On 13.11.2018 04:09, Kevin Kofler wrote:
Es macht aber einen Unterschied, ob das offizielle Namen sind, die auch auf
der Ortstafel stehen (wie bei Bad Eisenkappel name:sl="Železna Kapla") oder
nur gebräuchliche Übersetzungen (wie bei Wien name:sl="Dunaj").

Die auf den Ortstafeln stehenden deutschen, slowenischen, kroatischen und ungarischen Namen sind nur insofern offizieller, als sie in der Anlage des Volksgruppengesetzes gelistet sind. Diese Liste dient im Wesentlichen nur als Grundlage für Aufschriften auf Ortstafeln (§12 Abs. 1+2), aber nicht für andere Verwendungen, z.B. amtlichen Schriftverkehr oder gar den mündlichen Gebrauch. Auch wenn du dir die sonstigen Gesetze ansiehst, wirst du immer nur die deutschen Namen finden. Schließlich sind ja auch die Gesetze an sich nur auf Deutsch verfasst.

Für OSM bedeutet das: Für traffic_sign=city_limit nehmen wir das, was draufsteht. Das ist wohlgemerkt der deutsche und ggf. der slowenische/kroatische/ungarische Name mit Zeilenumbruch (-> Leerzeichen) dazwischen, nicht mit Schrägstrich. Für place-Nodes und erst recht für Gemeinderelationen können wir nur die deutschen Namen nehmen, denn das sind die heute im normalen Gebrauch üblichen und zugleich die einzigen, die in allen übrigen Gesetzen verwendet werden. Such mal auf ris.bka.gv.at im Kärntner Landesrecht nach "Bad Eisenkappel" und nach "Železna Kapla".

Außerdem würde ich auch die slowenische Community (talk-si) fragen, bevor
ich so etwas aus dem name-Tag herauslösche (außer natürlich, wenn es um eine
Stadt wie Wien gehen würde, wo die Ortstafel nicht zweisprachig ist und wo
es größere Minderheiten gibt, aber um so eine Stadt geht es hier eh nicht).

Egal welche Community du frast, du wirst immer als Antwort erhalten, dass sie den Namen in ihrer Sprache befürworten. Wenn es danach ginge, hätten wir auch die chinesischen Namen in den name=* Tags. Dass du eine Ausnahme für Wien machst, zeigt nur, dass solche Kriterien nicht funktionieren.

Das "SI" in Talk-SI steht übrigens für Slowenien, nicht für die Sprache Slowenisch. Der ISO-Code für die Sprache lautet "SL". Wenn du also forderst, in Talk-SI um Erlaubnis zu fragen, dann heißt das, dass du ein anderes Land über das Tagging in Österreich bestimmen lässt. Mit Mitbestimmung für die slowenischen Minderheit in Kärnten hat das nichts zu tun, denn da handelt es sich um slowenischsprachige österreichische Staatsbürger und nicht um slowenische Staatsbürger.

Wir wollen ja hier weder Vandalismus noch Nationalismus betreiben.

Es ist kein Vandalismus, sondern eine technische Frage, in welchen Tags welche Namen stehen.

Was du mit Nationalismus meinst, entzieht sich meiner Fantasie, denn Windische, Burgenlandkroaten usw. sind ja genauso Österreicher wie du und ich, und sie haben sogar eine Kultur, die es nur in Österreich gibt. Beispielsweise gibt es allerlei Unterschiede zwischen Burgenlandkroatisch und dem in Kroatien gesprochenen Kroatisch.

Italien ist auch wegen Südtirol schon schwierig genug. Zum Glück ist das
nicht unser Problem, sondern das der Italiener.

Aber gerade da würde es wahrscheinlich auf talk-at einen Aufstand geben,
wenn die deutschen Namen einfach aus name verschwinden würden…

Nein, denn so was wäre in Talk-AT offtopic. Das AT steht für Österreich, und Südtirol liegt nicht in Österreich. Der Staat Österreich mag eine Schutzmacht für die Südtiroler sein, die Mailingliste Talk-AT ist es nicht.

Warum also
den anerkannten sprachlichen Minderheiten im eigenen Land nicht denselben
Respekt erteilen?

Wenn du ihnen Respekt erteilen willst, dann mappe name:sl/hr/hu überall, wo es noch fehlt (Straßennamen, Schulen, Gemeindeämter, Berge, Bäche...). Nur die Ortsnamen aus einer Liste rauszukopieren und so zu tun, als wär man damit ein Förderer von Minderheiten, ist entweder naiv oder scheinheilig.

--
Friedrich K. Volkmann       http://www.volki.at/
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