Hallo,
Am 18.07.2010 um 00:43 schrieb Frederik Ramm:
> Das ist aber nicht das einzige Problem mit der CC-BY-SA: Es ist nicht nur so,
> dass Leute die Daten nutzen koennen, ohne sich an die Lizenz zu halten, es
> ist umgekehrt auch so, dass die, die sich an die Lizenz halten moechten,
> trotzdem nie sicher sind, ob ihnen nicht doch mal jemand ans Bein pinkelt
> (Stichwort "Namen aller Autoren nennen" und so).
>
> (..) Es stimmt zwar, dass unsere Daten dadurch nicht weniger frei werden,
> wenn irgendjemand sie sich krallt und verwendet, aber es gibt eine gewisse
> Gefahr, dass das Projekt uebernommen werden koennte - stell Dir vor, eine
> grosse Firma schnappt sich die Daten und bietet viel coolere Editoren und
> besser funktionierende Kartenseiten und so weiter an, und wirbt unsere
> Community ab ("macht doch lieber hier bei FreeStreetMap mit, da funktioniert
> alles besser und wir haben bezahlte Mitarbeiter, die Vandalen rauswerfen und
> Newbies einweisen... ach ja, alle Daten, die ihr beitragt, gehoeren
> natuerlich uns, aber ihr kriegt ein kostenloses Mauspad, wenn ihr mehr als
> 1000 Edits habt, ist das nicht toll?"). Das ist das Haupt-Argument der
> PD-Kritiker.
Gut. Diese Gefahren leuchten mir ein.
Wobei ich der Überzeugung bin sie sind längst nicht so dramatisch wie sie sich
zunächst anhören.
Denn was ist es denn was unser Projekt am Leben hält? Ist es nicht eine
Kombination aus freiheitlichem Geist (Selbstbestimmung), selbstlosem Einsatz
für eine höhere Sache (sinnstiftendes ehrenamtliches Engagement) und dem
praktischen Nutzen, den jeder selbst aus unserem Werk zieht?
Sollte nur einer dieser Faktoren entfallen, oder besser gesagt sollte es nur
danach riechen, ist die Community weg, und zwar von heute auf morgen. Diesen
Effekt konnte man bspw. bei dem OpenSource-Projekt Mambo beobachten. Mambo
wurde seinerzeit teilkommerzialisiert und - schwups - wandte sich ein Großteil
der Entwickler laut schimpfend ab - nur um sich im nächsten Moment wieder
zusammenzuschließen. Seitdem gibt es bekanntlich Joomla.
Am 17.07.2010 um 23:43 schrieb Heiko Jacobs:
> Die neue Lizenz ist an sich nicht schlecht.
> Und ist nach Meinung einiger tatsächlich angeraten.
> Sie haben vemrutlich Recht, ich bin aber kein Jurist o.ä.
>
> Das, was kein Mensch braucht, sind nur die Kollateralschäden
> durch Datenverluste für das aktive Projekt.
> Solange diese (und NUR solange diese) im Raum stehen, bevorzuge
> ich es, bei CC zu bleiben. Sobald wir ohne Kollateralschäden
> hinkommen, fix rüber zur ODBL o.ä.
Ich bin exakt dieser Meinung. Drohende Kollateralschäden durch Datenverluste
wiegen für mich bei weitem schwerer. Das würde IMO die aktiven Mapper vor Ort
demoralisieren mit der Folge, dass sich viele enttäuscht für immer
verabschieden. Mach mal jemandem, der nur mappt und der sich sonst keine
Gedanken macht, begreiflich, dass seine ehrenamtliche(!) Arbeit der letzten
anderthalb Jahre umsonst war, weil irgendwelche Juristen herausgefunden haben
das Lizenzierungsmodell sei nicht wasserdicht.
Und noch was:
Vor dem Hintergrund der drohenden Umstellung müsste man (als Befürworter des
neuen Modells) beim Mappen jetzt schon anders vorgehen. Alle Objekte die man
selber anfasst löschen und durch eigene ersetzen.
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