lieber matthias,

Botanisches (Hier wüsste ich auch gern noch mal, was die Arbeit mit
Medienkunst zu tun hat.)

naja, vielleicht eine etwas steile these, aber ungefaehr so: der
ansatz von sanja ivekovic ist, dass es ein temporaer beschraenktes
ereignis geben soll (die mohnbluete), das ueber einen starken
aesthetischen eindruck (das gesamte feld vor dem friedericianum ist
fuer vielleicht 2 wochen knallrot eingefaerbt) assoziationen zum
krieg in afghanistan und der siuation dort weckt. ich vermute mal,
dass man die semiotik dieses settings so beschreiben kann, dass sie
sehr deutlich ueber ihre spezifische medialitaet, das
bild(schirm)hafte des feldes, das an/aus, etc. reflektiert. fuer
diese arbeit waere es dann auch gar nicht schlecht, sondern im
gegenteil interessant, dass sie jetzt noch unscheinbare, ja
aergerliche brache ist... jedenfalls faende ich das einen gedanken
wert, und als spekulation interessanter, als bei dem stichwort
'kuratorische inkompetenz' stehen zu bleiben.


Im positiven Falle einer intensiven, negativen Kritik: Es kann doch
nicht sein, die Kritiker für ihre Auseinandersetzung mit den
gigantomanischen Ausstellungen in diesem Jahr zu abzuwatschen, noch
gar mit der Folge dass man der negativen Kritik im Allgemeinen ihre
Berechtigung abspricht. Auf in die zahnlose Hofberichterstattung? Es
gilt doch vielmehr, dass die Kritik nicht scharf genug sein kann.

ja, aber dann guck dir doch die kritik, scharf oder nicht, noch
einmal darauhin an, wo sie wirklich ueber die ausgestellte kunst
spricht. selbstverstaendlich kann man sich mit einer pauschalkritik
des aue-pavillions begnuegen, aber warum nicht auch ein wort
verlieren ueber die drei arbeiten von peter friedl, oder ueber die
arbeiten von tanaka atsugo, die mit ihrem kleid aus neon-roehren und
gluehbirnen, das im friedericianum zu sehen ist, eine der
bedeutsamsten fruehen 'medienkunst'-performances gemacht hat?


herzlichen gruss,
-a

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