Werter Stefan! Was hat das eine mit dem anderen zu tun?
Wie meine zahlreichen kleinen Beiträge zur Wiener Netzkulturcommunity belegen, weiss ich diese Gastfreundschaft wohl zu schätzen (Auflistung einer Auswahl meiner Beiträge zu netznetz kann ich bei Bedarf nachreichen) Ich gebe zu, nicht so tüchtig, fleissig und erfolgreich wie Du zu sein. Das ist eben das Grundproblem zwischen den mehr "manischen" (monochrom bekennt sich wenigstens dazu) und "depressiven". Aber mit Dir als Blockwart und entsprechender Überwachung wird es schon gelingen, die Netzkultur wieder rein zu bekommen ;-) Im übrigen habe ich meine Interessen an netznetz stets als primär POLITISCHE definiert. Zum inhaltlichen Anliegen, sei hier die ausgesprochen rasche Antwort meiner Vereinspräsident zitiert: --->x<--- lieber martin! mich verwundert das nicht, der allgemeine trend ist (seit 2000 ist er ausgesprochen erfolgreich geworden): literatur hat gratis zu sein, wenn sie schon schreiben und lesen wollen, die lieben autorInnen, dann sollens froh sein, daß sie nix dafür zahlen müssen - für den raum bei lesungen meine ich - und das hat orwell ganz sicher auch gewußt, damals war das üblich, daß die autorInnen, die geglaubt haben, "sich profilieren" zu müssen, zur strafe auch raummiete zahlen mußten. so gesehen hat sich also nix geändert! inzwischen sind literaturpreise, wo die teilnehmenden autorInnen "preisgeld" zahlen, schon direkt an der tagesordnung. es werden inzwischen sogar themen für eine teilnahme an anthologien als literaturpreis ausgeschrieben, was durchaus sinn macht: in zeiten, wo es für autorInnen dermaßen schwierig geworden ist, ihre werke zu veröffentlichen, mag sich der eine oder die andere durchaus so vorkommen, als hätte er/sie gewonnen .... belegeexemplare gibts in solchen fällen natürlich auch: meistens 1 stück, bezahlt wird selbstverständlich nix, wo kämen wir denn da hin, wenn jedeR, der so vor sich hinschreibt, dafür auch noch geld kriegen tät??? und ein fall für die IG ist das sicher nicht, leider - wir wären dann rund um die uhr nur mit solchen literaturpreisen u. ähnl. beschäftigt - und leider leider gehts der literatur aus österreich inzwischen ans "eingemachte", da sind solche ausschreibungen gelinde gesagt harmlos. aber schicks an den gerhard ruiss, ich denke aber, er wird dir das gleiche sagen: es ist an der tagesordnung, daß nur die gewinnerInnen eines literaturpreises was bekommen, falls eine anthologie von den besten (und nicht nur preisgekrönten) texten dann veröffentlicht werden sollten, müssen sich die autorInnen richtiggehend glücklich schätzen, wenn sie dann sage und schreibe 1 belegexemplar bekommen! ich würd einfach allen autorInnen empfehlen, die finger von gratis-beschäftigungstherapie dieser art zu lassen. ich muß aber betonen, daß es sich bei diesem mini-pamphlet um meine persönliche meinung handelt und um keine ig-stellungsnahme, dazu bin ich nicht befugt! ganz liebe, aber literaturpessimistische grüße traude --->x<--- Ich selbst hätte auf jeden Fall geschaut, dass es für alle publizierten Beiträge zumindest ein Anerkennungshonorar gibt. Die Druckerei druckt auch nicht gratis etc. Wer an dieser Ausschreibung teilnimmt, macht das wohl nicht, um den 1. - 3. Preis zu gewinnen, sondern primär damit sein/ihr Beitrag zum Thema anerkannt und publiziert wird. Ich sehe nicht ein, warum die Beiträge ab dem 4. Rang absolut nichts wert sein sollen. Wenn nicht genug Geld für eine Abgeltung aller da ist, kann doch für Platz 1 - 3 auch ein mehr symbolischer Zusatzpreis, der Anerkennung ausdrückt, gefunden werden. Wenn ich Geld brauche, ist es mir lieber, etwas weniger zu bekommen, das dafür sicher, als um mehr Geld zu rittern, das dafür unsicher ist. Warum soll ich mich mit fragwürdigen Bewertungen abgeben, die entscheiden, ob ich 1.,, 2. oder 3. bin und womöglich nur geringe Unterschiede in der "Qualität" oder was auch immer den Ausschlag geben. Es sollte für jede künstlerische/kulturelle Tätigkeit eine Grundsicherung/Anerkennung geben. Ich weiss nicht, warum Dich eine derartige Forderung so aggressiv werden lässt (zumindest empfinde ich Deinen Beitrag so) Ich sehe den Überwachungswahn als Ausfluss der Wettbewerbsgesellschaft, bei der die Verlierer draussen gehalten und überwacht werden. Es ist daher für mich ein grundlegender ein Widerspruch, wenn quintessenz genau so einen klassischen Wettbewerb auslobt und jene Wettbewerbsideologie fördert, die für den Überwachungswahn mitverantwortlich ist ... Da ich auch mit LiteratInnen befreundet bin (ich hatte u.a. labyrinth - the association of english language poets of Vienna ins Netz geholt) und selbst einmal in der schreibenden Zuknft geringfügig tätig war, bin ich da etwas empfindsamer ... Dass ich diese grundsätzliche Linie verfolge, geht wohl auch so manch meiner bisherigen Diskussionsbeiträgen hervor. Liebe Grüsse Martin >Sag mal lieber Martin Mair, > >könntest du uns bitte mal einen Link zu >MINDESTENS EINEM Projekt schicken, das du im >Feld der digitalen Kunst oder Kultur realisiert >hast? > >Das würde deinen Worten einen gewissen Nachdruck >verleihen - du weisst schon, es gibt soviele >Freaks auf dieser Welt, die aus >Solidaritätsgründen in einer Gemeinschaft >geduldet oder als solche von ihr "adoptiert" >werden, die sollten sich dann aber auch >entsprechend zu verhalten wissen. > >Übrigens, was deine jüngste Neuentdeckung des >NCC Graz betrifft: ich habe 2005 dort >ausgestellt (Installation), mit Leuten aus der >Steiermark auch andere gemeinsame Projekte >realisiert - zB den Cybertrail mit M. Krusche >(Kaliningrad/Graz) und war zuletzt als Referent >zu trangressiven Körperpolitiken bei "Can't stop >the serenity. I aim to misbehave" im ESC diesen >Juni zu Gast. > >Danke, >Stefan -- ========================================== Martin Mair - Publizist virtuell & traditionell Krottenbachstrasse 40/9/6, A-1190 Wien Tel. + Fax: +43 1 3677487, Mobil: + 43 676 3548310 Email: [EMAIL PROTECTED] Skype: mmair1 http://www.mediaaustria.at - Webhosting & Webdesign http://www.bannertausch.info http://www.flickr.com/photos/martinmair ========================================== _______________________________________________ netznetz.net mailing list [email protected] http://listen.esel.at/mailman/listinfo/liste
