Hallo Guido,

Vorneweg noch vielen Dank für den anregenden Fragenkatalog zu meiner info10-Geschichte. Einiges davon ist ohnedies ins Auge gefaßt, anderes kratzt merklich an den Grenzen, inwieweit ich selber die Objektorientierung bislang 'gefressen' habe. Die hohe Kunst der Klasse behavior ist z.B. etwas, das sich mir zugegebenermaßen nicht auf Anhieb intuitiv von selbst eröffnete - das dauerte ein wenig. Nun ja, Lehrerhirn, zudem aus Bayern... ;-)

On Sun, 26 Oct 2008, stepken wrote:

Rita Freudenberg schrieb:
Hallo liebe Squeaker,

das Buch von Stephane ist jetzt frei verfügbar! Ich halte es für den Schuleinsatz für sehr geeignet. Wer will mit übersetzen?

Viele Grüße,
Rita
Hallo!

Ich habe es mir schon einmal durchgelesen ... im Kern vermittelt es die mentalen Modelle der Programmiersprache LOGO mit Turtle graphics ...turtle down ... go forward ....

Aus didaktischen Gründen für den Unterricht *nicht* geeignet, ausser vielleicht für Kinder in der Vorschule ...

Die mentalen Modelle *unterfordern* Kinderhirne. Die können weitaus mehr ... Frage ist nur, ob die Lehrerhirne nicht schneller überfordert sind ;-)


Ich kenne das Buch auch, habe es mir vor Jahren schon gekauft. Didaktisch
gesehen sind die darin vermittelten Konzepte so ziemlich genau das, was
unsere Fachdidaktiker für die 7. Jahrgangsstufe als passend eingestuft
haben und im Normalfall mit Robot Karol zu vermitteln versuchen.

Konkret heißt das vor allem, daß solche Sachen in der Schule 'auf dem Plan stehen', weshalb es nicht schadet, dazu passende Werkzeuge anzubieten, so man z.B. smalltalk unters Volk bringen will.

Ich selber arbeite auch in der 10. oder 11. Jahrgangsstufe immer mal wieder mit Turtle-Grafiken als einer Spielwiese für Schleifenkonstrukte und habe nicht gerade den Eindruck, meine Schüler damit zu unterfordern - natürlich ist das irgendwo schade, aber sie haben oft erhebliche Schwierigkeiten, geometrische Muster, die man ihnen vorgibt, richtig zu analysieren. Aber das sind eben auch Jugendhirne, die schon ein paar Jahre an schulischer Konditionierung durchlaufen haben, und das ganze ein eher mathematisches Problem. Mag schon sein, daß Kinderhirne da unverkrampfter und dadurch intuitiv erfolgreicher zu Werke gehen, ehe sie von Metakonzepten erschlagen werden, die wir ihnen beizubringen haben.

Wenn du Lust hast, schau dir einfach einmal die Lehrpläne und die zugehörigen Schulbücher (ganz konkret z.B. Gym 10. Klasse, Bayern) an. Vor allem über die Bücher wirst du dich wohl gar nicht freuen, schätze ich. Aber das ist der Ist-Zustand - ganz neu.

Schöne Grüße

Markus
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 Markus Schlager                  [EMAIL PROTECTED]

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