Antwort an Andreas Broeckmann: Erst die Kritiker in das Abseits stellen, ist wohl kaum die richtige Methode, um mit Kritik umzugehen. Bei dieser Documenta ist Kunst wieder "Kunst" und alle Fortschritte seit der D10 von Catherine David und der D11 von Okwui Enwezor vergessen. Das digitale Momentum scheint nur eine Fussnote zu sein. Da vermisse ich offensichtlich mehr als der ehemalige Leiter der 'transmedial'
In Bezug auf diese Documenta und die Leistung des Direktors und seiner angetrauten Kuratorin wird gern von kuratorischer Willkür gesprochen. Das liessen wir uns ja noch gefallen, wenn das Ergebnis dieser Willkür überzeugend wäre. Davon kann nicht die Rede sein. Darüberhinaus gibt es Fakten, die es erlauben von kuratorischer Inkompetenz zu sprechen. Der erste Fakt ist der Aue-Pavillon, dessen Planung ein Wunderwerk zu werden schien. Bis es den Experten, zu denen die Documenta-Leitung Buergel und Noack nicht zu rechnen sind, auffiel, das zuviel Licht den Kunstwerken Schaden zufügen könnte. Also musste aus dem Pavillon eine Art plattgedrücktes Zirkuszelt werden. Eine ökologisch bestimmte Klimatisierung liess sich unter den gegebenen Umständen nicht mehr realisieren. Aber "Kunst", wie sie Buergel und Noack verstehen, steht aus eigenem Gesetz ausserhalb der Kriterien von Nachhaltigkeit und Ökonomie. Herr Leifeld, Geschäftsführer des Unternehmens Documenta 12, wird es schon richten. Der zweite Fakt ist der Umgang mit den Werken. Da wird eine Arbeit im öffentlichen Raum von Lotty Rosenfeld einfach wieder von der Stadtreinigung abgebaut. Der Versuch, das Werk wieder herzustellen, wird erst garnicht in Angriff genommen. Das ist umso bemerkenswerter, weil diese Documenta den öffentlichen Raum nicht wahrnehmen will. Er scheint keine Kategorie der "Kunst" von Buergel/Nock zu sein. Diese "Kunst" zeitgenössisch zu nennen, fällt einem dann auch schwer. Dritter Fakt: Da wundert es dann auch nicht mehr, dass das Mohnfeld von Sanja Ivekovic mehr einer Weltbundesbrachenschau gleicht als irgendeinem Kunstwerk. Aber was brauchen wir Symbole für diese Documenta, wir haben ja Roger M.Buergel und Ruth Nock. Und so ist das sogenannte Bilderbuch der Documenta 12 einerseits die großzügige Kopie einer Arbeit von Erik Steinbrecher von der Documenta 10 unter dem Titel 'Parcours' (die in ihren Materialien auch schon den heute unausweichlichen Giorgio Agamben aufweist). Andererseits ein Denkmal für Buergel/Noack.. Ohne die Magazine (siehe Documenta X Documents 1-3) wäre diese Documenta nicht auszuhalten....Aber das hat ja wenig mit kuratorischer Kompetenz zu tun... Mehr unter thwulffen.blogspot.com ______________ Sonntagstr. 5 D -10245 Berlin Tel 030 42016533 Fax 030 44357058 Mobil 0171 5760431 Skype thowulf E-mail [EMAIL PROTECTED] -- rohrpost - deutschsprachige Liste zur Kultur digitaler Medien und Netze Archiv: http://www.nettime.org/rohrpost http://post.openoffice.de/pipermail/rohrpost/ Ent/Subskribieren: http://post.openoffice.de/cgi-bin/mailman/listinfo/rohrpost/
