Liebe Liste
nochmal in Bezug auf den Art Hack Day:
Constant Dullaart bat mich seinen Brief an die Organisatoren hier
weiterzuleiten.
http://pastebin.com/f9g7CR75
beste Grüße
Jorn
Am 31.01.2014 um 09:41 schrieb -g-:
100 Kunstsklaven arbeiten für den Kurator, der dafür ein fürstliches
Gehalt bekommt und ein Hochglanzprospektheft damit finanziert.
Nicht nur 2 Tage Arthack sondern auch noch 4 Tage Präsentation wie
auf einem Jahrmarkt (oder sollte ich sagen: Pferdemarkt ?), also
insgesamt 6 Tage x 100 Künstler = 600 Tage unbezahlte Arbeitszeit.
Eine hervorragende Bilanz. Jedes Wirtschaftsunternehmen träumt
davon, so effektiv zu sein, Herr Bonik. Das hat mit der
Realwirtschaft wenig zu tun. Damit werden sogar Billiglohnländer wie
Bangladesh unterboten.
Natürlich kann man als Künstler ohne Honorar arbeiten. Aber es kommt
auf den Kontext an, in dem das passiert.
Und das hier ist einfach würdelos.
-g-
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Am 31.01.2014 um 01:21 schrieb Jorn Ebner:
Lieber Manuel,
also ist Kunst Deiner Meinung nach eine Sache, die sich nur
innerhalb eines kaufmännischen / kapitalistischen Systems regelt (?)
Die Transmediale kann stattfinden, aber nicht weil sie innerhalb
dieses Angebot-Nachfrage-Systems agiert, sondern vor allem durch
staatliche Förderungen (Bundeskulturstiftung). Wenn sich, wie in
dem Artikel von Tilman zu lesen war, Veranstalter damit brüsken,
dass man die Künstler nicht bezahlt, weil das irgendwie sonst
uncool wäre, dann finde ich das schockierend. Tilman zitiert:
'Würde man den Teilnehmern etwas bezahlen, würde das den ganzen
Charakter des Events zerstören.' Also irgendwie Nicht-Kunst für die
Kunst-Ausstellung und weil das Nicht-Kunst ist, brauch sie auch
nichts von den Bundeskulturgeldern abbekommen?
Auch in Anbetracht der verschiedenen Aktvitäten der 'Freien Szene'
etwas vom Topf der zahlenden Touristen abzubekommen oder der alten
Forderungen nach Ausstellungshonoraren (hatte Die Linke sogar in
ihrem Wahlkampfprogramm letztes Jahr), und so weiter, finde ich es
zynisch, wenn ein Aushängeschild der Medienkunst in Berlin damit
hausieren geht, nichts an Teilnehmer zu zahlen, die sie ja auch
noch einladen.
In dem Artikel kommt das für mich so rüber, als sei das eben cool:
bisschen Art bisschen Hack bisschen Day, das glüht nach, kostet
nicht so richtig viel Geld und ist auch echt kritisch gegenüber der
NSA, oder so.
Beste Grüße
Jorn
Am 30.01.2014 um 20:40 schrieb micmix:
lieber manuel,
ach du jammerant, weisste nicht, dass das 'bafög' nur für die
vereinsmeierInnen da ist? nicht für die freien künstlerInnen, die
nix
verdienen und trotzdem kunst machen, oder das was sie als solche im
sinne duchamps bezeichnen? im übrigen, man muss nicht überall
mitschleimen, mitmachen, muss man nicht.
liebe rottten grüsse
mic mikina
On Thu, 30 Jan 2014 20:33:00 +0100
Manuel Bonik <[email protected]> wrote:
Hallo, Jorn!
Deine Fragen können m. E. alle mit Ja beantwortet werden (sag ich
mal,
völlig unabhängig von Tilman). Hängt mit Angebot und Nachfrage
zusammen.
Wenn man - im Sinne des Finanzamts - ernsthafte Erwerbsabsichten
hat im
Beruf des Künstlers, sollte man damit auch tatsächlich Geld
verdienen.
Das geht mitunter auch, wenn man gewisse Regeln beherzigt und ein
paar
Tricks beherrscht. Einen gibt's hier gratis: Nicht in der
Öffentlichkeit
jammern, dass man mit Kunst kein Geld verdient.
Wenn es nicht geht, ist es - im Sinne des Finanzamts -
tatsächlich ein
Hobby. Schlimm?
Ich find's nicht schlimm. Profi-Kunst kann so furchtbar schleimig
machen.
Das Antichambrieren, die Blowjobs ... Brrrr!
Manuel
(Vizepräsident des Vereins zur Abschaffung des Künstler-Bafögs)
--
Manuel Bonik <[email protected]>
--
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