Lieber Manuel,
also ist Kunst Deiner Meinung nach eine Sache, die sich nur innerhalb
eines kaufmännischen / kapitalistischen Systems regelt (?)
Die Transmediale kann stattfinden, aber nicht weil sie innerhalb
dieses Angebot-Nachfrage-Systems agiert, sondern vor allem durch
staatliche Förderungen (Bundeskulturstiftung). Wenn sich, wie in dem
Artikel von Tilman zu lesen war, Veranstalter damit brüsken, dass man
die Künstler nicht bezahlt, weil das irgendwie sonst uncool wäre, dann
finde ich das schockierend. Tilman zitiert: 'Würde man den Teilnehmern
etwas bezahlen, würde das den ganzen Charakter des Events zerstören.'
Also irgendwie Nicht-Kunst für die Kunst-Ausstellung und weil das
Nicht-Kunst ist, brauch sie auch nichts von den Bundeskulturgeldern
abbekommen?
Auch in Anbetracht der verschiedenen Aktvitäten der 'Freien Szene'
etwas vom Topf der zahlenden Touristen abzubekommen oder der alten
Forderungen nach Ausstellungshonoraren (hatte Die Linke sogar in ihrem
Wahlkampfprogramm letztes Jahr), und so weiter, finde ich es zynisch,
wenn ein Aushängeschild der Medienkunst in Berlin damit hausieren
geht, nichts an Teilnehmer zu zahlen, die sie ja auch noch einladen.
In dem Artikel kommt das für mich so rüber, als sei das eben cool:
bisschen Art bisschen Hack bisschen Day, das glüht nach, kostet nicht
so richtig viel Geld und ist auch echt kritisch gegenüber der NSA,
oder so.
Beste Grüße
Jorn
Am 30.01.2014 um 20:40 schrieb micmix:
lieber manuel,
ach du jammerant, weisste nicht, dass das 'bafög' nur für die
vereinsmeierInnen da ist? nicht für die freien künstlerInnen, die nix
verdienen und trotzdem kunst machen, oder das was sie als solche im
sinne duchamps bezeichnen? im übrigen, man muss nicht überall
mitschleimen, mitmachen, muss man nicht.
liebe rottten grüsse
mic mikina
On Thu, 30 Jan 2014 20:33:00 +0100
Manuel Bonik <[email protected]> wrote:
Hallo, Jorn!
Deine Fragen können m. E. alle mit Ja beantwortet werden (sag ich
mal,
völlig unabhängig von Tilman). Hängt mit Angebot und Nachfrage
zusammen.
Wenn man - im Sinne des Finanzamts - ernsthafte Erwerbsabsichten
hat im
Beruf des Künstlers, sollte man damit auch tatsächlich Geld
verdienen.
Das geht mitunter auch, wenn man gewisse Regeln beherzigt und ein
paar
Tricks beherrscht. Einen gibt's hier gratis: Nicht in der
Öffentlichkeit
jammern, dass man mit Kunst kein Geld verdient.
Wenn es nicht geht, ist es - im Sinne des Finanzamts - tatsächlich
ein
Hobby. Schlimm?
Ich find's nicht schlimm. Profi-Kunst kann so furchtbar schleimig
machen.
Das Antichambrieren, die Blowjobs ... Brrrr!
Manuel
(Vizepräsident des Vereins zur Abschaffung des Künstler-Bafögs)
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Manuel Bonik <[email protected]>
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