Moin Jörn,

besten Dank für deine Rückmeldung.

Vorab: Ich achte sehr darauf, dass bei allen Zwischenständen trotzdem das 
Routing heil bleibt. Das ist ja immer besonders am Rand des bisher 
fertiggestellten Gebiets wichtig. Dort schließe ich die Linien dann immer 
provisorisch an die Farbahnen mit noch rein attributivem Fußweg-Mapping an. 
Aber das erstmal allgemein und unabhängig von der Routing-Konsistenz innerhalb 
des Fertiggestellten.

Bei deinem Beispiel stimme ich nicht ganz zu - aber widersprich mir gerne, 
solltest du Rollifahrer kennen, die dort genauso queren. An der Stelle schließt 
einseitig eine Hinterhofzufahrt (highway=service) an die Fahrbahn an. Wo keine 
Grundstückszufahrten sind, ist in der gesamten Schlankreye Senkrechtparken 
erlaubt, unterbrochen von Baumscheiben. Da kommt oftmals kein Rollifahrer - 
oder allgemeiner: Zufußgehender mit Rädern (neben Rolli auch Kinderwagen, 
Rollator, Rollkoffer...) - durch. Ich folge da dem Berliner Beispiel und 
schließe highway=service an die Fahrbahn an, Fußwege werden aber nur noch bis 
zum Bürgersteig geführt.

Aber allgemein bezogen auf Zufußgehende ohne Mobilitätseinschränkung, da ist ja 
genau die Grundsatzfrage: Wollen wir bei der (informellen) Fahrbahnquerbarkeit 
mehr "false positives" (attributives Mapping) oder mehr "false negatives" 
(geometrisch getrenntes Mapping)? In deinem Beispiel ist es tatsächlich so, 
dass längst nicht alle Zufußgehenden dort unproblematisch queren können. Man 
denke auch an Schulwegplanung. Die Schlankreye ist durchaus so viel befahren 
(und sichtfeldeinschränkend zugeparkt), dass Schulkinder nicht informell queren 
sollten. Der "worst case" sollte auch immer der Ausgangspunkt sein, also (wo 
erlaubt) komplett zugeparkte Straßen etc. Das spricht aus meiner Sicht absolut 
für getrenntes Mapping.

Im Zweifel würde ich aber vorschlagen, genauso wie es die Berliner Community 
gerade vorhat, an kritischen Punkten noch footway=crossing mit 
crossing=informal einzufügen. Das habe ich an einzelnen Stellen, bei denen 
baulich keine Querung vorgesehen ist und man z.B. an T-Kreuzungen die 
durchgehende und nicht die einmündende Straße kreuzt, bereits getan: 
https://www.openstreetmap.org/way/1290129091 (ist unser Kita-Weg und wir queren 
da regelmäßig).

Wenn das Ziel ist, möglichst sichere Fußwegrouten vorzuschlagen, ohne 
Einbeziehung von "Kampffußgängern", ist so wie nun begonnen aus meiner Sicht 
korrekt, aber ich nehme gerne Hinweise entgegen für Stellen, an denen 
zusätzliche Querungen (meist dann ja unmarked oder informal) eingefügt werden 
sollten. Wie man den "risikobereiten" Gruppen dann trotzdem mehr 
Querungsmöglichkeiten anbietet, dazu soll ja gerade meine verlinkte 
Masterarbeit einen (anfänglichen) Beitrag leisten.

Viele Grüße
Johannes

> 
> 
> -------- Original Nachricht --------
> Betreff: [osm] Re: [OSM-HH] Fußwege in Hamburg
> Datum: 10.06.2024 09:28 (GMT +02:00)
> Von: Jörn Heissler via Hamburg <[email protected]>
> An: [email protected]
> CC: [email protected]
> 
> On Mon, Jun 10, 2024 at 08:28:02 +0200, Johannes Bouchain via Hamburg wrote:
>> Ich wollte euch aber informieren, dass ich damit begonnen habe, die Fußwege
>> für alle Straßentypen separat zu mappen, siehe hier:
>> https://www.openstreetmap.org/#map=16/53.5715/9.9721
>> 
>> ...
>> 
>> Was ich tue, ist attributiv noch nicht sehr detailliert. Abgesenkte 
>> Bordsteine
>> und taktile Leitstreifen etc. sollten unbedingt dann auch eingearbeitet
>> werden. Aber ich kümmere mich erst einmal um die Fußwege und Querungen
>> (footway=sidewalk und footway=crossing) selber sowie um die Markierung auf 
>> der
>> jeweiligen Straßenlinie, dass Fußwege separat gemapped wurden
>> (sidewalk:both=separate oder :left oder :right).
>> 
>> Ich hoffe, dass es keine Widerstände und/oder absolute Befürworter der rein
>> attributiven Kennzeichnung von Fußwegen auf der Straßenlinie gibt. Dann
>> arbeite ich Stück für Stück fleißig daran weiter. Sonst sagt gerne
>> Bescheid.
> 
> 
> Moin Johannes,
> 
> Im *Prinzip* habe ich nichts dagegen, dass Fußwege mit separaten Linien
> gemappt werden. Aber es muss schon richtig gemacht werden. Ein
> Hauptproblem ist, dass hierdurch oftmals das Routing kaputtgeht, so auch
> bei dem, was du hier getan hast.
> 
> Siehe z. B.:
> https://www.openstreetmap.org/directions?engine=graphhopper_foot&route=53.57363%2C9.97178%3B53.57341%2C9.97305
> 
> Die kürzeste (meistens korrekte!) Route führt jedoch über die
> Fahrbahn, mit etwas Glück auch für Rollis. Mit deiner Änderung hast
> du also eine Verschlimmbesserung erreicht.
> 
> Wenn du die Fußwege getrennt mappst, dann bitte auch *jede* Verbindung zur
> Fahrbahn dazunehmen.
> 
> Grüße,
> Jörn
> _______________________________________________
> Hamburg mailing list
> [email protected]
> https://lists.openstreetmap.de/mailman/listinfo/hamburg
> 
> 
_______________________________________________
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