Hallo, Ulf Lamping wrote: >>> Bleibt eben die Frage, was man erreichen will. Ich hoffe jedenfalls >>> auf einen GPL-artigen Kurs des Gesamt-Projektes... Das schließt zwar >>> recht schnell diejenigen von der Datennutzung aus, die daraus >>> kommerzielle Werke erstellen, aber das ist für mich sehr okay--sie >>> wollen ja auch nichts zurückgeben. > >> Das ist kurzsichtig und spielt ausserdem voellig unberechtigt die >> "moralische Ueberlegenheitskarte" aus. > > Das ist überhaupt nicht kurzsichtig, sondern eine Frage was man haben > will. Entweder ein "das will ich nicht" oder ein "das nehme ich > billigend in Kauf" - beides kann man mit guten Gründen vertreten, die > hier schon oft genug erwähnt wurden.
Kurzsichtig ist m.E., diejenigen auszuschliessen, die "nichts zurueckgeben wollen". Das Wort "kurzsichtig" gebraucht man ja meistens dann, wenn man davon ausgeht, dass derjenige, der "kurzsichtig" handelt, anders handeln wuerde, wenn er seinen Blick etwas weiter in die Zukunft richtete. Genau das meinte ich hier. Ich will, dass irgendwann jede Karte auf dieser Welt aus OSM kommt, und ich glaube, dass auch die, die heute das Share-Alike-Banner hochhalten, irgendwann ein Einsehen haben, dass das der Verbreitung unseres Projekts nur schadet. >> Ich erinnere nur an das Beispiel >> mit der OpenGeoDB - da sind die enthusiastischen Hobbyisten, die ihre >> Freizeit in den Aufbau einer Koordinatendatenbank stecken, und dann >> kommen die fiesen Absahner, die alles nehmen, aber nichts zurueckgeben. >> In diesem Beispiel sind die fiesen Absahner wir - und was verbietet es >> uns, der OpenGeoDB zurueckzugeben, was wir aus ihren Daten gemacht >> haben? Unsere paranoide Angst vor Ausbeutung durch Dritte, die ja nichts >> zurueckgeben wollen! Ist das nicht absurd? > Hmmm, ist das jetzt nicht das Paradebeispiel, wo aus Sicht von OpenGeoDB > genau die PD/BSD Nachteile vor Augen geführt werden? Genau. Solange alle freien Projekte PD oder BSD fahren, ist eitel Sonnenschein. Sobald einer anfaengt und den Rueckweg abschneidet, indem er die PD-Sachen zwar bei sich einbaut, aber durch seine Lizenz eine Rueckgabe nur ermoeglicht, wenn die anderen auch umschalten, noetigt er die anderen, gleichzuziehen. Das ist kein inhaerenter Nachteil von PD/BSD, sondern ein Problem, das *erst* dann auftritt, wenn einer einbricht und mit Share-Alike anfaengt. > Außerdem müßtest du mir erklären, wieso ich ein "fieser Absahner" bin, > wenn ich genau das tue, was in deren Lizenz steht?!? Es ist eine ganz andere Welt. Der Gedanke hinter PD ist einer von Grosszuegigkeit; ich habe irgendwo etwas genommen, ohne eine Gegenleistung geben zu muessen, also gebe ich hier etwas, ohne eine Gegenleistung zu fordern. Trotzdem steckt dahinter natuerlich das Idealbild von der Grosszuegigkeit. Wenn jemand sich aus dem PD-Pool staendig bedient, nie etwas zurueckgibt, obwohl er koennte, und dann noch feixend sagt: "Das wollten die doch so, sonst haetten sie eine andere Lizenz", der hat nichts verstanden - dem ist wirklich nur mit Vertraegen und Lizenzen beizukommen. Hinter PD steckt der Gedanke, dass der Mensch im Grunde gut ist. PD geht nicht kaputt, wenn einige Menschen schlecht sind. Aber PD heisst auch nicht, dass selbst die im Grunde guten sich wie schlechte verhalten sollten. - Genau das tun wir in bezug auf die OpenGeoDB; wir sind im Grunde gut, aber davon kann sich die OpenGeoDB nichts kaufen, fuer die koennten wir genauso gut Microsoft sein. > P.S: Meinst du nicht, daß "paranoide Angst" und "fiese Absahner" recht > tendenziell klingt Habe ich absichtlich so gewaehlt, weil ich fand, dass schon Jan-Benedict mit der Unterstellung, kommerzielle Nutzer "wollten nichts zurueckgeben" und es sei daher "okay" sie "auszuschliessen" genau in diese tendenzioese Richtung ging. Bye Frederik -- Frederik Ramm ## eMail [email protected] ## N49°00'09" E008°23'33" _______________________________________________ Talk-de mailing list [email protected] http://lists.openstreetmap.org/listinfo/talk-de

