On 12.11.2018 17:26, Martin Brunner wrote:
Ich hoffe, damit keinen neuen Ortstafelstreit auszulösen, aber mich würde
interessieren, woran man sich orientiert hat, wenn Ortsnamen zweisprachig
eingegeben wurden.
D.h. also nicht nur beim jeweiligen Sprach-Tag, sondern eben wirklich beim
Hauptnamen beide Sprachen mit Schräg- oder Bindestrich.

In Österreich finde ich das zum Beispiel bei:
Oberwart/Felsőőr
Bad Eisenkappel/Zelezna Kapla

Nachdem User andi2911 im Burgenland in einem unerlaubten Massenedit unzählige Ortsnamen auf die Schrägstrichvariante umgeändert hat, habe ich ihn mittels Changesetkommentar (https://www.openstreetmap.org/changeset/55789759) angeschrieben und dort meine Gründe ausgeführt, warum ich das nicht gut finde. Weil er mir dann nicht mehr geantwortet hat, hatte ich schon länger vor, die Sache hier auf Talk-AT zur Sprache zu bringen. Dass ich das bisher nicht getan habe, liegt vielleicht daran, dass die Namenswürste mir persönlich mehr nützen als schaden, weil ich mich für andere Sprachen und für Heimatkunde interessiere. Aber objektiv gesehen ist die Nutzung einer Mapnik-Karte als Wörterbuch ganz klar eine Zweckentfremdung.

Meiner Meinung nach gehören die besagten Edits rückgängig gemacht, so dass im Burgenland nur *ein* Name (nämlich der übliche, das ist im Normalfall der deutsche) steht, so wie es vor den Edits auch schon war. Meine Argumente zusammengefasst:

1.) In name=* sollte der übliche Name stehen. Die Schrägstrichkonstruktionen sind keine üblichen Namen. 2.) Die langen Namenswürste machen beim Rendering Probleme (verdecken anderes oder werden selber nicht angezeigt). 3.) Im Ggs. zu Ortstafeln, wo man nicht ein Verkehrszeichen pro Sprache aufstellen kann, sondern alles auf der selben Tafel unterkommen muss, unterliegen wir in OSM nicht dem Zwang, alles in ein Tag zusammenzumanschen. Wer die Namen in einer bestimmten Sprache angezeigt bekommen will, konfiguriert seine Anwendung entsprechend, und sie holt sich den Namen dann zielsicher aus dem entsprechendem Tag. 4.) Anwendungen können normalerweise durch Vergleich von name=* mit name:de, name:hr usw. feststellen, in welcher Sprache name=* steht. Wenn die Namen zusammengehängt werden, geht das nicht. 5.) Wenn man Ortsnamen aus verschiedenen Sprachen in ein name=* zusammenstückelt, müsste man das konsequenterweise auch für Straßennamen, Gebäudenamen usw. machen, und dafür war andi2911 komischerweise nicht zu haben.

Gleiches wie fürs Burgenland gilt für Kärnten.

In Ungarn:
Rönök/Radling
Rábafüzes/Raabfidisch

Dort würde ich die ungarischen Ortsnamen in name=* stellen, aber ich bin in den genannten Ortschaften nicht ortskundig, und das können wir sowieso nicht in Talk-AT entscheiden.

..oder in Italien:
Udine/Udin

Italien ist auch wegen Südtirol schon schwierig genug. Zum Glück ist das nicht unser Problem, sondern das der Italiener.

Natürlich kann man das Problem des Namenstaggings mehrsprachiger Regionen auch international diskutieren, und z.T. ist das unlängst beim Proposal https://wiki.openstreetmap.org/wiki/Proposed_features/Default_Language_Format geschehen. Das ging vom RFC zum Voting leider viel zu schnell, und die Kommentare bei den Votes zeigen, dass bisher nur die Spitze des Eisberges angeschnitten wurde.

--
Friedrich K. Volkmann       http://www.volki.at/
Adr.: Davidgasse 76-80/14/10, 1100 Wien, Austria

_______________________________________________
Talk-at mailing list
[email protected]
https://lists.openstreetmap.org/listinfo/talk-at

Antwort per Email an