Hallo Matthias, On Thu, 22 Mar 2012 07:49:08 +0100 Matthias Kirschner <[email protected]> wrote:
> "Es ist das gute Recht, dass bei unfreier Software der Hersteller das > Monopol besitzen darf, das eigene Produkt vor Manipulation zu > schützen. [...] Es kann nicht das Ziel sein, unfreie Software komplett > abzuschaffen, indem man politisch darauf Druck ausübt." Das ist in der Tat ein Hammer. Nun wird ja so getan, als hättest Du wahllos aus dem Zusammenhang gerissen. Ich denke eher, Du hast nur an der Spitze des Eisberges gekratzt. Die Aussagen zu den Fragen 1b) und 4b) finde ich tatsächlich noch unglaublicher. 1.b. Planen Sie, gezielt kleine und mittelständische Freie-Software-Unternehmen zu fördern; und wenn ja, wie? "Aktiv sehen wir in der Privatwirtschaft nicht den primären Handlungsbedarf, in die geschäftlichen Praktiken von Unternehmen Einfluss zu nehmen. Unternehmen müssen in gesunder Konkurrenz zueinander stehen. Die Geschäftsmodelle gibt es und durch Innovation können diese auch mit anderen Software- Unternehmen konkurrieren. Eine politische Einflussnahme hätte Subventionscharakter. ... Eine politische Einmischung an dieser Stelle könnte fatale Folgen haben." Zunächst habe ich das Gefühl, dass die Frage nicht verstanden wurde. Es geht ja nicht um innere Einmischung, sondern um Förderung - z. B. bei der Vergabe von Aufträgen. Die Förderung freier Software steht immerhin im Parteiprogramm. Und kein Handlungsbedarf auf geschäftliche Praktiken Einfluss zu nehmen? Mal weg vom Freie-Software-Thema: Weg mit Lebensmittekontrollen in der Gastronomie, denn diese nehmen ohne Frage Einfluss auf Geschäftspraktiken. Ob Textilhersteller in Entwicklungsländern Kinder arbeiten lassen hat die Politik auch nicht zu interessieren. Ja, sämtliche Aufsichtsbehörden können wir einsparen. Da haben die Piraten ja ein riesiges Sparpotenzial entdeckt (vorsicht, Ironie). 4.b. Plant ihre Partei herstellerunabhängige Grundlagenschulung statt Produktschulung fördern? "Die Idee klingt gut, sollte aber nicht von einer politischen Partei gesteuert werden. Hier sind eher wieder die Unternehmen gefragt, die kreativ ihr Geschäftsmodell umsetzen möchten. Die Piratenpartei Saarland würde solche Innovationen unterstützen. Es geht hier mehr um Überzeugungsarbeit aus Richtung der Politik, die Entscheidung darüber müssen die Verantwortlichen dann selbst treffen." Sorry, aber jetzt hakt es wohl ganz aus. Bildung sollte nicht aus der Politik heraus gesteuert werden, sondern von Unternehmen? So einen unglaublichen Blödsinn erwartet man ja noch nicht mal von Hardcore-Neoliberalen. Ich habe mich ernsthaft gefragt, ob die Piraten im Saarland von der FDP, der BITKOM oder ganz einfach von Verrückten unterwandert worden sind. Gerüchteweise sind zwei der Kandidaten bei SAP. Aber selbst das erklärt nicht diese nicht nur unsäglichen sondern auch unglaublich inkompetenten Aussagen. _______________________________________________ fsfe-de mailing list [email protected] https://mail.fsfeurope.org/mailman/listinfo/fsfe-de
