genießen Radfahrer hier gegenüber Fußgängern Vorfahrtsrecht. Damit müssen Fußgänger auch stets an der Seite der Straße bleiben und dürfen nicht beliebig in der Mitte laufen. Damit sind die Alleen im Großen Garten für den Radverkehr höherwertiger als es ein gemeinsamer Fuß-/Radweg ist.

Was in der Parkordnung steht ("Rücksichtnahme bitte") halt ich für eine nette, aber rechtlich irrelevante Bitte, denn wenn man als Radfahrer die Hauptalleen einfährt kommt der Eindruck einer regulären Straße (eben nur Zeichen 260 beschränkt) und keine besondere Beschilderung. Wenn die Stadt da Rücksichtnahme will, muss sie ein Zeichen 240 aufstellen und nicht in irgendeiner Ecke des Parkes oder im Internet in der Parkordnung was von Rücksichtnahme schreiben. Man kann von keinem Fahrradfahrer, der da einfach durch will, erwarten, das zu wissen. Die Niederrangigkeit des Fußverkehrs auf der Hauptachse zeigt auch, warum pedestrian auf den Hauptachsen keine gute Idee ist, denn in Wirklichkeit ist das für Fußgänger kein gut geeigneter Weg und in der Praxis laufen auch viele Fußgänger auf den Wegen neben der Hauptallee. Teilweise gibt es an den Hauptalleen auch Fußwege (Querallee z.B., ich sehe gerade, dass die in OSM noch gar nicht als sidewalk eingezeichnet sind). Bei Vorhandensein von Fußwegen ist es nicht erlaubt, dass Fußgänger einfach auf der Straße laufen, also halte ich pedestrian für sehr fragwürdig.  Mit dem taggen der Hauptachsen als pedestrian erweist man dem Fußgänger-Routing insgesamt sowieso eher einen Bärendienst.

Am 14.10.2025 um 22:18 schrieb Christian Pietzsch via Dresden:

Grüße an alle,

bei einer Diskussion zur neuen Graphhopper Version, habe ich eine meiner Routen durch die Stadt mit verschiedenen Routing Engines verglichen und mich mal wieder gewundert, dass alle den Großen Garten vermeiden. Uns fiel dann auf, dass alle großen Allen (Hauptallee, Fürstenallee, Querallee) als highway=pedestrian getaggt sind. Dadurch begrenzen viele Router die Geschwindigkeit drastisch (zB OSRM mit 6km/h <https://map.project-osrm.org/debug/bike.html#16.8/51.03467/13.77105>) Für eine Fußgängerzone würde das wohl auch Sinn machen, aber das ist ja keine richtige Fußgängerzone.

_______________________________________________
Dresden mailing list
[email protected]
https://lists.openstreetmap.de/mailman/listinfo/dresden

Antwort per Email an